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Tesla: Produktionshölle mit Himmelfahrtskommando?

26.01.2018, 09:34  |  12221   |   |   

In dieser Woche wurden Details zur Vertragsverlängerung von Elon Musk als Tesla-Firmenchef bekannt. Tesla müsste in den nächsten Jahren eine Marktkapitalisierung von 650 Mrd. Dollar erreichen, also ein Gigant wie Amazon und Alibaba werden, damit Musk seine Prämien bekommt. Der Massenmarkt scheint in immer weiterer Ferne zu rücken.

Firmenchef Elon Musk hatte mit Blick auf den holprigen Start der Massenfertigung des Modell 3 bereits im Oktober von einer "Produktionshölle" gesprochen. Für den Volks-Tesla liegen 400.000 Reservierungen vor - mit einer erstattungsfähigen Gebühr von 1.000 Dollar. Im Dezember hätten bereits wöchentlich 5.000 Fahrzeuge das Werk verlassen sollen, jedoch korrigierte Musk die Zahlen und gab an, dass das Ziel erst im Juni 2018 erreicht werden könnte. Wenn der Firmenchef da nicht zu voreilig war, denn die Batterien könnten das Zünglein an der Waage werden. 

Nach jüngsten Medienberichten vom Sender CNBC hat Tesla eingestanden, dass es größere Probleme mit der Batterieproduktion in der Gigafactory gibt, als bislang bekannt. Dadurch dürfte es zu weiteren Verzögerungen und Qualitätsproblemen für das neue Modell 3 kommen. Im Dezember 2017 war es wohl so, dass einige Batterien von Hand hergestellt wurden. Für die manuelle Montage wurden Leiharbeiter mit geringen Kenntnissen eingestellt. Die Batteriemontage ist noch Lichtjahre von einer Massenproduktion entfernt. 

Währenddessen werden die Bären von Tag zu Tag skeptischer. Mark B. Spiegel von Stanphyl Capital, der eine Short-Position innehat, sagte zu CNBC: "Obwohl ich keinen Zweifel daran habe, dass Tesla irgendwann die Produktionsprobleme des Modells 3 lösen wird, wird das Basismodell mindestens 40.000 Dollar kosten, um es zu bauen. Das Unternehmen wird kaum mehr als eine handvoll Autos für weniger als 49.000 Dollar liefern können. Der Umsatz wird im Vergleich zu den Erwartungen enorm enttäuschen. Und selbst bei diesen höheren Preisen wird Tesla nie annähernd an die versprochene [Rentabilität] herankommen."

Aber einige Tesla-Investoren betrachten Produktionsprobleme als unbedeutend im großen Plan. Der Senior Research Analysten Ben Kallo von R.W. Baird sagte: "Wir glauben weiterhin, dass Tesla in der Lage sein wird, die Produktion von Modell 3 anzukurbeln. Die Nachfrage wird durch positive Bewertungen früher Kunden beschleunigt. Ferner ist der Markt für das Modell 3 größer, als vormals erwartet." Einige ehemalige Tesla-Ingenieure stimmen zu und sagen, dass Herstellungs- und Qualitätsprobleme relativiert werden sollten, so CNBC.

Der Optimismus könnte jedoch auch ins Gegenteil umschlagen. Zwei aktuelle Tesla-Ingenieure teilten CNBC mit, dass sie besorgt sein, dass einige der gelieferten Batterien nicht den erforderlichen Mindestabstand zwischen den Lithium-Ionen-Zellen hätten. Diese Ingenieure warnten davor, dass dieser Fehler dazu führen könnte, dass die Batterien kurzgeschlossen werden oder im schlimmsten Fall Feuer fangen. Solch ein Fehler könnte Tesla in den Ruin führen.

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