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Marktkommentar: Franklin Templeton: Globaler Investment-Ausblick 2018
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Marktkommentar Franklin Templeton: Globaler Investment-Ausblick 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
29.01.2018, 00:00  |  846   |   |   

Überlegungen zu wachsenden Volkswirtschaften und schwindenden Anreizen, von den Franklin Templeton Teams.

Während die Märkte vor dem Hintergrund eines synchronen globalen Wachstums die von geldpolitischer Lockerung geprägte Erholungsphase hinter sich lassen, dürften sich einige Anleger die Frage stellen, wo sie potenzielle Chancen finden können.

Für das vor uns liegende Jahr bieten wir einen zusammengefassten Ausblick aus der Sicht der Franklin Templeton Teams für Global Macro, Fixed Income, Equity und Multi-Asset. Sie schildern die Gründe, aus denen ihrer Meinung nach die US-Zinsen vor weiteren Anhebungen zu stehen scheinen, warum globale Aktien eventuell mehr Spielraum haben und Anleger im Rentenmarkt vermutlich wählerischer sein sollten.



Global Macro (Michael Hasenstab)

Steigende Renditen bei US-Schatzanleihen bergen mehrere Risiken

  • Aus unserer Sicht sind mehrere Faktoren darauf angelegt, die Renditen von US-Schatzanleihen (UST) in die Höhe zu treiben, insbesondere die Abkehr von der quantitativen Lockerung (QE), da die US-Notenbank (Fed) ihre Bilanz schrumpft, sowie die ungewöhnliche Stärke des US-Arbeitsmarkts mit steigenden Löhnen und Inflationsdruck, die anhaltende Robustheit der US-Wirtschaft und eine strukturelle Verlagerung in Richtung Deregulierung durch die Trump-Regierung und die Fed unter ihrem vermutlich neuen Chef Jerome Powell.
  • Anleger, die nicht auf den Schwenk von der Erholungsphase lockerer Geldpolitik in eine auf Expansion setzende Nach-QE-Ära vorbereitet sind, können aus unserer Sicht einem erheblichen Risiko ausgesetzt sein. Unserer Meinung nach ist es nicht nur ausschlaggebend, sich gegen aktuelle US-Schatzanleihen-Risiken zu wappnen, sondern auch Portfolios zu strukturieren, um von steigenden Zinsen zu profitieren.

Bestimmte Schwellenmärkte bieten nicht systemischen Value

  • Die Folgen der strafferen Geldpolitik der Fed für Schwellenmärkte dürften im kommenden Jahr von Land zu Land unterschiedlich ausfallen.
  • Es ist wichtig, Länder mit nicht systemischem Value zu erkennen, die weniger mit breit angelegten Beta-Risiken (Marktrisiken) korrelieren. Länder, die stärker binnenwirtschaftlich orientiert sind und weniger vom Welthandel abhängen, weisen häufig diese nicht systemischen Eigenschaften, zusammen mit inhärenter Robustheit gegen globale Schocks auf. Einige wenige haben bereits diese Robustheit in den letzten Jahren bewiesen, insbesondere Indonesien. Bei anderen stehen aus unserer Sicht die wirtschaftlichen Risiken im Zusammenhang mit den laufenden Reformen im Land und weniger mit den Ereignissen außerhalb, wie etwa Brasilien oder Argentinien.
  • In den bedeutenderen Industrieländern beobachten wir weiterhin unattraktive Anleihemärkte, besonders die niedrigen bis negativen Renditen im Euroraum und in Japan.

Für 2018 gehen wir von höherer Inflation und steigenden US-Treasury-Renditen aus

  • Mit Blick auf 2018 gehen wir von einer Abkehr von quantitativer Lockerung, steigenden Zinsen und verstärktem Inflationsdruck in den USA als einigen der folgenschwersten Faktoren für die globalen Finanzmärkte im kommenden Jahr aus.

Multi-Sektor-Anleihen (Christopher J. Molumphy)

Robustes globales Wachstum bei verbreiteter Meinung, dass die Bewertungen ausgereizt sind

  • Insgesamt sind wir begründet optimistisch, dass sich die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vor uns liegenden Jahr fortsetzen werden.
  • Gleichzeitig können wir nicht die Meinung vieler Marktteilnehmer ignorieren, dass die Märkte für Zinstitel Ende 2017 auf der Basis einiger traditioneller Kennzahlen als ausgereizt erscheinen.

Inflation und geldpolitische Maßnahmen im Auge behalten

  • Eine dauerhaft hohe Kerninflation könnte zwar zu schneller als erwartet steigenden Zinsen führen, jedoch halten wir einen moderaten Anstieg der Inflation, besonders im kommenden Jahr, für wahrscheinlicher. Aus unserer Sicht sind mehrere Faktoren, insbesondere die Globalisierung und die Technologie dafür verantwortlich, dass die Inflation dauerhaft niedrig ist.
  • Auch die Anstrengungen der Fed, ihre Bilanz zu schrumpfen (auch wenn sie weiterhin kurzfristige Zinssätze anhebt), verdienen unsere Aufmerksamkeit. In diesem Ausmaß wird dies erstmalig versucht.
  • Wir sind der Ansicht, dass die Fed und andere Zentralbanken gut daran getan haben, ihre Absichten den Marktteilnehmern mitzuteilen.

Zeit für eine differenzierte Betrachtung

  • Wir sind der Meinung, dass weiterhin risikobereinigt angemessene Gelegenheiten in allen Unternehmenssektoren bestehen, sowohl bei Investment-Grade- als auch bei High-Yield-Anleihen und variabel verzinslichen Bankkrediten und in der breiteren Wohnungswirtschaft. Aber auch eine blühende Wirtschaft hat Gewinner und Verlierer und nicht alle Schuldtitel in diesen Anlageklassen werden gleich profitieren.
  • Daher sind wir der Meinung, dass es wichtig ist, zwischen Sektoren zu differenzieren, die in gewisser Weise fundamentalen Störungen ausgesetzt sind, wie etwa zahlreiche Unternehmen im Einzelhandel, und denjenigen, die eher konjunkturelle Verschiebungen erfahren, wie es bei zahlreichen Schuldtiteln mit Bezug auf Rohstoffe der Fall ist.
  • Kurz gesagt, sind wir der Meinung, dass ein Blick hinter die Schlagzeilen und die Konzentration auf die zugrunde liegenden Fundamentaldaten hinter konkreten, einzeln betrachteten Unternehmensanleihen ein solider Ansatz sind, um Value im aktuellen Klima an den Anleihemärkten zu finden.
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