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Aktien Frankfurt Schluss: Dax zollt steigenden Zinsen Tribut
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Schluss Dax zollt steigenden Zinsen Tribut

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
29.01.2018, 18:21  |  2137   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Steigende Zinsen und schwächelnde US-Börsen haben den Dax am Montag ausgebremst. Der Kursrückgang des Euro im Vergleich zum US-Dollar konnte dies nicht wettmachen, sondern wirkte allenfalls stabilisierend. Letztlich ging es für den deutschen Leitindex um 0,12 Prozent auf 13 324,48 Punkte abwärts.

Noch zu Handelsbeginn hatte der Dax mit moderaten Gewinnen an seinen Erholungsversuch vom Freitag anzuknüpfen versucht. Unterstützung kam von der am Freitag in den USA fortgesetzten Rekordrally. Doch dann rückten steigende Renditen an den Anleihemärkten in den Fokus. Die Rendite fünfjähriger Bundesanleihen eroberte erstmals wieder seit etwas mehr als zwei Jahren positives Terrain, und richtungweisende zehnjährige Bundesanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit Dezember 2015. Auch in den USA setzte sich der Zinsanstieg fort: Dort erreichten zehnjährige Bonds bis zu 2,72 Prozent Rendite und damit den höchste Stand seit April 2014.

"Die Kommentare der EZB-Banker aus der Vorwoche hallen noch nach und sorgten nicht gerade für Kauflaune am deutschen Aktienmarkt", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Aktien werden mit steigenden Renditen an den Anleihemärkten unattraktiver, da hilft dann auch die aktuell moderate Euro-Schwäche nicht." Das könnte über kurz oder lang zu einer Gefahr in Form eines Paradigmenwechsels bei institutionellen Investoren werden, warnte er. Zudem wirft laut Lipkow auch die Notenbanksitzung in den USA in dieser Woche ihre Schatten voraus, und auch die Fahrt aufnehmende US-Berichtssaison belaste. "Nun muss geliefert werden", sagte er unter Verweis auf die Rekordniveaus an den US-Börsen.

Der Euro kostete am frühen Abend 1,2343 Dollar, nachdem er jüngst kurzzeitig über 1,25 Dollar geklettert war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2379 (Freitag: 1,2436) Dollar festgesetzt. Ein sinkender Eurokurs begünstigt tendenziell die deutschen Exportunternehmen.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes schlugen am Montag unterschiedliche Richtungen ein: Der MDax , in dem Aktien mittelgroßer Unternehmen versammelt sind, gab um 0,23 Prozent auf 26 964,88 Punkte nach. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es indes um 0,29 Prozent auf 2673,51 Zähler nach oben. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 , verlor 0,12 Prozent auf 3642,98 Punkte und auch in Paris wurden moderate Verluste verzeichnet. Der Londoner FTSE 100 hielt sich dagegen minimal im Plus. In den USA verlor der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 0,4 Prozent, ebenso wie die technologielastigen Nasdaq-Börsen.

Für Kursausschläge sorgten vor allem Analystenkommentare. So waren die Commerzbank-Aktien mit minus 2,06 Prozent Schlusslicht im Dax, nachdem die schweizerische Großbank UBS eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen hatte. Die Vorteile steigender Zinsen sowie Fortschritte auf der Ertrags- und Kostenseite der Bank seien bereits im Aktienkurs eingepreist, hieß es.

Im MDax zählten Wacker Chemie nach einer Abstufung durch das Investmenthaus Kepler Cheuvreux mit minus 1,26 Prozent zu den schwächsten Werten. Die Freenet-Papiere verloren nach einer Studie des Bankhauses Lampe über Wachstumsrisiken bei dem Telekomunternehmen am TecDax-Ende 1,95 Prozent.

Mit dem Industriekonzern Siemens und der Deutschen Bank planen Kreisen zufolge gleich zwei Dax-Konzerne noch vor Ostern den Börsengang (IPO) von Unternehmensteilen. Die Siemens-Papiere schlossen letztlich im Vergleich zum Freitagabend unverändert. Der kolportierte Zeitpunkt für die IPO-Pläne der Medizintechnik-Sparte "Siemens Healthineers" lockte die Anleger nicht, zumal Analysten am Mittwoch die Bekanntgabe eines schwachen Jahresauftaktquartals bei Siemens erwarten. Der ebenfalls kolportierte Zeitpunkt für die Erstnotiz der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung brachte auch dort keine positiven Impulse. Die Deutsche-Bank-Aktien büßten 1,05 Prozent ein.

Im TecDax erholten sich die Anteile des Zahlungsabwicklers Wirecard dank starker Quartalszahlen etwas und legten um 0,92 Prozent zu. Nach einem Rekordhoch hatten die Papiere zuletzt unter einer erneuten Attacke sogenannter Shortseller gelitten, die auf einen fallenden Aktienkurs setzten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,40 Prozent am Freitag auf 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,33 Prozent auf 139,15 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,64 Prozent auf 158,78 Punkte./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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Kommentare

Muß schon sagen, allen Respekt den DAX-Verkäufern!

Beim schnellen Downmove immer garantiert ganz vorne mit dabei - ansonsten heisst es halt üben, üben und nochmals üben!
Ne das können die in Frankfurt nicht, die sind halt nur die Lehrlinge und müssen zum Meister nach New York schauen Smile.....alleine entscheiden die mal ganz sicher nicht wo der Kurs hingeht.
Zitat von Alexander222: Ja aber irgendetwas müssen sie doch schreiben Smile.....


Aktuell kann man ja mal zur Abwechslung schreiben: "Der DAX kann sich heute, trotz deutlicher €-Schwäche, den globalen Abwärtstrends in Asien und im Leidindex DOWn nicht entziehen" :D :laugh::laugh::laugh::laugh:
Der Dividenden-DAX zollt doch allem und jedem seit Monaten seinen Tribut, während dessen die anderen Indizies davonziehen!





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