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Daimler, BMW und VW Deutsche Autobauer: Imageschaden wegen Abgas-Experimenten?

30.01.2018, 14:14  |  2815   |   |   

VW, Daimler und BMW stehen wegen umstrittener Abgas-Experimenten an Affen und Menschen in der Kritik. Die Aktien der drei Autobauer stehen aktuell (Stand: 30.01.2018, 13:17:26 Uhr, Xetra) leicht im Minus.

Drei große deutsche Autobauer, VW, Daimler und BMW, stehen für die Finanzierung von Abgas-Tests an Affen in der Kritik. Bei den Experimenten hatte die Autoindustrie Wissenschaftler beauftragt, die Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen an Affen zu testen. Vor gut zehen Jahren mussten zehn Javaneraffen dabei bis zu vier Stunden Abgase eines VW-Beetles einatmen. Der BILD lägen Unterlagen vor, die bewiesen, dass VW „eine führende Rolle bei den Versuchen in den USA [einnahme].

VW-Chef Müller entschuldigte sich heute für das Abgas-Experiment. In Brüssel sagte er: "Die damals in den USA praktizierten Methoden waren falsch, sie waren unethisch und abstoßend. Mit Interessensvertretung oder wissenschaftlicher Aufklärung hatte das nichts, gar nichts zu tun. Es gibt Dinge, die tut man schlicht nicht."

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrer Montagsausgabe zudem, dass es auch Stickstoffdioxid-Tests mit Menschen gegeben habe. Probanden wurden dabei dem Reizgas Stickstoffdioxid ausgesetzt. Die Ethikkommission hatte die Studie genehmigt, da es sich um äußerst geringe Konzentrationen  gehandelt habe. Die Stickoxid-Belastungen, denen die 25 gesunden Menschen ausgesetzt waren, lag unterhalb der Belastung am Arbeitsplatz, so die ARD.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte gestern die umstrittenen Diesel-Schadstofftests: "Diese Tests an Affen oder sogar Menschen sind ethisch in keiner Weise zu rechtfertigen. Die Empörung vieler Menschen ist absolut verständlich," so Regierungssprecher Steffen Seibert gegenüber der dpa.

Die Experimente sollen auch im Bundestag thematisiert werden. Die Grünen stellten einen entsprechenden Antrag, so die ARD: "Wir fordern die Bundesregierung auf, klar zu sagen, ob sie bereits von den zwielichtigen Methoden der Autoindustrie wusste und inwieweit diese sogar aus öffentlichen Geldern finanziert wurden", sagte Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann.

Es scheint so, als sei der Dieselskandal für die deutschen Autobauer noch lange nicht überstanden. Die Aktien von VW, Daimler und VW stehen aktuelle alle im Minus (Stand: 30.01.2018, 13:17:26 Uhr, Xetra):
VW:  -1,9 Prozent
Daimler: -1,01 Prozent
BMW: - 1,06 Prozent

Volkswagen


Daimler


BMW

Quellen:
Ard: "Unethisch und abstoßend"
Bild: "Wussten auch die VW-Bosse von den Versuchen?
Stuttgarter Zeitung: "Autolobby finanzierte auch Versuch mit Menschen"

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3 Kommentare

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Kommentare

Kaum geht es um Tiere - schon drehen die Leute am Rad und lassen ihrer Empörung ob der bösen Machenschaften der Industrie freien Lauf. Inklusive unserer Kanzlerin. Dass wir Menschen allesamt seit Jahren Teil dieses schändlichen Experiments sind und den ganzen Scheiß - aus Kostengründen mangelhaft gefiltert - einatmen, das stört uns nicht einmal halb so stark... Frauen, Kinder, Alte, Kranke inklusive... Wir Menschen sind eine eigentümliche Spezies.
Konzentrierte Autoabgase längere Zeit einzuatmen,
hat man früher nur gemacht, wenn sich jemand damit umbringen wollte.
Wenn die Affen dies vier Stunde überlebt haben, zeigt dies,
wie ungefährlich die Abgase geworden sind.

Noch mal zu den Stickoxiden,
in der EU gilt ein MAK Wert von 950 ug/m3.
In der Schweiz gilt ein MAK Wert von 3000 ug/m3.
(siehe Wikipedia NO2)
Ich bin mir sicher, in der Schweiz fallen die Mitarbeiter auch bei 3000 ug/m3 nicht tot vom Hocker.
Wäre es so, dann müssten sie ja laufend neue Mitarbeiter aus Deutschland
ins Land holen. Und das wäre das letzte, was die Schweizer wollen.
Es gibt Dinge, die tut man schlicht nicht."....Lüge, Lüge
VW bzw. die Automobilindustrie tut vermutlich noch ganz andere Dinge. Aber so langsam kommt´s
raus.
Inzwischen völlig unglaubwürdig....... Baron von Münchhausen ist ein Waisenknabe im
Vergleich zur alten und neuen VW Führungsetage

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