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US-Steuerreform sorgt für Verlust bei Deutsche Bank

02.02.2018, 08:37  |  3529   |   |   

Die Deutsche Bank verzeichnete im vierten Quartal 2017 einen Nettoverlust von 2,2 Milliarden Euro. Reuters-Analysten hatten einen Nettoverlust von 1,25 Milliarden Euro prognostiziert.

Die Deutsche Bank verzeichnete für das Geschäftsjahr einen Verlust von 497 Millionen Euro. Es war mit einem Verlust von 290 Millionen Euro gerechnet worden, so CNBC. Für die Deutsche Bank war dies das dritte Verlustjahr in Folge. Das Ergebnis der Bank wurde durch einen Rückgang im Investment Banking und die Steueränderungen in den USA beeinflusst.

Die Deutsche Bank teilte am Freitagmorgen mit, dass sie aufgrund einer Wertberichtigung durch die US-Steuerreform eine nicht zahlungswirksame Belastung in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro hatte. Mit der Reform können Verluste aus Zeiten der Finanzkrise nun nicht mehr im gleichen Maße auf künftige Steuern angerechnet werden, so Spiegel Online. Generell profitieren die Unternehmen in den USA von der Steuerreform, so die SZ. Weiter heißt es, dass die Verlustvorträge in den Bilanzen nun weniger Wert seien und es zu Sonderbelastungen kommt, so die SZ. Ohne das hätte die Bank nach eigenen Angaben einen Jahresüberschuss von rund 900 Millionen Euro erwirtschaftet. 

"Nur eine Belastung im Zusammenhang mit der US-Steuerreform zum Jahresende führte dazu, dass wir einen Verlust nach Steuern für das Gesamtjahr ausweisen mussten. Wir glauben, dass wir fest auf dem Weg sind Wachstum und höhere Erträge mit nachhaltiger Disziplin bei Kosten und Risiken zu erzielen", sagte John Cryan, Chief Executive Officer der Deustche Bank, in einer Erklärung. Cryan war erst vor wenigen Tagen in die Kritik geraten, weil das Geldinstitut hohe Boni an seine Mitarbeiter ausschütten will, siehe hier.

Auf seiner Investmentbankseite sagte die Deutsche Bank, dass geringe Volatilität, reduzierte Kundenaktivität und schwierige Handelsbedingungen die Erträge belasten. Die Erträge des Investmentbankings lagen im vierten Quartal - mit 2,7 Milliarden Euro - um 16 Prozent unter dem Vorjahreswert.

In den Vorjahren hatten vor allem teure Rechtsstreitigkeiten das Frankfurter Geldhaus belastet, so Spiegel Online. Das Minus betrug 2016 gut 1,4 Milliarden Euro und 2015 circa 6,8 Milliarden Euro.

Nach den Zahlen kamen heute die ersten Analysen zur Aktie. Goldman Sachs belässt die Deutsche Bank auf Neutral mit einem Kursziel von 15,10 Euro: "Analyst Jernej Omahen sprach in einer ersten Einschätzung am Freitag von einer Schwäche auf breiter Front", siehe hier. Morgan Stanley gab für das Papier ein Kursziel von 14,80 Euro aus. Dort heißt es: "Die Kostenentwicklung sei noch schlechter als gedacht." Und RBC Capital lässt das Kursziel bei 16 Euro. Aktuell notiert das Papier bei 14,24 Euro - ein leichtes Minus von 4,20 Prozent. Anders als viele andere Wertpapiere hatte die Aktie eine Jahresendrally, denn vom 7.11.2017 mit 14,41 Euro ging es bis zum 18.12.2017 auf 17,11 Euro. Falls das Papier auf 13 Euro fallen sollte, dann könnte dies eine gute Chance für Käufer sein.

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Kommentare

Die hohen Verluste der Deutschen Bank kommen in erster Linie daher, weil die DB bei jedem halb- oder ganz illegalen Geschäft ganz vorne mit dabei ist, und gerechterweise im letzten Jahr hohe Strafzahlungen (u.a. in USA) leisten musste.

Dass die Strafen gerecht waren, bezweifele ich. Ich fand sie viel zu hoch.
Dabei wurden in erster linie die Aktionäre bestraft, die unschuldig waren.
Man hätte die stattdessen die verantwortlichen Manager bestrafen müssen.

Cryan hat Recht, ohne die steuerreform in den USA hätte die DBk in 2017 Gewinn ausgewiesen.
Da gibt es doch gar keinen Zweifel.
Letztlich ist das Geld ja nicht weg. Durch geringere Steuerzahlungen auf Gewinne, die sicher kommen, spielt es sich wieder ein.
Zitat: "Nur eine Belastung im Zusammenhang mit der US-Steuerreform zum Jahresende führte dazu, dass wir einen Verlust nach Steuern für das Gesamtjahr ausweisen mussten."

So ein Quark!
Die hohen Verluste der Deutschen Bank kommen in erster Linie daher, weil die DB bei jedem halb- oder ganz illegalen Geschäft ganz vorne mit dabei ist, und gerechterweise im letzten Jahr hohe Strafzahlungen (u.a. in USA) leisten musste. Ohne diese Strafen hätten sie über die steuerlichen Abschreibungen (die sie langfristig eh wieder zurück erhält), lächeln können.

Also, zurück zur Ehrlichkeit, Herr Cryan! Nicht nur bei den Bankgeschäften, sondern auch bei den Verlautbarungen !

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