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DAX-Abstieg; Chartanalyse; Markttechnik DAX und Dow Jones auf Bodensuche - Analyse für KW 6

Gastautor: Holger Struck
03.02.2018, 16:02  |  5537   |   |   

Im marktanalytischen Fazit hat sich hier und jetzt natürlich nichts verbessert. Auf technische Verbesserungen wartet man (ich) genau ab jetzt, heisst ab KW 6. Nach einem ordentlichen Abverkauf bei steigenden und recht hohen Volumina, einem markanten Anstieg der Volatilitätsindizes und den nahezu kapitulativ anmutenden Tageskerzen (ab Donnerstag) dürfte hier nach unten hin bereits recht viel geschehen sein. Zum bisherigen Jahrestief bei 12745 gesellt sich nun auch der altgediente 200-Tagesdurchschnitt. Absolut spannend, ob sich der DAX dort wieder fangen kann. Eine Rückkehr über 12810-12864 wäre jedenfalls eine von jetzt an absolut beachtliche Leistung, darunter bleibt das Bärenlager (noch) im Vorteil.

DAX:

Nach dem zweiten Handelstag des Monats Februar steht der DAX gleich einmal sportliche 404 Punkte tiefer als zum Ultimo des Januar. Saisonal gesehen ist so etwas in einem Februar, insbesondere mit Blick auf den US-Präsidentschaftszyklus (Midterm Election Year) gar nicht so unüblich. Schwerer wiegen da schon charttechnische Verschlechterungen und Belastungsproben, die mit dem Fehlausbruch über 13525, gipfelnd im neuen Allzeithoch des Januar 2018 bei 13596 Punkten und dem Fehlausbruch / False Break dort ihren Anfang nahmen. Nunmehr liegt der DAX im Vergleich zum Jahresendstand (12918 Punkte) auf einmal im Minus, alle zwischenzeitlich aufgelaufenen Gewinne - das waren immerhin schon + 678 Punkte oder + 5,2 % - sind erst einmal weg. Bei aktuell also negativer Jahresbilanz von rund minus 1 % frohlocken die Bären also erst einmal. Wenn das Tagesminus allein am Freitag 1,7 Prozentpunkte betrug und das Wochenminus knapp 4,2 % (minus 555 Punkte), dann wird einem schnell bewusst, dass wir gerade in nicht eben gewöhnlichen Zeiten leben. Der (zu) starke EUR/USD stört, die letzten Firmenbilanzen waren durchwachsen und die Furcht vor zu schnell / zu stark steigenden Zinsen hat klar eingesetzt. Nach dem ziemlichen Fiasko der freitäglichen Handelsveranstaltung an der Wall St. (Würdigung siehe unten) könnte man sich nun einen echten Sell-out-Tag des DAX mit durchaus panikartigen (Erst-) Reaktionen am kommenden Montag vorstellen, die dann auch einen (kurzen?) Dip unter das bisherige Jahrestief bringen würden. Kann so sein, muss aber nicht ! Wichtig bleibt die technische Einordnung der aktuell evidenten Signallage:
 
1. Der Fehlausbruch des DAX nach Rückfall unter 13525 und 13420 wiegt schwer und es steht ein charttechnische Doppeltop 13525 / 13596 im Raum.
2. Wichtige Supports in der Abwärtsbewegung waren seit November dabei 12847, 12810 und 12864. Diese zu unterschreiten war technisch relevant. Weniger wichtig ist jene 12745 (Jahrestief) des 02. Januars. Hier könnte man durchaus eine "Fake Bewegung" bzw. einen Spike oder ein Reversal erwarten.
3. Rein formationstechnisches Ziel der Doppeltopformation wären etwa 12100 Punkte (vertiklaer Formationsabstand nach dem Break unter 12847).
4. Formationstechnische Ziele werden generell bzw. fast immer wesentlich überboten oder aber gar nicht erreicht ! Sie festigen lediglich die Richtungsgebung.
5. Relevant nach einer bereits starken Abwärtswelle erscheint mir noch 12390 zu sein, das ist das "alte" Allzeithoch des DAX aus dem April 2015.    
 
Im marktanalytischen Fazit hat sich hier und jetzt natürlich nichts verbessert. Auf technische Verbesserungen wartet man (ich) genau ab jetzt, heisst ab KW 6. Nach einem ordentlichen Abverkauf bei steigenden und recht hohen Volumina, einem markanten Anstieg der Volatilitätsindizes und den nahezu kapitulativ anmutenden Tageskerzen (ab Donnerstag) dürfte hier nach unten hin bereits recht viel geschehen sein. Zum bisherigen Jahrestief bei 12745 gesellt sich nun auch der altgediente 200-Tagesdurchschnitt. Absolut spannend, ob sich der DAX dort wieder fangen kann. Eine Rückkehr über 12810-12864 wäre jedenfalls eine von jetzt an absolut beachtliche Leistung, darunter bleibt das Bärenlager (noch) im Vorteil.         
 
 
 
Dow Jones:
Aha, dieser Markt kann also doch noch fallen bzw. korrigieren. Das Tagesminus des Freitag betrug allein 2,54 %, der Wochenverlust 4,1 %. Nach dem kometenhaften und einbahnstrassenartigen Anstieg des Dow Jones seit unseren Mega-Kaufsignalen (das war Mitte 2016 bei 18170, Performance seither beträgt immer noch + 40 Prozentpunkt) stochert man hier nun folgerichtig etwas im luftleeren Raum herum. Erstbeste bzw. brauchbare Supportlevels findet man im Wochenchart eigentlich erst einmal gar nicht. Im Tageschart hingegen bieten sich relativ deutlich 24500, darunter 24100 und 23500/23600 an. Im Gegensatz zum DAX ist hier die (träge) 200-Tage-Linie mit ihrem Stand von 22834 Punkten noch relativ weit entfernt. Auch dies ein Indiz der Outperformance der US-Märkte. Nun liest man dieses Wochenende - für mich erstaunlicherweise - vermehrt, dass ein Abwärtstag mit über minus 600 Punkten etwas völlig Normales für den Dow Jones sei und jederzeit mit einzukalkulieren ist. Dem kann ich mich so nicht anschliessen, denn bisher gab es solche Tage in der Menschheitsgeschichte bzw. der Historie des Dow Jones ganze 9 mal. Man möge auch und gerade hier die Kirche im Dorf lassen. Wenn eine Korrektur seit Monaten und Quartalen allerorts als "überfällig" bezeichnet wurde, dann darf man sich eben auch nicht wundern, wenn sie denn tatsächlich einmal kommt. Seit dem Allzeithoch sind gen Süden nunmehr schon ganz stattliche 1100 Punkte nach unten hin beschritten, der Rest wäre eher Kür als Pflicht. Besserung der Lage aber vorerst nicht unter 26000.
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MfG

Holger Struck
 
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