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Kurssturz an Aktienmärkten treibt Anleger in sichere Häfen
Foto: Sven Hoppe - dpa

Kurssturz an Aktienmärkten treibt Anleger in sichere Häfen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.02.2018, 10:03  |  614   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein unerwartet heftiger Kurseinbruch an führenden Aktienmärkten hat Anleger am Dienstag verstärkt in sichere Anlagehäfen getrieben. Während es zu vergleichsweise starken Einbrüchen an den Börsen in den USA, in Asien und zuletzt etwas gedämpft auch in Europa gekommen ist, hat sich die Flucht in sichere Anlagehäfen im Vormittagshandel eher in Grenzen gehalten. Anlagen wie Bundesanleihen oder Gold konnten nur vergleichsweise moderat zulegen.

Marktbeobachter sprachen von einem "aggressiven Abverkauf" und von heftigen Schwankungen an den Aktienbörsen. Der jüngste Kurseinbruch an der Wall Street hatte die Kurse von Bundesanleihen zunächst auch stark steigen lassen, während es mit den Renditen im Gegenzug deutlich nach unten ging. Im Vormittagshandel hat sich die Entwicklung aber wieder spürbar beruhigt.

Zuletzt wurden zehnjährige Bundesanleihen mit einer Rendite von 0,70 Prozent gehandelt. Zuvor hatten erste Panikreaktionen für eine deutlich stärkere Nachfrage nach Bundesanleihen gesorgt und der Zinssatz war zeitweise bis auf 0,67 Prozent abgerutscht.

Seit Jahresbeginn ging es mit den Renditen von Bundesanleihen tendenziell kräftig nach oben, allerdings liegt der Zinssatz für Bundesanleihen noch deutlich unter dem Niveau von vergleichbaren US-Anleihen. Zehnjährige US-Papiere werden mittlerweile mit einer Rendite von 2,77 Prozent gehandelt. Der zuletzt starke Anstieg der Renditen von Staatsanleihen machte die Anleger an den Börsen zunehmend nervöser.

Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank sieht eine Ursache für den Kurseinbruch an den Aktienmärkten darin, dass "sich zunehmend Inflationsängste breit machen". So habe beispielsweise der jüngste Arbeitsmarktbericht der US-Regierung einen überraschend starken Lohnanstieg ausgewiesen. Demnach bestehe an den Märkten die Sorge, dass die Preise in den kommenden Monaten schneller und heftiger steigen könnte als erwartet.

Ein Hinweis, dass sich die am Markt kursierenden Ängste einer stärkeren Inflation aber in Grenzen halten, zeigt die Kursentwicklung des Goldpreises. Das Edelmetall gilt am Markt als beliebte Absicherung gegen einen starken Anstieg des Preisniveaus. Trotz des heftigen Einbruchs der Aktienmärkte legte der Goldpreis aber nur vergleichsweise leicht zu. In der Spitze war es weniger als ein Prozent. Zum Vergleich: Der US-Leitindex Dow Jones Industrial ging am Vorabend mit einem Minus von 4,60 Prozent auf 24 345,75 Punkten aus dem Handel.

Die allgemein trübe Stimmung an den Finanzmärkten sorgte am Vormittag auch bei Rohstoffen teilweise für fallende Preise. So wurden am Morgen die Ölpreise durch die Risikoaversion der Anleger mit nach unten gezogen. Allerdings hielten sich auch die Verluste am Ölmarkt in Grenzen./jkr/bgf/jha/

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