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DAX, DOW, FGBL Turbulenzen an den Märkten – DAX, DOW, Bund-Future

07.02.2018, 07:08  |  2187   |   |   

 

Der DAX erreichte am 23. Januar 2018 ein Allzeithoch bei 13.596 Punkten. Im Zuge aufkeimender Zinssorgen, moderat steigenden Inflationsraten und robusten Konjunkturdaten sowohl im Euroraum als auch in den USA fiel das deutsche Börsenbarometer jedoch seit dem Allzeithoch deutlich und erreichte am Dienstag, dem 06. Februar 2018 in der Früh im vorbörslichen Handel gar ein Kursniveau unter 12.000 Punkten. Im Tief wurde der DAX im Bereich von 11.700 Punkten im außerbörslichen Handel taxiert.

Nicht ganz unerwartet

Chart-Daten: www.bsb-software.de

Der Absturz im DAX kam allerdings nicht gänzlich unerwartet. Denn das Allzeithoch wurde mit Ausbruch aus einem umgekehrten Dreieck erreicht, dem nachfolgend ein Rebreak in dieses Chartmuster erfolgte. Umgekehrte, inverse Dreiecke spiegeln jedoch die zunehmende Unsicherheit in einem Markt wider und gelten eher als Gipfelbildungen. Denn zunehmende Unsicherheit in einem Markt ist oftmals ein Vorbote für einen Stimmungsumschwung. Mit anschließend kräftigen Verlusten sowie einem Break der 200-Tagelinie zum Ende der vergangenen Woche in Verbindung mit einem Bruch eines langfristigen, seit Juni 2016 laufenden Aufwärtstrendkanals musste mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden. Ziel war hierbei die nach unten gespiegelte Schwankungsbreite des verlassenen Aufwärtstrendkanals und mithin ein Ziel von ca. 12.000 bis 11.800 Punkten. Überraschend ist jedoch durchaus die Schnelligkeit der Abwärtsbewegung zum Auftakt dieser Woche. Stopp-loss-Aufträge und automatisierte Verkaufsprogramme dürften allerdings als wesentlicher Grund für die Dynamik der Abwärtsbewegung herhalten.

Marktbereinigung?

Mit dem kräftigen Absturz im DAX und der damit verbundenen Abarbeitung der Abwärtskursziele könnte sich somit auch eine Marktbereinigung durchgesetzt haben. Ein zügiger Anstieg im DAX über ca. 12.900 Punkten per Wochenschlusskurs würde diese Annahme rechtfertigen mit der Chance auf weitere Zugewinne. Der kurze aber kräftige Kursverfall bei steigenden Umsätzen könnte dann den Boden für eine neuerliche Aufwärtsbewegung bilden. Denn die jüngsten Stimmungsindikatoren wiesen auf eine zunehmend negative Erwartungshaltung der Börsianer hin. Die Pessimisten könnten mit dem Kursverfall nun aus dem Markt geschüttelt worden sein. Eher kritisch ist allerdings der US-Leitindex DOW JONES aus charttechnischer Sicht zu beurteilen.

Chart-Daten: www.bsb-software.de

Die langfristige Aufwärtsbewegung in den vergangenen 15 Monaten seit November 2016 mit 13 weißen Monatskerzen und nur zwei schwarzen Monatskerzen bei 13 Monatshöchstkursen in dieser Abfolge gilt laut der japanischen Candlestick-Methodik als deutlich überkaufter Markt im Zustand der Euphorie, der sodann Ernüchterung und Depression folgt. Zudem erreichte der DOW JONES im Januar 2018 ein langfristiges Kursziel, die gespiegelte Schwankungsbreite eines Mitte 2017 nach oben verlassenen Aufwärtstrendkanals. Die jüngste lange weiße Januar-Monatskerze 2018 unterstreicht hierbei die Euphorie im Markt. Mit dem aktuellen Rückfall unter das Januar-Tief könnte nun die Phase der Ernüchterung eingeleitet worden sein, der weitere Kursrückgänge folgen. Vor allem ein Monatsschlusskurs unter dem Januar-Tief bei 24.741 Punkten würde dieses negative Szenario favorisieren mit nachfolgendem Rückfall in den langfristigen Aufwärtstrend. Dieses hätte wiederum zur Folge, dass die gesamte Aufwärtsbewegung seit November 2016 negiert werden würde und der DOW JONES in Richtung 18.000/17.000 Punkten zurückfällt.

Irrationale Veranstaltung

Börse ist und bleibt allerdings eine zutiefst irrationale Veranstaltung. Herdenverhalten (Trends werden fortgeschrieben) und irrationales Entscheidungsverhalten (Angst und Gier) könnten die jüngste Verkaufspanik veranlasst haben. So besteht noch Hoffnung, dass die jüngsten Abwärtsbewegungen im DAX und DOW lediglich den Charakter der Marktbereinigung aufweisen. Hierfür müsste der DOW JONES jedoch zügig im Februar 2018 die runde Marke von 25.000 Punkten per Monatsschlusskurs zurückerobern.

Bund-Future am Scheidepunkt

Ein weiteres Damokles-Schwert ist hingegen die Entwicklung der Zinsen. So bewegen sich die US-Futures auf die T-Bonds an wesentlichen Unterstützungsmarken und auch der Bund-Future testete in den vergangenen Handelstagen im adjustierten Endloskontrakt der Wochenkerzen eine langfristige Aufwärtstrendlinie. Fallen diese Unterstützungen und bricht der Bund-Future aus seinem langfristigen Aufwärtstrendkanal nach unten aus, generiert also neue Tiefs in der aktuellen Abwärtsbewegung, so besteht das Risiko eines Tests der 153 bis 152%. Eher negativ sind auch die Monatskerzen im adjustierten Bund-Future zu bewerten. Seit Mitte 2016 bildete der FGBL eine Range aus – ein Ausbruch aus dieser Range mit Break der 155% wäre entsprechend negativ. Kursziele bis ca. 148% wären sodann aus charttechnischen Aspekten der Monatskerzen ableitbar. Steigende Zinsen könnten somit eine Erholung an den Aktienmärkten bremsen als auch die jüngste Abwärtsbewegung sich weiter fortsetzen lassen.

Stefan Salomon

Chartanalyst www.candlestick.de

Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com sowie www.bsb-software.de

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