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EUR/USD-Analyse Treibt der starke EUR den Kurs?

Gastautor: Jens Chrzanowski
07.02.2018, 13:00  |  1219   |   |   

Die vergangene Woche war geprägt von den Abverkäufen insbesondere in den Aktienmärkten und Indizes, wie DJI30. Der EUR zeigte sich dagegen weiter stark. In der kommenden Woche stehen insbesondere wichtige Entscheidungen im politischen Bereich in Deutschland an. Die Parteibasis der SPD wird abstimmen über den Koalitionsvertrag mit der CDU. Da Deutschland ein treibender Wirtschaftsfaktor in der EU ist, kann die größere Auswirkungen auf die Stärke des EUR haben, im Hinblick auf mögliche Neuwahlen.



Nun aber zu unserer Technischen Analyse:

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Rückblick (31.01.2018 - 06.02.2018)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,2449 und damit über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Der EUR stieg am Mittwoch bis zum späten Nachmittag zunächst leicht an, kam aber nicht bis an die 1,2480 heran. Im späteren Handel stellte sich dann Rücksetzer ein, die den EUR dann am Donnerstag unter die 1,2400 führte. Er konnte sich am Morgen stabilisieren und dann deutlich und nachhaltig erholen. Er konnte sich bis zum Abend über die 1,2500 schieben, kam aber nicht ganz an das Hoch der Vorperiode heran. Diese Bewegung wurde dann am Freitag wieder ab verkauft. Der EUR setzte bis 1,2400 zurück, schaffte es aber bis zum Handelsschluss am Freitagabend zurück an die 1,2455. Zu Wochenbeginn ging es dann zunächst erst einmal abwärts. Der EUR setzte bis Dienstag früh an die 1,2350 zurück. Erst hier gelang eine deutlichere Erholung die bis in den Bereich der 1,2430/35 ging. Diese Bewegung wurde am Dienstagnachmittag aber wieder ab verkauft. Im späten Handel am Dienstag konnte sich der EUR allerdings wieder erholen.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt knapp unter dem Level der Vorperiode. Der EUR schaffte es zwar erneut über die 1,2500, kam aber nicht an die 1,2537 heran. Auf der Unterseite konnte er sich sowohl über der 1,2300 als auch über dem Tief des letzten Betrachtungszeitraums halten. Die Range lag erneut knapp über 200 Pips und damit in etwa auf dem Level der Vorwoche.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,2512/14 weiter bis an die 1,2524/25 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde jedoch nicht ganz erreicht. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,2330/28 knapp unter unser nächstes Anlaufziel bei 1,2317/15. Damit hat das Setup nicht optimal gegriffen.

  • Wochenhoch*: 1,2521 Vorwoche 1,2537
  • Wochentief*: 1,2313 Vorwoche 1,2302
  • Wochenschluss: 1,2455            
  • Wochen-Range*: 208 Pips Vorwoche 235 Pips



Wie könnte es weitergehen?

  • EUR/USD-WS: 1,2437....1,2506/27/42.....1,2664...1,2812...1,2954/83
  • EUR/USD-US: 1,2329.....1,2276....1,2198/37....1,2043/18.....1,1940

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden



Die wichtigen Marken auf Basis unseres Setups

  • Box-Bereich: 1,3039 bis 1,0504
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,2741 und 1,2139
  • Intraday-Marken: 1,2566 und 1,2323
  • Die Range: 1,3479 bis 0,9631



Ausblick für die kommenden fünf Handelstage:

Chartcheck:

Das übergeordnete Bild ist nach wie vor bullisch zu interpretieren. Der EUR hat allerdings unter die EMA20 im 4h Chart zurückgesetzt. Damit sind seine kurzfristigen Aufwärtsambitionen zunächst erst einmal eingeschränkt. Diese Linie verläuft aktuell bei 1,2420/25. Der EUR muss dieses Level also überschreiten und zwei grüne Kerzen über diesem Niveau ausbilden. Erst dann könnte er sich weiter erholen. Gelingt ihm dies aber nicht, so könnten zunächst weiter Abgaben anstehen, die bis zum Tief bei 1,2310 bzw. dann auch weiter bis 1,2250 gehen könnten. Sollte der EUR bis hier hin zurücksetzen, so bestehen hier die Chancen für eine Erholung. Rutscht er aber unter dieses Level, könnten weitere Rücksetzer bis an die 1,2090 anstehen.

Fazit: für den EUR ist in den nächsten Tagen die 1,2420 das entscheidende Level. Gelingt es ihm, sich darüber festzusetzen, so könnte er sich weiter erholen. Gelingt ihm dieser Move aber nicht, könnten sich weitere Rücksetzer anschließen. Diese haben das Potential die 1,2310, die 1,2250 bzw. auch die 1,2090 zu erreichen.

Rahmenbedingungen:

Trotz des Rücksetzers an den Aktienmärkten sind die Devisen vergleichsweise stabil geblieben. Hier hat sich keine größere Vola eingestellt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Fed die Zinsen im Zweifel schneller erhöhen könnte als von vielen erwartet. Ob es dann bei den angekündigten drei Zinsschritten 2018 bleibt muss abgewartet werden. Denkbar ist, dass es auch noch einen weiteren, vierten, Zinsschritt geben könnte. Die Fed könnte sich allerdings auch die Argumentation der EZB zu eigen machen und die Inflation anders auslegen, bzw. interpretieren könnte. Der neue Fed Chef würde mit einer zu aggressiven Zinspolitik wahrscheinlich das Wohlwollen der US Administration auf Spiel setzen, und das gleich im ersten Amtsjahr. Fakt ist jedoch, dass die Zinsschere zwischen den US Zinsen und den europäischen Zinsen weiter auseinandergehen wird.

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