DAX+0,65 % EUR/USD+0,06 % Gold-0,25 % Öl (Brent)0,00 %

Bundesbankchef Weidmann bekräftigt Forderung nach Ende der Anleihekäufe

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.02.2018, 09:50  |  383   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat seine Forderung nach einem baldigen Ende der EZB-Anleihekäufe bekräftigt. Sollte sich der wirtschaftliche Aufschwung wie erwartet fortsetzen, seien substanzielle zusätzliche Wertpapierkäufe über das aktuell angekündigte Volumen hinaus nicht erforderlich. Das sagte Weidmann am Donnerstag in Frankfurt.

Aktuell sichert die Europäische Zentralbank (EZB) zu, bis mindestens September Wertpapiere, vornehmlich Staatsanleihen, im Wert von monatlich 30 Milliarden Euro zu kaufen. Rechnerisch beträgt das Gesamtvolumen der im März 2015 gestarteten Käufe dann rund 2,5 Billionen Euro. EZB-Chef Mario Draghi hatte unlängst drei grundsätzliche Optionen für die Zeit nach September genannt: einen sofortigen Kaufstopp, ein schrittweises Auslaufen oder eine Kaufverlängerung.

Weidmann begründete seine Forderung mit der Erwartung langsam steigender Inflationsraten. Dafür spräche auch der jüngste Tarifabschluss in der deutschen Metall- und Elektroindustrie, der recht hohe Lohnsteigerungen vorsieht.

Außerdem deuteten Forschungsarbeiten darauf hin, dass die Auswirkungen von Wechselkursbewegungen auf die Inflation abgenommen hätten, sagte Weidmann. Normalerweise lautet die Annahme, dass die Aufwertung des Euro in den vergangenen Monaten über günstigere Importe das heimische Preisniveau dämpft. Das würde es der EZB zusätzlich erschweren, ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent zu erreichen.

Die Aufwertung des Euro dürfte auch den wirtschaftlichen Aufschwung nicht gefährden, sagte Weidmann. Vielmehr sei die Aufwertung zumindest teilweise eine Reaktion auf die besseren Wachstumsaussichten im Euroraum.

Durch den jüngsten Kurseinbruch an der US-Börse sollte man sich nicht beunruhigen lassen, sagte Weidmann. Die US-Aktien seien lange Zeit ohne eine merkliche Korrektur gestiegen. Das sei ungewöhnlich gewesen, weil die Kurse bereits hoch gewesen seien./bgf/jkr/jha/

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel