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Bitcoin: Bin ich etwa wirklich so blind?!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.02.2018, 10:38  |  567   |   |   

Wenn du hin und wieder meine Artikel liest, wirst du vielleicht wissen, dass ich wahrlich kein Freund von Kryptowährungen wie Bitcoin bin. Ich halte sie für sehr volatil, mit hohem Risiko und einer ständig drohenden, vernichtenden Crashgefahr – selbst auf dem aktuellen Kursniveau – verbunden. Das ist nichts für seriöse, langfristige Investoren, wenn du mich fragst.

Aber kürzlich habe ich eine durchaus prominente Aussage in Bezug auf Bitcoin gelesen, die mich zum nachdenken gebracht hat. Naja, zumindest kurzweilig. Schau selbst:

Sind alle Bitcoin-Kritiker beschränkt?

Dieser Vorwurf stammt letztlich von einem der prominentesten Bitcoin-Befürworter unseres Planeten, Tyler Winklevoss. Wie Der Aktionär berichtete, soll Winklevoss den Kritikern der Kryptowährung das Folgende entgegnet haben:

Die Kritik am Bitcoin ist ein Versagen der Vorstellungskraft. Kryptowährungen sind nicht wirklich wichtig für Transaktionen zwischen Menschen. Aber wenn Transaktionen zwischen Maschinen einen wirtschaftlichen Wert haben, werden sie Protokolle wie die von Bitcoin und Ethereum verwenden.

Interessant. Wie gesagt, ich habe kurz darüber nachgedacht, ob ich wirklich das Potenzial unterschätze. Doch dann kam mir wieder so manch klarer Gedanke in den Sinn.

Warum ich wohl doch nicht beschränkt bin

Nehmen wir diese Brandrede daher mal Schritt für Schritt auseinander. Bitcoin sind also nicht wirklich wichtig für Transaktionen zwischen Menschen? Wirklich imponierende Aussage, ist Bitcoin doch im Grunde als Protest gegen gängige Zahlungsmittel (von Banken) entstanden. Doch nun sollen sie für diesen ursprünglichen Zweck irrelevant sein. Was für ein überraschender Paradigmenwechsel.

Wenigstens kann ich hier drin das Zugeständnis erkennen, dass Bitcoin ungeeignet für die tagtägliche Zahlungsabwicklung ist. In den Sinn kommen mir in diesem Zusammenhang wieder die sieben maximalen Transaktionen pro Sekunde bei Bitcoin. Allein das macht diese Kryptowährung für jegliche menschliche Zahlungsabwicklung meiner Meinung nach unattraktiv. Lange Wartezeiten und hohe Gebühren waren zuletzt die Folge dieses Mankos.

Ich vermute daher mal, dass diese Unattraktivität aufgrund der technischen Abwicklungsprobleme bei Bitcoin ebenso für Transaktionen zwischen Maschinen gilt.

Apropos Maschinen. Vielleicht sollten wir daran denken, dass es mit IOTA mindestens eine Kryptowährung gibt, die sich speziell auf Zahlungen zwischen Maschinen spezialisiert hat. IOTA hat im Vergleich zu Bitcoin außerdem den Vorteil, dass es im Gegensatz zur Blockchain-Technologie über den neueren Tangle verfügt, der mehr Transaktionen je Sekunde schafft. Ob das nun das Nonplusultra ist? Schwer zu sagen. Ich kann es jedenfalls nicht absehen.

Wenn ich dem Winklevoss-Zwilling aber in einer Sache zustimmen müsste, dann wäre es, dass die Blockchain-Technologie (beziehungsweise der Tangle oder was auch immer noch kommen mag) durchaus eine Zukunft besitzen könnte. Vielleicht hätte er daher besser sagen sollen, dass Kritik an der zugrundeliegenden Technologie allgemein ein Versagen von Vorstellungskraft sein könnte, nicht aber die Kritik am Bitcoin selbst.

Dieser Aussage hätte ich dann sogar in gewisser Weise zustimmen können. Dass Winklevoss aber explizit Bitcoin erwähnt, hat für mich dann doch etwas Geschmäckle.

Was steckt hinter dem Vorstoß?

Das ist natürlich schwer zu sagen. Vielleicht ist es Bitcoin-Idealismus in Reinkultur. Vielleicht aber auch der (prominente) Versuch, Bitcoin nach den Kurskapriolen der letzten Wochen wieder in ein besseres Licht zu rücken. Denn immerhin horten die Winklevoss-Zwillinge seit geraumer Zeit wahre Bitcoin-Berge, die inzwischen deutlich weniger wert sind als noch vor einigen Wochen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Aber egal, was auch hinter diesem Vorstoß stecken mag. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Kryptowährungen zu spekulativ und momentan noch zu unvorhersehbar sind, als dass man wirklich seriös darin investieren kann. Wenn du anderer Meinung bist und möglicherweise ebenfalls von der Beschränktheit von uns Kleingeistern überzeugt bist, bitte schön. Aber sag nicht, wir hätten dich nicht mehr als einmal gewarnt.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien oder Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien oder Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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Kommentare

Es müssen halt noch sehr viele spendenwillige Fiatgeld-"Deppen" gefunden werden, welche das Winklevoss-Superduo von ungedeckten Binärtauschcodebesitzern zu steinreichen Fiatgeldmilliardären macht! ;-)

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