DAX-0,94 % EUR/USD-0,12 % Gold+0,37 % Öl (Brent)-2,05 %

Die Virtuelle Realität wird jetzt ganz groß, wovon diese deutschen Unternehmen profitieren

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.02.2018, 11:49  |  630   |   |   

Man kann heutzutage auf viele spannende Techniktrends setzen, von der Künstlichen Intelligenz über das Internet der Dinge bis hin zur Elektromobilität. Ein weiteres Thema, das jetzt ganz stark im Kommen ist, ist die Virtuelle und die Erweiterte Realität (kurz VR und AR). Die gibt es zwar schon seit Jahrzehnten, aber erst jetzt sind Technik und Inhalte soweit, dass der große Durchbruch am Massenmarkt erfolgen kann.

Geht es um börsennotierte Unternehmen, dann richtet sich der Blick meist nach Kalifornien oder Asien: Facebook (WKN:A1JWVX) und Samsung (WKN:881823) mit VR-Brillen, NVIDIA (WKN:918422) und AMD (WKN:863186) mit passenden Grafikchips sowie Activision Blizzard (WKN:A0Q4K4) mit 3D-Spielen.

Aber auch in Deutschland und Europa hat sich ein aktives Ecosystem entwickelt, das innovative Bausteine und Lösungen hervorbringt. Ich habe mich mal umgeschaut.

Spezielle Lösungen für Profis

Zahlreiche Start-ups, davon eine Handvoll aus Deutschland, beschäftigen sich aktuell damit, VR einem größeren Publikum zugänglich zu machen. So werden beispielsweise ganze Messestände virtuell erlebbar, einem Privatpiloten werden nützliche Gelände- und Wetterinformationen eingeblendet oder im Maschinenbau können die Entwürfe der Konstrukteure live gemeinsam begangen werden, noch bevor ein teurer Prototyp angefertigt wird.

Auf ähnliche Weise will Nemetschek (WKN:645290) die Kommunikation zwischen Planern und Bauherren verbessern, wenn es um die Gestaltung von Immobilien-Projekten geht. Auch der Konkurrent Mensch und Maschine Software (WKN:658080) verfolgt Ideen in dieser Richtung.

Die Engineering-Sparte von Linde (WKN:648300) und MAN Diesel & Turbo haben Lösungen entworfen, um komplexe Anlagen bzw. ganze Schiffe virtuell zu begutachten. Bei thyssenkrupp (WKN:750000) wurde eine nützliche AR-App für den Aufzugsservice entwickelt und die Merck KGaA (WKN:659990) simuliert ein komplettes Life-Science-Labor.

Das alles hat Potenzial. Denn statt der extrem teuren Profitechnik, die früher fast nur Highend-Anwender wie Airbus (WKN:938914) genutzt haben, genügt heute in vielen Fällen günstige Consumer-Hardware, wie sie beispielsweise auch von Zeiss geliefert wird. Die Anwendungen werden immer vielfältiger und leistungsstärker und auch der eher konservative Mittelstand interessiert sich vermehrt für das Thema.

Integrierte Industrie-Lösungen

Ganz vorne dabei sind auch diejenigen Unternehmen, welche Entwickler- und Konstruktionssoftware anbieten. Dazu gehört beispielsweise die ursprünglich dänische Unity Technologies, welche im Spielebereich zu den Pionieren zählt. Für die allgemeine industrielle 3D-Planung sind hingegen Siemens (WKN:723610) und Dassault Systèmes (WKN:901295) das Maß der Dinge.

Der Vorteil der Münchener ist, dass sie auch die passende Automatisierungstechnik und die nahtlose Integration mit 3D-Druckern anbieten können. Der so genannte Digitale Zwilling wird sowohl intern immer intensiver genutzt als auch bei vielen Kunden. Außerdem investiert die Venture-Capital-Tochter Next47 bevorzugt in Start-ups mit VR-Affinität. Auch das wird dem Konzern helfen, seine Position im VR-Umfeld weiter zu stärken.

Gewichtige Treiber des Trends sind daneben Ingenieursdienstleister wie EDAG (WKN:A143NB) mit ihrer spezialisierten Tochter FEYNSINN und Bertrandt (WKN:523280). Dort wurde naturgemäß bereits eine Menge Know-how aufgebaut, das in der täglichen Projektarbeit auch den Kunden zugutekommt.

Entscheidende Hardware-Bausteine

Auch deutsche Chip-Hersteller wie Infineon (WKN:623100) und Dialog Semiconductor (WKN:927200) könnten von einem jetzt einsetzenden VR-Boom profitieren. Sie haben zwar keine teuren Grafikchips in petto, aber beispielsweise hochintegrierte Lösungen rund um das Power Management, die Gestenerkennung, die LED-Steuerung und die Bluetooth-Vernetzung. Daneben steuert die Osram (WKN:LED400)-Tochter Opto Semiconductors unter anderem spezielle Infrarot-LEDs bei, die zur Live-Erfassung der Blickrichtung genutzt werden können.

Für das Displaymaterialien-Geschäft von Merck ist dieser Trend hingegen zweischneidig. Sollten Konsumenten künftig auf Großbildschirme in ihren Wohnzimmern verzichten und stattdessen auf hochauflösende Minidisplays vor den Augen setzen, dann könnte das zu Absatzprobleme führen. Aber die Darmstädter antizipieren diese Entwicklung schon seit einiger Zeit und entwickeln Gegenstrategien. Es wird wohl zukünftig optimierte Materialien geben, die mit besonders hohen Margen vertrieben werden.

Ich bin bald dabei – und du?

Bisher habe ich mich nicht wirklich für VR/AR begeistern können. Mit Pokémon auf dem Minidisplay durch die Stadt zu jagen oder abgeschirmt von der Welt Actionspiele zocken, das brauche ich nicht unbedingt. Außerdem waren die Brillen lange Zeit nicht sonderlich ergonomisch und zudem teuer. Aber jetzt, wo die Inhalte immer besser werden und klasse Ausrüstung erschwinglich wird, da springe ich sicherlich schon bald auf den Zug auf.

Der Nachrichtenkanal CNN baut seit einiger Zeit eine VR-Sparte auf und wirbt jetzt offensiv für die dreidimensional erlebbaren Reportagen. Das ist doch etwas für einen News-Junkie wie mich – und für Unternehmen, welche die besten Bausteine, Inhalte und Lösungen rund um AR/VR liefern können, eröffnet sich aller Voraussicht nach ein Megageschäft. Analysten gehen davon aus, dass schon in wenigen Jahren insgesamt zig Milliarden Euro Umsatz weltweit damit gemacht werden. Gerade wenn es um professionelle Lösungen geht, haben deutsche und europäische Unternehmen gute Chancen, ein schönes Stück vom Kuchen abzubekommen.

Seite 1 von 3

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel