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Twitter: Das Bot-Problem ist schlimmer als die Investoren denken

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.02.2018, 12:00  |  446   |   |   

Das letzte Januarwochenende war für Twitter (WKN:A1W6XZ) und seine Investoren ein ereignisreiches Wochenende. Am Freitag sprangen die Aktien des Unternehmens um fast 10 % aufgrund der Gerüchte, dass das chinesische Social-Media-Unternehmen Tencent an einem Kauf interessiert sei. Obwohl dies eine unbestätigte Geschichte von Citron Research ist, boten einige Investoren den Kurs hoch.

Die positive Presse von Twitter endete am nächsten Tag abrupt. Ein Bericht der New York Times berichtet über groß angelegten Social-Media-Betrug auf der Website. Der Bericht konzentrierte sich auf ein kleines PR-Unternehmen, Devumi, das mehr als 3,5 Millionen gefälschte, automatisierte Accounts (Bots) erstellt hat, die diese Accounts 200 Millionen mal an 200.000 Prominente, Newsmaker und andere Einflussnehmer verkauft haben, um ihre Followerzahlen aufzublasen.

Schlimmer noch, viele dieser Bots benutzten gestohlene Informationen von echten Konten, wie Bilder, Namen, persönliche Daten und Standortdaten, einschließlich einiger Daten von Minderjährigen.

Weiß Twitter, wie schlimm die Dinge stehen?

Laut dem Times-Artikel verkauft Devumi Follower zu einem relativ günstigen Preis von einem Penny pro Bot. Devumi stellt zwar auch Bots für Facebook zur Verfügung, aber Twitter’s Anonymität und fehlende Verifikation machen den Dienst zu einem leichteren Ziel. Laut dem Artikel gehen einige Schätzungen davon aus, dass 48 Millionen Nutzer oder 15 % der Plattform Bots sein könnten. Twitter konterte mit der Bemerkung, dass die Anzahl der Bots „weitaus geringer“ sei, bot aber keine Schätzung an.

Durch einen Sprecher teilte das Unternehmen der New York Times mit, dass es die Nutzer, die Bots gekauft haben, normalerweise nicht gesperrt habe, weil „es schwierig wäre, zu wissen, wer für einen bestimmten Kauf verantwortlich ist“. Die Times berichtete, dass Twitter es versäumt habe, zu sagen, ob eine Stichprobe von gefälschten Accounts gegen die Richtlinien des Unternehmens verstoßen würde.

Warum das schlecht für Twitter’s Werbekunden ist

Für ein Unternehmen, das auch so schon zu kämpfen hat, ist dieser Bericht auf vielen Ebenen problematisch. Erstens: Vergessen wir nicht, dass viele dieser Bots angeblich eine Identifikation benutzen, die von echten Menschen gestohlen wurde. Ein gestohlenes Bild, Heimatstadt oder Name kann nicht so schädlich für die Person sein wie eine Sozialversicherungs-oder Kreditkartennummer, aber deswegen ist die Sache noch lange nicht ok. Das größte Risiko besteht darin, dass die Werbetreibenden weiterhin von Twitter zu anderen digitalen Anbietern wie Facebook und Alphabet abwandern könnten, die sich einem Duopol im digitalen Werbemarkt nähern. Könnten wir den Werbetreibenden vorwerfen, dass sie von Twitter abziehen? Die Website hat im Wesentlichen Klickbetrug begünstigt und hilft damit Einflussnehmern (und sich selbst), ihre Gebühren künstlich zu erhöhen.

Laut The Times könnte ein Influencer mit 100.000 Anhängern durchschnittlich 2.000 US-Dollar mit einem Werbe-Tweet verdienen, während ein Influencer mit einer Million Anhängern 20.000 US-Dollar verdienen könnte. Bei einem Penny pro Follower würde eine Anfangsinvestition von 9.000 US-Dollar es den Meinungsbildnern ermöglichen, 18.000 US-Dollar mehr für Werbeanzeigen zu verlangen. Das ist Geld, das im Wesentlichen von Marken und schließlich von den Kunden ihrer Produkte gestohlen wird.

Warum das schlecht für die Investoren ist

Ein weiteres Thema ist die Beziehung von Twitter zu den Investoren. Zwar gibt es wichtige Unterschiede, aber es gibt bemerkenswerte Überschneidungen zwischen Twitter’s aktueller Zwangslage und dem Kontoeröffnungsskandal von Wells Fargo. Obwohl Aktienanlagen nach Gewinn und Wachstum bewertet werden, verwenden die Analysten und die Investoren unterstützende Kennzahlen, um die zukünftige Performance zu prognostizieren und zu bewerten. Für Wells Fargo war eine wichtige unterstützende Statistik die Anzahl der Konten pro Kunde, für Twitter ist die Anzahl der monatlich aktiven User (MAUs) eine solche wichtige Kennzahl.

Als Twitter gerade an die Börse gegangen war, war das Wachstum der monatlich aktiven Nutzer Teil der Investmentthese. Man nahm an, dass das Unternehmen aufgrund dieser Kennzahl in seine hohe Bewertung hinein wachsen würde, die damals schon das 58fache der Umsätze ausmachte. Dieses Wachstum ist nie eingetreten, da sich das MAU-Wachstum bis zum Stillstand verlangsamt hat; jetzt stellen die Investoren fest, dass viele dieser monatlich aktiven Nutzer Bots zu sein scheinen, was sicherlich die Investitionsthese verändert.

Warum es schlecht für die Demokratie aussieht

Es gab auch schon eine Anfrage vor dem Kongress wegen dem Einsatz von Bots durch Russland in einem Versuch, die Präsidentschaftswahl des Jahres 2016 zu beeinflussen. Twitter selbst bemerkte, dass russische Bots den Kandidaten Donald J. Trump in den letzten Wochen der Präsidentschaftskampagne 10-mal öfter empfohlen hatten als Hillary Clinton.

Der Times-Artikel deckt sich mit der Untersuchung der Bundesregierung, indem er zeigt, wie einfach es ist, Bots dazu zu bringen, Nachrichten zu retweeten, um sie zu verstärken. Twitter hat einen überdimensionalen Effekt auf die Nachrichtenzyklen, da Journalisten und Nachrichtenmagazine Likes und Retweets als einen Ersatzwert für Popularität verwenden.

Wenn der Bericht von Citron richtig ist und Tencent ein potenzieller Käufer ist, könnte es für das Unternehmen schwierig sein, sich an ein Unternehmen aus einem fremden Land zu verkaufen – eines, das manchmal als feindselig angesehen wird, und eines, bei dem die Regierung sich oft in Angelegenheiten der Industrie einmischt.

Am ersten Handelstag nachdem der Artikel der New York Times erschienen war, stieg die Twitter-Aktie um fast 4 %, da die Anleger ihre Implikationen zu ignorieren schienen.

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