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DAX-Chartanalyse: DAX im Sog der Wall Street unter Druck

DAX-Chartanalyse DAX im Sog der Wall Street unter Druck

Gastautor: Andreas Mueller
11.02.2018, 12:31  |  8727   |   |   

Die Volatilität ist zurück und verlangt den Anlegern starke Nerven ab. Soll man hier nun sein Depot räumen oder freudig zu billigeren Kursen zukaufen? Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, wohl aber die Frage nach spanenden Marken für den kurzfristigen Handel.

Die Resignation im DAX setzte sich vom Februarstart aus betrachtet nun deutlich fort. Gleich am Montag erreichten wir eine wesentliche Unterstützung und brachen diese nachbörslich. Als Auslöser fungierte die Wall Street mit teilweise panikartigen Kursverwerfungen. Was steckte dahinter und wie ist dies im Chartbild des DAX zu bewerten? Folgende Chartanalyse soll Ihnen Anhaltspunkte und Orientierungen für die kommende Handelswoche geben. Dabei bin ich natürlich auch kein "Hellseher", beziehe mich jedoch objektiv auf die zur Verfügung stehenden Daten.

 

Mit dieser Entwicklung hatten wir zu kämpfen

 

Von dem Ende des jahrelangen Bullenmarktes zu reden, ist sicherlich verfrüht. Auch kursieren Worte wie "Schwarzer Montag" in den Medien. Erinnerungen an 1987 wurden wach, sind aber meines Erachtens nicht direkt vergleichbar. Ob aus Bewertungssicht oder aus Sicht der Gewinne der großen Unternehmen - es wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wurde.

 

Doch nacheinander: Wir starteten in der letzten Wochenanalyse schon mit der Unsicherheit, wie der Februar nach den anfänglichen Kurskapriolen fortgesetzt werden könnte. Immerhin brach die 13.000er Marke ohne große Gegenwehr der Bullen. Eine mögliche nächste Unterstützung skizzierte ich in der Vorwoche in dieser Analyse (Rückblick) mit dieser Beschreibung:

Zitat: Würde der DAX am Montag auf Basis XETRA unter 12.750 fallen, stärkt es diese Sichtweise. Daraus abgeleitet wären noch tiefere Kurse nicht nur denkbar, sondern sehr realistisch.

Im XETRA-Handel erreichte der DAX genau diese Unterstützung mit 12.622 Punkten. Nachbörslich löste der Kursrutsch an der Wall Street natürlich diese Unterstützung erst einmal auf. Denn dort kam es zum größten Punktverlust innerhalb eines Handelstages. Sämtliche Gewinne aus dem aktuellen Jahr wurden ausradiert. Die Redaktion von wallstreet-online berichtete darüber HIER. Dabei sprang die Volatilität sprang massiv an und 1.000 Punkte binnen Minuten mit entsprechender Gegenbewegung waren sichtbar. Getrieben von Umschichtungen am Anleihemarkt und Absicherungsgeschäften im Future fand diese Bewegung fast schon zu "linear" statt. Während dieser Momente schrieb ich folgenden Foren-Beitrag:

Die Emotionen schlugen Purzelbäume unter den Daytradern. Teilweise massive Verluste standen bei bekannten und geschätzten Nutzern auf der Kontoübersicht, aber auch starke Gewinne waren zu beklatschen. Hierbei möchte ich niemanden in den Vordergrund stellen, da Sie dies sicherlich auch selbst noch einmal nachlesen können bzw. zeitnah mitverfolgt haben.

Der Abverkauf ging in der Nacht erst einmal weiter und spannte sich über die asiatischen Märkte auch wieder nach Europa. Dort standen die ersten Indikationen im DAX bei rund 12.000 Punkten. Im Vergleich dazu war die XETRA-Eröffnung bei 12.232 Punkten fast schon ein Geschenk und sollte das Tagestief vom Dienstag bleiben. Denn hier startete die Gegenbewegung bis zur 12.550 im Hoch und damit nah an die skizzierte (aber gebrochene) Unterstützungszone heran. Sie setzte sich am Mittwoch noch einmal in der Spitze bis zur 12.650er-Marke fort. In der Nachbetrachtung war dies somit ein Pullback an die gebrochene Unterstützung.

Mehr Erholung fand nicht statt. Am Donnerstag fiel der DAX erneut zurück und unterbot sogar leicht das Eröffnungsniveau auf XETRA vom Montag. Es war der prozentual betrachtet schwächste Tag der Woche mit einem Abschlag von 2,6 Prozent. Dem folgten zum Wochenausklang weitere Verluste. Sie summierten sich am Ende auf ein Minus von mehr als 5 Prozent und radierten damit nicht nur den Januargewinn komplett aus, sondern näherten sich auch fast punktgenau der runden Marke von 12.000 Punkten. Das Tief lag bei 12.003 genau.

 

Ausblick auf die neue Handelswoche

 

Die Korrektur ab dem Allzeithoch betrug nun etwas mehr als 10 Prozent und ist im langfristigen Rahmen betrachtet gesund. Einige Formulierungen, wie das Wort "Crash", sind hierbei eher auf die Geschwindigkeit der zwischenzeitlichen Verkäufe anwendbar, aber nicht auf die gesamte Kursentwicklung der Aktienindizes. Denn auch wenn es im Dow Jones der größte Kursverlust in Punkten war, so relativiert sich dies natürlich immer wieder mit Betrachtung des Kurslevels. Bei einem Stand von 10.000 Punkten sind 1.000 Punkte sicherlich prozentual viel höher zu bewerten als bei einem Kurslevel von 26.000 Punkten. Soweit zur Mathematik hinter den Statistiken :-)

 

Wenn man das vorherige Chartbild bis zum Wochenausklang fortsetzt, ist die Dominanz der Abwärtsbewegung nicht zu verkennen. Sie nahm nach der ersten gezeigten Gegenbewegung noch einmal zu:

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