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Erfolgsfaktoren für marktschlagende Renditen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.02.2018, 10:00  |  198   |   |   

Wann hattest du das letzte Mal ein richtig gutes Börsenbuch in der Hand? Gefühlt würde ich behaupten, dass es eher mehr mittelmäßige als wirklich gute Bücher über das Investieren gibt.

A Random Walk Down Wallstreet von Burton G. Malkiel gehört meiner Meinung nach dabei zu den Besten. Und das, obwohl Malkiel mit Stock-Pickern, wie wir es bei The Motley Fool sind, ziemlich hart ins Gericht geht.

Dennoch gibt es viele Punkte, bei denen man Malkiel ohne Wenn und Aber recht geben muss. Ganz besonders gefällt mir dabei die Einfachheit, mit der er beschreibt, welche Faktoren marktschlagende Renditen bringen; dazu später mehr. Zunächst wollen wir uns der Frage widmen, warum kostengünstige Indexfonds gut sind, das Investieren in Einzelaktien aber deutlich mehr Spaß machen kann.

Indexfonds sind gut, Stock-Picking kann mehr Spaß machen

Kostengünstige Indexfonds sind eine hervorragende Investitionsmöglichkeit. Insbesondere dann, wenn man in regelmäßigen Abständen gleichbleibende Beträge investiert und das investierte Kapital für mehrere Jahre nicht anrührt. Noch besser ist, dass ein derartiges Vorgehen sehr wenig Zeitaufwand benötigt. Hat man einmal einen oder auch mehrere Indexfonds ausgewählt und einen Dauerauftrag eingerichtet, läuft alles auf Autopilot.

Das Investieren in Einzelaktien bedeutet im Vergleich dazu deutlich mehr Arbeit. Denn dabei solltest du nicht nur ein Unternehmen auswählen und regelmäßig darin investieren, sondern mindestens 15 unterschiedliche. Und natürlich solltest du dich über diese 15 Unternehmen laufend informieren. Wenn du dich dafür interessierst, dann macht es aber Spaß, die neuesten Entwicklungen zu verfolgen. Wenn du das Ganze in einer Foolishen Investoren-Gemeinschaft wie bei The Motley Fool machst, erhöht sich der Spaßfaktor noch weiter.

Beim Stock-Picking hast du aber natürlich das Risiko, genau auf die Unternehmen zu setzen, die verlieren und schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Du hast aber auch die Chance, genau auf die Unternehmen zu setzen, die gewinnen und besser abschneiden als der Gesamtmarkt.

An dieser Stelle kommen nun die drei Erfolgsfaktoren, die nach Malkiel die Entwicklung des Börsenkurses eines Unternehmens beeinflussen – und somit auch deine Rendite sowie letztlich deinen Spaßfaktor.

Erfolgsfaktor Nr. 1: Die anfängliche Dividendenrendite

Dividiert man die Dividende pro Aktie durch den Kaufkurs, so erhält man die Dividendenrendite. Schüttet das Unternehmen jährlich den gleichbleibenden Betrag aus, ist die Dividendenrendite ungeachtet der Kursentwicklung deine Rendite auf das von dir investierte Kapital.

Aber Achtung, die Dividende bleibt in den seltensten Fällen konstant. Fallen die Gewinne in der Zukunft niedriger aus, sinkt in der Regel auch die Dividendenzahlung. Bei steigenden Gewinnen wächst oftmals auch die Ausschüttung.

Das bringt mich zu Erfolgsfaktor Nr. 2.

Erfolgsfaktor Nr. 2: Das Gewinnwachstum

Der Unternehmensgewinn ist das, was unterm Strich von den Umsätzen übrigbleibt, nachdem alle Kosten berücksichtigt wurden. Dieser wird entweder als Dividende an die Eigentümer ausgeschüttet oder verbleibt im Unternehmen und erhöht das Eigenkapital des Unternehmens.

Noch viel wichtiger ist aber, dass Aktien an der Börse vom Markt oft mit einem bestimmten Vielfachen des Gewinns bewertet werden, dem sogenannten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Steigen die Gewinne und ist der Markt bereit, noch immer ein KGV in derselben Höhe zu bezahlen, steigt auch der Aktienkurs.

Der Aktienmarkt sind übrigens milliardenschwere Pensionsfonds, Staranleger wie Warren Buffett oder George Soros, Daytrader, Pensionäre, Glücksritter, Foolishe Investoren wie du und ich sowie jeder andere, der Aktien kauft oder verkauft.

Natürlich ist nicht nur der Unternehmensgewinn Schwankungen unterworfen, sondern auch das KGV, welches der Markt bereit ist für ein Unternehmen zu bezahlen.

Die Veränderung des KGVs ist daher Erfolgsfaktor Nr. 3.

Erfolgsfaktor Nr. 3: Die Veränderung des Kurs-Gewinn-Verhältnis

Die Gewinne eines Unternehmens werden meist in Quartalen oder im Zeitraum von einem Jahr gemessen. Der Aktienmarkt bewertet das angemessene KGV aber jede Sekunde aufs Neue. Mit jeder Transaktion wird das Wie-Viel-Fache des Unternehmensgewinns bewertet, das der Käufer bezahlen möchte und für das ein Verkäufer bereit ist, seine Anteile abzugeben. Natürlich, manchmal liegen Kauf- oder Verkaufsentscheidungen auch ganz andere Überlegungen zugrunde.

Das angemessene KGV ist von vielen Faktoren abhängig. Je höher beispielsweise die Zinsen für Alternativanlagen sind, desto weniger Anreize gibt es in riskantere Aktien zu investieren und desto geringer ist das angemessene KGV.

Auch das Ergebniswachstum spielt eine Rolle. Je höher das erwartete Wachstum, desto höhere KGVs wird der Markt für ein Unternehmen bezahlen wollen. Je niedriger die Wachstumsaussichten, desto geringer das KGV.

Einen viel größeren Einfluss auf das KGV haben aber die Launen des Marktes. Strotzt der Markt vor Optimismus, steigen die KGVs in undenkbare Höhen. Ist die Marktstimmung zu Tode betrübt, rauschen die KGVs in den Keller. Genau solche Übertreibungen sind die Gründe für Börsen-Booms und Börsen-Crashs.

Aber was bedeutet das für Stock-Picker

Als Stock-Picker kann man sich darauf konzentrieren, Aktien zu finden, bei denen der Markt überpessimistisch ist und diese mit einem zu niedrigen KGV bewertet. Steigt der Optimismus des Marktes für dieses Unternehmen wieder, steigt das angemessene KGV und in Folge dessen der Aktienkurs.

Ganz ohne Gewinnwachstum und Dividenden lassen sich so marktschlagende Renditen erzielen. Dieses Kurswachstum ist aber begrenzt und kann sich auch wieder umkehren, wenn die Pessimisten wieder die Oberhand gewinnen und das KGV und der Aktienkurs nach unten rauschen.

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