DAX+1,32 % EUR/USD-0,01 % Gold+0,13 % Öl (Brent)+0,20 %
Aktien Frankfurt: Dax unternimmt Erholungsversuch nach Talfahrt
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Dax unternimmt Erholungsversuch nach Talfahrt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
12.02.2018, 15:08  |  932   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erholung an der Wall Street hat auch den Dax am Montag angetrieben. Der deutsche Leitindex gewann am Nachmittag 1,72 Prozent auf 12 316,15 Punkte.

Am Freitag hatte der Dax mehr als 1 Prozent verloren und die zweite Woche in Folge mit herben Kursabschlägen beendet. Er sank dabei auf den niedrigsten Stand seit Anfang September. Von seinem Rekordhoch im Januar aus hat er bis zu knapp 11 Prozent eingebüßt. Hintergrund ist die Sorge vieler Anleger vor einem schneller als gedachten Zinsanstieg in den USA - das würde Aktien gegenüber Anleihen weniger attraktiv machen.

Doch zu Wochenbeginn half die Entwicklung am US-Aktienmarkt dem Dax wieder auf die Beine. In New York hatten die Kurse am Freitag nach einem abermaligen Ausverkauf nach oben gedreht und dürften sich am Montag weiter erholen. Auch an Asiens Börsen war es zu Wochenbeginn aufwärts gegangen.

Ob die Aktienmärkte kurzfristig das Schlimmste hinter sich haben oder nur eine Zwischenerholung vor einem - laut Marktstrategen nicht ungewöhnlichen - zweiten Rutsch vollziehen, bleibt allerdings offen. Ein Ende der Schwächephase jedenfalls würde sich erst über etwa 12 750 Dax-Punkten andeuten, erklärte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar.

Derweil erwartet Markstratege Tilmann Galler von der US-Bank JPMorgan mit Blick auf die richtungsweisende Wall Street "in den kommenden Wochen, dass fundamental orientierte Investoren verstärkt an die Märkte zurückkehren und die günstigeren Kurse zum Kauf nutzen". Denn fundamental habe es "keine dramatischen Veränderungen in der Datenlage gegeben, die eine Korrektur unserer positiven Einschätzung für Aktien notwendig machen".

Auch die anderen deutschen Indizes zeigten sich zum Wochenstart sichtlich erholt: Der MDax , in dem sich die mittelgroßen börsennotierten Unternehmen versammeln, stieg um 0,90 Prozent auf 25 255,93 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 2,09 Prozent auf 2492,36 Zähler vorrückte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,52 Prozent auf 3376,42 Punkte zu.

Angesichts der jüngsten Diskussionen über die Zinsen achten Investoren in der neuen Woche ganz genau auf Signale zur Inflationsentwicklung. So stehen in den kommenden Tagen Verbraucherpreisdaten aus Großbritannien, den USA sowie Deutschland auf der Agenda.

Zu Wochenbeginn kamen die kursbewegenden Unternehmensnachrichten aus der zweiten und dritten Börsenreihe. Bei Carl Zeiss Meditec reichte es nach der Zahlenvorlage für ein Kursplus von 0,53 Prozent - damit zählten die Aktien des Medizintechnik-Konzerns zu den schwächsten im TecDax. Die Thüringer hätten im ersten Geschäftsquartal 2017/18 die Markterwartungen insgesamt knapp verfehlt, monierte ein Börsenhändler. Dagegen sprangen die Anteilsscheine des IT-Dienstleisters Cancom nach überraschend guten Eckdaten für 2017 um 5,75 Porzent hoch.

Südzucker-Papiere rutschten mit einem Minus von 4,19 Prozent auf 14,64 Euro ans MDax-Ende und waren damit so günstig wie zuletzt im April 2016. Sie litten darunter, dass der Zuckerproduzent nach dem Auslaufen der EU-Zuckermarktverordnung im Herbst 2017 erst einmal mit schweren Zeiten rechnet.

Beim angeschlagenen Möbelkonzern Steinhoff sorgte die Mitteilung, dass der ehemaligen Aufsichtsratschef Christo Wiese seine Beteiligung deutlich reduziert hatte, für Kursverluste von 2,48 Prozent. Wiese trennte sich allerdings nicht freiwillig von den Papiere, wie er in einem Telefoninterview der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte. Sie hingen mit Krediten zusammen, für die die Papiere als Sicherheiten hinterlegt worden seien.

Ebenfalls unter Druck standen die Aktien von MTU und Airbus : Sie verloren wegen des möglichen neuen Ärgers bei Airbus' Mittelstrecken-Jet A320neo 1,61 beziehungsweise 1,02 Prozent. Schuld sind laut dem Flugzeughersteller erneute Probleme mit den Getriebefan-Triebwerken des US-Herstellers Pratt & Whitney, an denen auch MTU mitarbeitet.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel