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ETF Höhenflug im Januar – Absturz im Februar

Gastautor: Thomas Gräf
12.02.2018, 16:29  |  381   |   |   

Exchange Traded Funds haben im Januar soviel Geld eingesammelt wie noch nie in einem Monat zuvor. Die Mittelzuflüsse sind breit verteilt über den gesamten Globus verzeichnet worden.

Laut einer Statistik der Bank of America Merril Lynch (BofAML) flossen im vergangenen Monat mehr als 100 Milliarden US$ in börsennotierte Fonds. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2017 investierten Anleger insgesamt 633 Milliarden US$ in diese Anlageform. Damit liegt der Januar-Zufluss um fast 100 Prozent über dem Monatsdurchschnitt. Besonders gefragt waren ETFs, die auf US-amerikanische Aktien setzen: In diese wurden 36 Milliarden US$ investiert – mehr als ein Drittel des gesamten Mittelzufluss. Nach wie vor sorgt die Freude über die Steuerreform in den USA für anhaltende Nachfrage nach amerikanischen Dividendenwerten.  

Wie das schweizerische Nachrichtenportal AWP berichtete, standen daneben auch Fonds, die in asiatische Aktien investieren, auf dem Einkaufszettel der Investoren: Mit 12 Milliarden US$ entfiel mehr als ein Zehntel der Investitionen auf japanische Aktien-ETF. Japan kann in den Augen der Investoren mit einer nach wie vor lockeren Geldpolitik und attraktiven Unternehmensbewertungen punkten. Produkte mit dem Schwerpunkt Schwellenländer konnten im Januar rund 11 Milliarden US$ vereinnahmen.

Nachfrage nach TIPS wächst

Die Angst vor Inflation treibt die Nachfrage nach inflationsgeschützten Anleihen, sogenannten TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities), berichtet BofAML. Deren Verzinsung ist an einen Inflationsindex gebunden. Fonds, die in diese Papiere investieren, konnten in den letzten drei Wochen des Januar zwischen 1,0 bis 1,7 Milliarden US$ einnehmen, so die Bank.

Der Februar beginnt dramatisch

Die Kurseinbrüche der vergangenen Woche haben allerdings eine tiefe Delle die Statistik der Fondsanbieter geschlagen. Wie das Branchenorgan ETF.com berichtet, wurden in der vergangenen Woche alleine aus in den USA notierten ETF-Produkten rund 22 Milliarden US$ wieder abgezogen. Besonders gebeutelt hat es dabei den Standard & Poor's Depositary Receipts, kurz SPY genannt, das alte Schlachtschiff unter den Exchange Traded Funds: Aus ihm zogen Anleger mehr als 17 Milliarden US$ ab, fast sechs Prozent des Fondsvolumens. Trauriger Rekord, doch von der Abwicklung bedroht ist das Produkt bislang noch nicht: Das Volumen des SPY liegt derzeit bei rund 275 Milliarden US$.

Preis des SPY (in US$)

(TG)

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