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Warren Buffetts Gedankenspiele für eine Korrektur an der Börse

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.02.2018, 17:00  |  2419   |   |   

Der S&P 500 verlor, ausgehend von seinen Höchstständen, mehr als 10 % an Wert. Wahrscheinlich hat kein Investor seinen Job bei einem Börsencrash und bei Marktkorrekturen so gut gemacht, wie Warren Buffett. Lass uns also einmal ganz genau hinschauen, wie er es gemacht hat und was wir von seiner Erfahrung lernen können.

Hier sind die besten Buffett-Weisheiten zur Finanzkrise 2008 und 2009 aus den Briefen an die Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2)-Aktionäre, sowie einige seiner aktuellen Aussagen. Sie sollen dir helfen, Marktkorrekturen so zu sehen, wie sie sind, und sie letztlich zu deinem Vorteil umzumünzen.

Korrekturen sind normal und unvorhersehbar

In den letzten Jahren ist der Aktienmarkt im Wesentlichen geradewegs nach oben gegangen. Dies gilt insbesondere für die Zeit seit der Wahl 2016. Infolgedessen sind viele Anleger einfach nicht an große Kurseinbrüche gewöhnt. Da zudem wichtige Marktindizes wie der Dow Jones Industrial Average deutlich höher sind als bei früheren Korrekturen, wirken die numerischen Punktabzüge noch erschreckender.

Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Korrekturen nicht nur unvermeidlich und unvorhersehbar sind, sondern dass sie Teil eines normalen Marktes sind. Buffett schrieb in seinem jüngsten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway: „Die kommenden Jahre werden gelegentlich große Marktrückgänge auslösen – sogar Panik – die praktisch alle Aktien betreffen werden. Niemand kann Ihnen sagen, wann diese Momente eintreten werden.“

Eine Korrektur ist wie ein Schlussverkauf an der Börse

Im Jahr 2008 schien das US-Finanzsystem am Rande des Zusammenbruchs zu stehen, und nur wenige Aktien waren dagegen immun. Und obwohl sich Berkshire etwas besser als der Gesamtmarkt entwickelt hat, war der Kurs mit einem Minus von mehr als 30 % im Jahresverlauf ebenfalls davon betroffen. Darüber hinaus ist der Buchwert von Berkshire im Laufe des Jahres 2008 zum zweiten Mal in der Amtszeit von Buffett gesunken.

Ein großer Teil des Buchwertrückgangs ist auf die schlechte Performance des massiven Aktienportfolios zurückzuführen. In seinem Brief an die Aktionäre, in dem er die Performance von Berkshire im Jahr 2008 erläuterte, ging Buffett auf den Rückgang der Aktien und Anleihen von Berkshire ein:

“Das stört Charlie [Munger] und mich nicht. Tatsächlich genießen wir solche Preisrückgänge, da wir über Mittel verfügen, um unsere Positionen zu verbessern. Vor langer Zeit hat Ben Graham mir beigebracht, dass der Preis das ist, was man zahlt, der Wert das ist, was man bekommt. Egal, ob es sich um Socken oder Aktien handelt, ich kaufe gerne Qualitätsware, wenn sie billig ist.”

Folge nicht der Menge

In Buffetts Brief von 2008 schrieb er außerdem: „Hüte dich vor der Investitionstätigkeit, die Applaus hervorruft; meisterhafte Schachzüge werden üblicherweise von Gähnen begleitet.” Im nächsten Jahr, in seinem Brief 2009, schrieb Buffett den Investoren:

“Es war eine ideale Zeit für Anleger: Ein Klima der Angst ist der beste Freund für Investoren. Diejenigen, die nur investieren, wenn die Analysten optimistisch sind, zahlen am Ende einen hohen Preis dafür.”

Es ist eine bekannte Tatsache, dass der durchschnittliche Aktieninvestor die Durchschnittsergebnisse des Marktes im Laufe der Zeit nicht erreichen wird. Der Hauptgrund:  Kaufen und Verkaufen, viel zu oft und in der Regel zu den falschen Zeiten. Wenn die Leute beobachten, wie jeder andere am Aktienmarkt Geld verdient, werfen sie jeden übrigen Dollar rein. Und wenn der Markt fällt, geraten sie in Panik und verkaufen sofort wieder, “solange sie noch können”.

Kurz gesagt, das Konzept „buy low, sell high“ ist allen bekannt, aber viele Anleger machen genau das Gegenteil.

Den Markt zu timen, ist ein verlorener Kampf, aber es gibt einige gute Richtlinien, die dir auch auf lange Sicht helfen sollen. Wenn Aktien sich nicht viel  bewegen und niemand Angst vor einem Marktrückgang zu haben scheint, dann ist es an der Zeit, vorsichtig und konservativ zu agieren. Auf der anderen Seite, wenn die Märkte fallen, die Volatilität steigt und die Menschen in Panik geraten, ist der richtige Zeitpunkt, sich nach Schnäppchen umzuschauen. Wie Buffett sagt: „Die weit verbreitete Angst ist der Freund der Investoren, weil sie Schnäppchenkäufe begünstigt.“

Die Lektion: Folge nicht der Menge und lass dich nicht von der Panik anstecken – betrachte eine Korrektur als Chance und nicht als katastrophales Ereignis.

Versetze dich in eine starke Position, um Kapital  daraus zu schlagen.

In seinem Brief von 2009 sagte Buffett:

„Too-big-to-fail“ ist keine Option bei Berkshire. Stattdessen werden wir unsere Angelegenheiten stets so gestalten, dass der Bedarf an Geld, den wir möglicherweise haben, durch unsere eigene Liquidität gedeckt wird.“

Buffett wies weiter darauf hin, dass Berkshire während der Finanzkrise als Käufer auftrat. Während die meisten anderen Unternehmen in Panik gerieten, schloss Berkshire Geschäfte ab und lieferte Kapital an Unternehmen, die sich in Schwierigkeiten befanden.

Zu jedem beliebigen Zeitpunkt hält Berkshire mindestens 20 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln. Derzeit sind es weit über 100 Milliarden US-Dollar. Dies sorgt für die nötige finanzielle Flexibilität, um günstige Gelegenheiten nutzen zu können. So konnte Berkshire beispielsweise im September 2008 5 Milliarden US-Dollar in Goldman Sachs investieren – ein Schritt, der Milliardengewinne generierte. Wie Buffett Anfang 2010 sagte: „Wir haben im Chaos der letzten zwei Jahre viel Geld investiert und für uns arbeiten lassen.“

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