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China umwirbt westliche Vermögensverwalter

Gastautor: Thomas Gräf
13.02.2018, 16:11  |  689   |   |   

In Lujiazui, dem Finanzdistrikt von Shanghai, soll ein Zentrum für internationale Vermögensverwalter entstehen. Die Global Asset Management Association of Lujiazui (GAMAL) wird wohl noch in der ersten Jahreshälfte ihre Arbeit aufnehmen.

 

In der vergangenen Woche fanden sich mehr als 60 internationale Vermögensverwalter, darunter BlackRock, Fidelity International und J.P. Morgan, zu einem vorbereitenden Treffen in der chinesischen Metropole ein. Laut einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua soll den Vermögensverwaltern eine Plattform geboten werden, sich in China einzurichten und sich mit den dortigen Marktgegebenheiten vertraut zu machen. Schon heute haben laut Xinhua neun der zehn führenden Asset Manager aus dem Westen eine Niederlassung in Shanghai.

 Bis 2030 wird China voraussichtlich der weltweit zweitgrößte Markt für Asset-Management sein. Wurden dort im vergangen Jahr Vermögen im Wert von 3,2 Billionen US$ verwaltet, so könnte diese Summe bis 2030 auf mehr als 17 Billionen US$ anwachsen, schätzt die Deloitte-Tochter Casey Quirk in einem aktuellen Report.

Wie wichtig China für westliche Vermögensverwalter ist, zeigen die zahlreichen Aktivitäten der Asset Manager. So hat J.P. Morgan bereits 2016 ein “Wholly foreign-owned enterprise” (WFOE) in der Freihandelszone von Shanghai ins Leben gerufen – mit der ersten Lizenz eines ausländischen Unternehmens für Asset-Management in China.

Mit dieser Lizenz kann ein WFOE sowohl Aktien- als auch Bond- und Multi-Asset-Produkte an institutionelle und private Investoren in China verkaufen. Bis 2016 mussten sich Unternehmen aus dem Westen mit dem Minderheitsanteil an einem chinesischen Joint-Venture bescheiden. Eine WFOE-Lizenz besitzen mittlerweile auch BlackRock, Aberdeen Standard, Neuberger Berman, Invesco, die Man Group, UBS Asset Management sowie Schroders.

Einige Anbieter haben bereits eigene Produkte speziell für den chinesischen Markt geschneidert. So hat Fidelity allein in diesem Jahr schon drei Fonds in China aus der Taufe gehoben, darunter einen Aktienfonds und drei Bond-Vehikel.

Die Öffnung des Kapitalmarkts führt auch dazu, dass ab Juni chinesische A-Aktien in die MSCI-Indizes aufgenommen werden können, was laut Gao Ting, dem Chef der China Abteilung bei UBS Equity Research, die Bedeutung des chinesischen Aktienmarkts in den Augen heimischer als auch für ausländischer investoren wachsen lässt.

Mit dem neuen Standort in Shanghai hoffen westlichen Unternehmen nun auch auf die Chance, eines Tages einen öffentliche Pensionsfonds in China managen zu dürfen, erklärt Chen Ting, General Manager bei BlackRock. Und natürlich ist das zu erwartende Neugeschäft vor dem Hintergrund schwindender Margen und wachsender Regulierung auf den heimischen Märkten höchst willkommen.

 

Assets under Management in China

Grafik: Casey Quirk

 

(TG)

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