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Armes reiches Amerika: Das Weiße Haus will Lebensmittelboxen einführen

14.02.2018, 09:17  |  6197   |   |   

Die Gegensätze könnten nicht größer sein, denn während Millionen an der Börse verzockt werden, sind viel Amerikaner auf Lebensmittelmarken in Form spezieller Kreditkarten angewiesen. Diese will die Trump-Regierung durch Lebensmittelboxen ersetzen, um so 129 Milliarden Dollar einzusparen. 

Es wird davon ausgegangen, dass 81 Prozent der bereits am Supplemental Nutrition Assistance Program (Programm für Nahrungsmittel-Unterstützung) teilnehmenden Personen zu den Empfängern der Boxen gehören werden. Insgesamt beziehen mehr als 16 Millionen amerikanische Haushalte Lebensmittelhilfe über spezielle Kreditkarten, um Lebensmittel einzukaufen, so CNBC. Zukünftig könnten die Bedürftigen eine Lebensmittelbox vom Staat erhalten. Die Empfänger sollen Amerikaner mit niedrigem Einkommen und die sein, die bereits Lebensmittel im Wert von mehr als 90 Dollar pro Monat erhalten. Bislang konnten die Bezugsberechtigten wählen, wofür sie das Geld ausgeben (ausgenommen sind Tabak und Alkohol), während sie bei jedem akzeptieren Händler einkaufen konnten. Statt der freien Auswahl, sollen die Boxen an die Haustür der Bedürftigen geliefert werden und beinhalten lagerfähige Produkte wie Saft, Pasta, Fleischkonserven und Bohnen. Es wäre für die USA ein großer logistischer Aufwand, so CNBC.

Der Haushaltsdirektor des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, sagte, dass es die innovativste Idee im Haushaltsplan des US-Präsident sei. Laut dem Bericht des Landwirtschaftsministeriums würden die Boxen etwa die Hälfte der Barleistungen des laufenden Programms ersetzen. Alle Produkte sollen von Lebensmittelproduzenten aus dem Inland stammen. Es wird geschätzt, dass die Regierung mit den Boxen über ein Jahrzehnt hinweg 129 Milliarden Dollar einsparen würde. Somit könnten dem Staat jährlichen 2,5 Milliarden Dollar an zusätzlichen administrativen Mitteln zur Verfügung stehen. Mulvaney sagte gegenüber CNBC: "Es senkt die Kosten für uns, weil wir die Lebensmittels zu Großhandelspreisen kaufen können, während die Begünstigten sie im Einzelhandel kaufen müssen", und weiter meint er: "Es stellt auch sicher, dass sie nahrhaftes Essen bekommen." 

Aber der Vorschlag zog schnell Widerstand von vielen Seiten auf sich - einschließlich der 840 Milliarden Dollar schweren Supermarktindustrie. Immerhin besteht der Umsatz der Supermärkte zu einem erheblichen Teil aus Einnahmen durch Lebensmittelkarten - circa 7,5 Prozent. Bei Walmart soll es sogar ein Fünftel sein, so CNBC. Stacy Dean, Vizepräsidentin für Nahrungsmittelhilfepolitik im Center on Budget and Policy Priorities, stellt die Behauptung der Verwaltung in Frage, dass sie Milliarden sparen könne, indem sie die Lebensmittel direkt kauft. Sie befürchtet, dass weniger Menschen die Boxen nutzen werden und sich die Versorgungssituation weiter verschlechtert.



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Entspricht dem Trend der westlichen Wertegemeinschaft den Menschen die restliche Freiheit zu nehmen.
Fleischkonserven statt z.B. frisches Gemüse oder Obst, da kann die Pharma gleich mitverdienen ...

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