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Bitcoin-Erholung: Typisch für das Platzen einer Blase

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.02.2018, 09:04  |  284   |   |   

Für jemanden wie mich, der gegenüber der Bitcoin-Euphorie schon lange ziemlich skeptisch ist, war der Crash der letzten Woche auf gerade einmal ein Drittel des im Dezember erreichten Höchstwerts natürlich eine Bestätigung meiner Ansicht. Wer hingegen an die Zukunft der Kryptowährung glaubt, der fühlt sich bestätigt, weil die Kryptowährung sich nicht mehr im freien Fall befindet, sondern ihren Wert innerhalb von nur einer Woche um ein Drittel steigern konnte.

Was wiegt also schwerer: Der heftige Preisverfall oder die kräftige Erholung? Ein Rückblick auf das Platzen anderer Blasen lässt nicht unbedingt auf eine glänzende Zukunft der Kryptowährung hoffen.

Der NASDAQ crashte mit mehreren Erholungsversuchen

Die gigantische Größe und Profitabilität von amerikanischen Technologieunternehmen hat zwar dazu geführt, dass die NASDAQ-Blase relativ glimpflich ausgegangen ist, trotzdem gab es damals eine ausgeprägte Überbewertung, die Anfang des neuen Jahrtausends zu einem Crash geführt hat.

Der Preisverfall des NASDAQ war aber nicht so abrupt und eindeutig, wie er heute rückblickend aussieht. Das Jahr 2000 begann mit dem Überschreiten der 5.000er-Marke. Kurz danach ging es ziemlich unsanft nach unten. Trotzdem startete der NASDAQ in den Monaten danach mehrere kräftige Erholungsversuche. Zwischen Ende Mai und Mitte Juli 2000 ging es von circa 3.200 auf über 4.200 Punkte, was ungefähr dem Drittel entspricht, das Bitcoin kürzlich wieder gut machen konnte.

Erst im Herbst 2000 war der Abwärtstrend des NASDAQ eindeutig, auch wenn es immer mal wieder kurze Erholungen gab. Zwischen Anfang 2002 und dem absoluten Tiefpunkt im Herbst desselben Jahres hatte sich der Index sogar noch einmal fast halbiert.

Die Nikkei-Blase platzte in Zeitlupe

Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat bis heute den Kater der geplatzten Aktienblase nicht überwunden. In den 1980er Jahren trieb eine Euphorie japanische Aktien in solche Höhen, dass für den Nikkei kurzzeitig die 40.000er-Marke schon in greifbarer Nähe war. Im Dezember 1989 erreichte der Nikkei ein Allzeithoch von 38.957,44. Mittlerweile, immerhin fast drei Jahrzehnte später, kann sich der Nikkei wieder oberhalb der 20.000er-Marke halten

Die Blase am japanischen Aktienmarkt platzte zwar erst einmal heftig, befand sich dann aber viele Jahre in einem Zwischenzustand, in dem es immer wieder kleinere Rallys gab. Tatsächlich ließen auch diese den Wert des Nikkei oftmals um circa ein Drittel ansteigen. Wirklich geplatzt war die Blase erst 2003, also nach 14 Jahren.

Psychologisch wichtige Marken und der Geldfluss

Ich glaube nicht wirklich an Charttechnik, aber trotzdem haben vor allem die wirklich wichtigen Marken mit Sicherheit einen gewissen psychologischen Einfluss. Deshalb denke ich, dass es für die meisten Bitcoin-Fans massiv demoralisierend war, dass Bitcoin sowohl in Euro als auch US-Dollar gerechnet so deutlich unter die 10.000er Marke gefallen ist.

Das heißt, dass es für Bitcoin jetzt eine Hürde gibt, die mit jeder Menge Angst verbunden ist. Wenn bzw. falls sich die Kryptowährung wieder an den Wert von 10.000 US-Dollar annähert, könnten viele versucht sein auszusteigen, um Gewinne mitzunehmen, bevor Bitcoin vielleicht an der Glasdecke abprallt. Andererseits dürfte eine Überschreitung der psychologisch wichtigen Marke neue Käufer anlocken. Trotzdem würde den meisten Anlegern wahrscheinlich im Hinterkopf bleiben, dass ein Verbleiben oberhalb von 10.000 US-Dollar auf keinen Fall garantiert ist.

Hinzu kommt, dass mit steigenden Preisen auch die Ansprüche an den Geldfluss steigen. Wenn ein Preis von 5.000 auf 20.000 US-Dollar steigt, muss man plötzlich das Vierfache hinblättern. Bleibt bei diesem Rechenbeispiel der Umlauf von Bitcoin gleich hoch, muss sich auch der Geldfluss vervierfachen. Wer denkt, dass sich die Preise von Bitcoin locker vervielfachen können, sollte sich fragen, wer das alles bezahlen soll. Ich vermute die Antwort auf diese Frage lautet: Niemand.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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