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Egbert Prior Sixt mutiert zum „Mobilitätsdienstleister“

Gastautor: Egbert Prior
14.02.2018, 11:30  |  2965   |   |   

Vorstandschef Erich Sixt gerät ins Schwärmen: „Sixt hat im Geschäftsjahr 2017 eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung und damit verbunden ein herausragendes Ergebnis verzeichnet, das unsere Erwartungen erheblich übertroffen hat.“ Der Vorsteuergewinn sprang um 31% auf 285 Millionen. Während der operative Umsatz um 9% auf 2,3 Milliarden kletterte. Kein Wunder, daß bei diesen Resultaten die Aktie unseres Musterdepottitels von der allgemeinen Börsenkorrektur kaum betroffen ist. Mit 56,90 Euro notieren die Vorzüge nahezu auf Allzeithoch. Zur guten Laune der Investoren trägt auch bei, daß Sixt seinen hälftigen Anteil an dem Carsharing-Anbieter DriveNow an ihren Joint-Venture-Partner BMW verkaufen wird. Grundlage ist eine Bewertung mit 420 Millionen, Sixt erhält davon 50% (210 Millionen). Wir schätzen den Buchgewinn für den Autovermieter auf ungefähr 150 Millionen! Das Tolle: Sixt kann die IT und sogar Kundendaten behalten und wird in Zukunft Carsharing auf einer im Aufbau befindlichen „Mobilitätsplattform“ anbieten. Neben klassischen Mietwagen oder Privatautos, die auch über die Plattform vermittelt werden könnten. Mehrheitsaktionär Sixt ist überzeugt, mit Autovermietung und Carsharing von Megatrends profitieren zu können. Immer mehr Menschen legen auf den Besitz eines eigenen Autos keinen großen Wert, wollen stattdessen nur für die Benutzung bezahlen. Der „Mobilitätsdienstleister“ sieht darin enormes Wachstumspotential. Jede Menge Expansionsmöglichkeiten stecken auch in der Internationalisierung, die sich die Pullacher auf die Fahnen geschrieben haben. Besonders flott ist Sixt derzeit in den USA, Frankreich und Spanien unterwegs. Der Auslandsanteil von aktuell 53% soll nach und nach auf 70% steigen. Für das neue Geschäftsjahr schätzen wir den Gewinn je Aktie auf 4,90 Euro. Das KGV erstaunlich günstige 12. Auch die Dividende kann sich sehen lassen. 2 Euro sollten in diesem Jahr drin sein (Vorjahr 1,67 Euro). Ausschüttungsrendite sehr ordentliche 3,5%. Obendrauf könnte es noch eine Sonderdividende wegen des warmen Geldregens aus dem DriveNow Verkauf kommen. Vielleicht 1 Euro? Bemerkenswert ist der enorme Aufschlag, der für die Stämme zu zahlen ist, die aktuell mit 83 Euro notieren. Und damit um fast 50% höher als die Vorzüge. Des Rätsels Lösung: Nur die Stämme sind im SDAX vertreten. Die Index-Zugehörigkeit kann einem eigentlich egal sein. Daher rate ich Ihnen zu den wesentlichen billigeren Vorzügen. Fazit: Sixt bleibt auf der Überholspur.

Wertpapier
Sixt Vz


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12.06.18