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Höhenflug des Euro Mehr US-Dollar-Schwäche als Euro-Stärke

Gastautor: Dr. Ulrich Kater
14.02.2018, 17:40  |  3537   |   |   

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar einen fulminanten Jahresstart hingelegt. Im Januar ist der EUR-USD Wechselkurs von 1,20 auf 1,24 angestiegen. Es war allerdings mehr US-Dollar-Schwäche als Euro-Stärke, die dazu geführt hat. Im Gegensatz zur deutlichen EUR-USD Aufwertung (+3 %) hat der handelsgewichtete Euro-Wechselkurs im Januar nur leicht aufgewertet (+0,5 %). Gegenüber den Schwergewichten neben dem US-Dollar im handelsgewichteten Euro-Wechselkurs hat der Euro sich seitwärts entwickelt (chinesischer Renminbi-Yuan) oder sogar verschlechtert (polnischer Zloty und britisches Pfund). Der handelsgewichtete US-Dollar-Wechselkurs hat hingegen im Januar drei Prozent abgewertet. Damit liegt die EUR-USD Abwertung im Durchschnitt der US-Dollar-Schwäche des vergangenen Monats.

 

Einen Hauptfaktor für die Schwäche der US-Währung zum Jahresstart ist nicht leicht zu bestimmen. Das US-Wachstum hat im vierten Quartal ebenso wie der US-Arbeitsmarktbericht für den Dezember leicht enttäuscht. Darüber hinaus hat der US Finanzmister Mnuchin am 24. Januar einen schwachen US-Dollar willkommen geheißen und als wünschenswert für die USA bezeichnet. Die US-Notenbank hat aber auf ihrem Zinsentscheid im Januar keine Unterstützung für einen schwachen US-Dollar gegeben.

 

Unabhängig von der gegenwärtigen US-Dollar-Schwäche haben wir vor dem Hintergrund einer Anpassung unseres Ausstiegsszenarios der EZB aus der ultralockeren Geldpolitik die EUR-USD Wechselkursprognose ebenfalls angepasst. Wir erwarten nun eine frühere Zinswende der EZB. Der Einlagenzins dürfte bereits von der EZB Mitte des nächsten Jahres angehoben werden. Im März 2020 ist dann mit der Zinswende beim EZB-Hauptfinanzierungssatz zu rechnen und im Herbst 2020 erwarten wir die zweite Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes um erneut 25 Basispunkte. Demgegenüber rechnen wir Ende 2020 mit der ersten Leitzinssenkung durch die US-Notenbank. Vor diesem Hintergrund haben wir die EUR-USD Prognose über den gesamten Prognosehorizont nach oben angepasst.

 

 

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Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt, DekaBank

Der promovierte Volkswirt war von 1995 bis 1999 im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Seit 1999 hat er maßgeblich zum Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank beigetragen, ist seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank und übernahm 2006 den Vorsitz der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken, den er bis heute innehat.

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