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Site Visit Report Atico Mining: Der Explorationserfolg liegt in der Luft!

Gastautor: Kai Hoffmann
15.02.2018, 09:15  |  814   |   |   

Unser Besuch bei Atico Mining Ende Januar in Kolumbien war sehr aufschlussreich. Denn für uns hat sich die Equity-Story dadurch komplett geändert. Wir hatten Atico bis zuletzt als reinen Produzenten betrachtet. Vielmehr handelt es sich jedoch um einen Explorer mit konstanten Cashflows. Und genau hier liegt das enorme Potential der Aktie. Atico ist zurecht unser Top Pick 2018.

Einen Tag vor unserer Abreise zur Vancouver Resource Investor Conference erhielten wir die Einladung direkt im Anschluss nach Kolumbien zu kommen. Da unser Besuch Mitte November auf Grund eines Streiks der LKW-Fahrer in der Region ausfallen musste, sagten wir zu.

So ging es Ende Januar direkt von Vancouver nach Medellin. Drei Flüge und 15 Stunden später landeten wir morgens um 9 Uhr im Departamento Antioquia. Während wir auf die Ankunft der anderen Teilnehmer warteten, genossen wir Temperaturen um die 28°C und hervorragenden kolumbianischen Kaffee in der Stadt des ewigen Frühlings. Am späten Nachmittag trafen wir uns dann im Büro von Atico Mining zu einem ersten Briefing.

Für gewöhnlich plant das Unternehmen zwei Tage für Site Visits ein, einschließlich Übernachtung in einem beschaulichen Dorf nahe der Mine. Wir schafften es jedoch in einem Tag. Dies bedeutete aber auch, dass es bereits sehr früh morgens losging. Von Medellin aus ging es drei Stunden über kurvige Straßen, gesäumt von Kaffeeplantagen, zum rund 150km entfernten im Departamento Choco gelegenen Projekt.

Unzählige Explorationsziele auf Liegenschaft

Wir machten unseren ersten offiziellen Stopp in einer Kurve mit Blick auf das Santa Anita-Ziel, dass zugleich das südliche Ende des Konzessionsgebietes markiert. Von hier aus erstreckt sich das Projekt über 11 Kilometer gen Norden (im Bild oben nach rechts aus dem Bild). Die El Roble-Mine liegt ungefähr in der Mitte. Auf dem Konzessionsgebiet selbst befinden sich unzählige Explorationsziele. Doch Überlagerungen aus Erde und vor allem auch die Vegetation machen die Arbeit schwierig. El Roble wurde auf Grund eines Erdrutsches entdeckt.

Auf unserem Site Visit wurden wir von Senior Exploration Manager Joseph Salas und Igor Dutina – definitiv einer der besseren Investor Relations Manager in der Branche – begleitet. Salas war zuvor der Countrymanager für Barrick Gold in Kolumbien und gilt aus ausgewiesener Experte für VMS-Projekte. Die beiden konnten jegliche Fragen umfänglich beantworten. Nach Ankunft an der Mine gab es zunächst ein Sicherheitsbriefing und wir erhielten unsere Sicherheitsausstattung bestehend aus Helm, Overall, Gummistiefeln mit Stahlkappen, Sicherheitsbrillen und Atemgerät. Es handelt sich schließlich um eine im Betrieb befindliche Mine. Atico ist zu Recht stolz auf die Tatsache, dass man seit Übernahme des Projektes die Sicherheit deutlich verbessern konnte.

Bevor wir uns jedoch die Verarbeitungsanlage und die Untertagearbeiten näher anschauten, stand die Besichtigung der Explorationsziele auf der Agenda. Auf Grund des engen Zeitplans konzentrierten wir uns auf das Archie-Ziel (siehe Bild unten), unweit der bestehenden Mine. Im Falle einer Entdeckung könnte es innerhalb weniger Monate an die bestehende Mineninfrastruktur angeschlossen werden.

Atico betrieb seine Explorationsarbeiten in den vergangenen Jahren auf Sparflamme. Der niedrige Kupferpreis, die  Fokussierung auf die Stabilisierung und Steigerung der Minenproduktion sowie das allgemein schwache Marktumfeld  sorgten dafür, dass sich Joseph Salas und sein Team mit einem winzigen Budget zufrieden geben mussten. Größere Bohrprogramme waren einfach nicht drin. Doch genau hierin liegt auch die Chance des Unternehmens.

Durch die begrenzten finanziellen Möglichkeiten konzentrierte man sich auf Basisexplorationsarbeiten wie Geophysik, Geochemie und der Entnahme von Bodenproben. So konnten die Explorationsziele sehr genau definiert werden. Ob dadurch die Erfolgschancen auf eine neue Entdeckung gestiegen sind, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten erfahren. Der höhere Kupferpreis und die solide Performance der El Roble-Mine sorgen jedenfalls für finanziellen Spielraum. So liegt Salas Explorationsbudget für 2018 bei 3,5 Mio. CAD.

Wie wir es von Atico gewohnt sind, ist man jedoch nicht mit dem Gießkannenprinzip unterwegs. Vielmehr geht man behutsam vor. Hierfür sind die Ganozas (Eigentümerfamilie, die ebenfalls hinter Fortuna Silver steht) bekannt. Über- und Untertage werden jeweils zunächst nur rund 900 Meter pro Monat gebohrt. Als Geologe ist das Salas natürlich zu wenig. Statt zwei Bohrgeräten hätte er gerne vier. Die soll er im Laufe des Jahres, er hofft auf das zweite Quartal, auch bekommen. Sollte er jedoch eine Entdeckung machen, darf er diese bereits morgen bestellen.

Die Bedeutung einer Neuentdeckung

Eine Entdeckung könnte Atico Mining von Grund auf verändern. Aktuell liegt das Minenleben bei rund acht Jahren mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 20 Mio. Pfund Kupfer und bei einem Kupferpreis von 3,15 US-Dollar einem Umsatz von 60 Mio. US-Dollar. Ohne eine neue Discovery ist davon auszugehen, dass El Roble auf diesem Niveau noch eine ganze Weile produzieren kann, jährlich einen Gewinn erzielen wird und womöglich sogar eine Dividende zahlen könnte. Dies ist der Base Case, der das Risiko bei dem Wert aus unserer Sicht nach unten hin absichert. An einer Dividende haben wir aber kein Interesse.

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