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Goldman Sachs-CEO Blankfein erhebt seine Stimme gegen Trump

15.02.2018, 15:52  |  2000   |   |   

Der Chef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat seine Stimme gegen Donald Trumps Steuersenkungen und Ausgabenpläne in Höhe von 1,5 Billionen Dollar erhoben und warnt davor, dass die Pläne des Präsidenten zu einer überhitzten US-Wirtschaft führen könnten.

"Die Chancen auf ein schlechtes Ergebnis sind gestiegen", sagte Blankfein am Mittwoch gegenüber CNN. Donald Trump hatte diese Wochen seinen Etat umrissen. Steuersenkung, Ausgaben und Infrastrukturpaket: damit könnten die Staatsschulden in der folgenden Dekade auf 7 Billionen Dollar steigen, so The Guardian. "Vergessen Sie nicht, dass all diese Defizite bezahlt werden müssen", sagte Blankfein kürzlich am Rande des Goldman's 10.000 Small Businesses Summit.

Blankfein warnte davor, dass eine Überreizung der ohnehin schon gesunden Wirtschaft "zuviel des Guten" sein könnte. Blankfein sagte, dass ihn die derzeitige Aufbruchstimmung an den Optimismus erinnern würde, der der globalen Finanzkrise 2007/08 vorausgegangen war. Auch bei den kleineren Unternehmen nimmt der Optimismus zu. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der National Federation of Independent Businesses ergab, dass Inhaber von Kleinbetrieben in den USA sagen, dass dies die beste Zeit seit Jahrzehnten ist, um zu expandieren.

"Was kann schon schief gehen? Ich habe mich seit 2006 nicht mehr so gut gefühlt", scherzte Blankfein in dem Interview. "Wenn die Wirtschaft anfängt zu überhitzen und die Fed glaubt, dass sie hinter der Inflation zurückbleibt, muss sie handeln", fügte er hinzu.

Der Dow-Jones liegt seit dem Amtsantritt von Trump um rund 5.000 Punkte höher. Gleichzeitig verschärfen sich in den USA die Inflationsängste. Am Mittwoch verkündete das Arbeitsministerium, dass die Verbraucherpreise im Januar um 0,5 Prozent gestiegen sind. Die jährliche Gesamtinflationsrate von 2,1 Prozent für Januar war stärker als die Konsensprognose von 1,9 Prozent. Marktanalysten hatten mit einem Rückgang der Kerninflation auf 1,7 Prozent gerechnet.

In einem Investoren-Newsletter warnte Capital Economics am Mittwoch davor, dass eine Erholung des US-Aktienmarktes "wahrscheinlich nur von kurzer Dauer" sei, da die Inflation weiter zunehme, so The Guardian. Capital Economics fügte hinzu, dass die Anleger trotz einer Revision ihrer Zinserhöhungserwartungen "immer noch unterschätzen, wie schnell die Fed die Zinsen als Reaktion auf den Kernpreisdruck erhöhen wird".

Bei CNN wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Blankfein keine Katastrophe voraussagt. Er bemerkte lediglich, dass die Zinssätze relativ niedrig bleiben und das die Wirtschaft im Großen und Ganzen auf Kurs bleiben werde.

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