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Im Interview Stern Immobilien: „Keine andere börsennotierte Firma bietet diese Kombination und Vielfalt“

19.02.2018, 09:23  |  6000   |   |   

Bei Stern Immobilien schlummern einige stille Reserven in der Bilanz. Diese Medienmeldung hat zuletzt für einiges Aufsehen gesorgt. Im Interview mit unserer Redaktion nimmt Ralf Elender, Vorstand von Stern Immobilien, zu dieser Nachricht Stellung. Er spricht über die aktuelle Anleihe und über künftige Finanzierungsideen bei der Immobiliengesellschaft. Auf die Projektpipeline geht Elender ebenso ein wie auf die Situation in der Türkei und in Rumänien.

Redaktion: Stern Immobilien dürfte nicht jedem Investor etwas sagen. Können Sie das Unternehmen in drei Sätzen vorstellen?!

Elender: Die Stern Immobilien AG ist als aktiver Immobilienmanager fokussiert auf exklusive Wohn- und Geschäftshäuser sowie Grundstücke mit Optimierungspotenzial in besten Lagen in und um München im mittleren bis höher einstelligen Millionenbereich. Die Gesellschaft ist via Beteiligungen zudem in Kitzbühel, im rumänischen Klausenburg und in Istanbul (Türkei) vertreten.

Redaktion: München ist der Heimatmarkt der Stern Immobilien. Kann man in München nach den Preisanstiegen weiterhin Geld verdienen?

Elender: Ganz klar. Es handelt sich hier weiterhin um den mit Abstand solidesten Markt in Deutschland. Sogar europaweit steht München immer an der Spitze hinsichtlich der Attraktivität und weiterer Aussichten. München befindet sich seit über 15 Jahren in einer Wachstumsphase. Seit der letzten Bevölkerungsprognose 2013 ist die Einwohnerzahl um rund 30.000 Personen pro Jahr gewachsen und ein Ende ist nicht in Sicht. München wird zunehmend internationaler und vielfältiger. Wie in keiner anderen deutschen Stadt herrscht hier Vollbeschäftigung und ein hohes Lohnniveau. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt weiterhin hoch.

Redaktion: Wie sind sie auf Rumänien und die Türkei gekommen? Was bieten diese Märkte?

Elender: Der Einstieg in diese Märkte ist jeweils besonderen Umständen geschuldet. Istanbul wurde 2012 von PWC als zweit attraktivste Stadt Europas eingestuft. Wir waren dort schon ein wenig im Einkauf von Luxusappartements tätig, jedoch gab die Analyse vor Ort den Ausschlag, dass wir in der urbanen Transformation aktiv werden wollen. Da wir über ein lokales Management verfügen, das bestens in Wirtschaft und Politik vernetzt ist, haben wir dieses Projekt gestartet. Zu Rumänien: Unser Mehrheitsaktionär ist dort in der Landwirtschaft tätig und hervorragend vernetzt. In Klausenburg wurde uns ein sehr attraktives Grundstück zu einem gutem Preis angeboten. Wir mussten einfach zuschlagen. Klausenburg ist die zweitgrößte Stadt in Rumänien nach Bukarest, Studentenstadt Nummer zwei und verfügt über eine hervorragende Infrastruktur mit guten Flugverbindungen. Wir führen hier ausnahmsweise selbst ein Bauträgerprojekt durch. Wir kalkulieren mit einer sehr auskömmlichen Marge. Von den 120 Wohnungen sind in einem frühen Stadium bereits mehr als 40 Wohnungen verkauft.

Redaktion: Und was ist konkret die urbane Transformation in Istanbul? Wie beurteilen Sie Ihr Engagement nach den politischen Veränderungen in der Türkei?

Elender: Hinter der urbanen Transformation steht die Entwicklung von neuen erdbebensicheren Stadtquartieren. Istanbul hat ein Problem mit vielen (Schwarz-) Bauten, die nicht erdbebensicher sind. Nunmehr findet eine sozialverträgliche Umsiedlung statt. Bauträger, die den Abriss und den Aufbau erledigen, werden durch die öffentliche Hand erheblich subventioniert. Es handelt sich um ein sehr interessantes Geschäft. Wir sind dort mit Partnern vor Ort aktiv, die die Bautätigkeit übernehmen. Stern Immobilien hat durch die Finanzierung das erste Projekt im Süden Istanbuls ermöglicht und war damit der erste ausländische Investor in diesem Sektor.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung in der Türkei haben wir uns neu sortiert. Wir haben keinerlei Finanzierungsverpflichtung mehr und erwarten 2018 die Rückführung eines Großteils unseres Investments, sind jedoch auch noch an künftigen Gewinnen beteiligt. Selbst wenn sich die Quoten verändert haben, reden wir hier über Gewinne in Millionenhöhe, die wir innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren vereinnahmen.

Redaktion: Könnten Sie sich ein Engagement in weiteren Ländern vorstellen?

Elender: Wenn sich Opportunitäten ergeben, kann ich mir das vorstellen. Aktuell steht dies weniger im Fokus.

Redaktion: Sie haben in der jüngeren Vergangenheit mehrere Objekte verkauft aber nur einen Neuerwerb getätigt. Wie sieht Ihre Pipeline nun aus?

Elender: Wir haben im Geschäftsjahr 2017 verschiedene erfolgreiche Transaktionen im Gegenwert von ca. 45 Millionen Euro durchgeführt. So wurde im März ein Grundstück in Grünwald bei München an eine bundesweit tätige Bauträgergesellschaft mit einer Baugenehmigung für 14 Doppelhaushälften verkauft. Im Juni wurden eine ca. 27.000 qm große Grundstücksteilfläche inklusive Projektierung von zwei Boardinghäusern im Münchener Osten und ein Wohnprojekt in Grünwald verkauft. Wir trennen uns von unseren Objekten, wenn unsere Investmentidee aufgegangen ist. In den eben genannten Fällen sind wir mit dem Return mehr als zufrieden.

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