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DWS-Börsengang könnte im März kommen

Gastautor: Thomas Gräf
26.02.2018, 13:18  |  612   |   |   

Die Deutsche Bank hat am Montag verlauten lassen, dass die Asset-Management-Sparte DWS schnellstmöglich an die Börse gebracht werden soll. Das könnte bereits im März der Fall sein.

Bereits im März vergangenen Jahres hatte der Deutsche-Bank-Chef John Cryan angekündigt, er wolle das Geschäft mit den Publikumsfonds verkaufen. Der Termin für den Börsengang scheint nun unmittelbar bevorzustehen. Wie die Bank am Montag mitteilte, sollen die Aktien für die Deutsche Asset Management Investment zum frühestmöglichen Zeitpunkt gefloatet werden. Üblicherweise beträgt die Frist zwischen Vorankündigung und IPO vier Wochen, wovon zwei Wochen für Investorengespräche und zwei Wochen für das Bookbuilding verwendet werden. Also könnten die Aktien der DWS schon ab 19. März in den Handel starten.

Wie Bloomberg aus Insiderkreisen erfahren hat, will die Deutsche Bank ein Viertel ihrer Anteile verkaufen und erhofft sich daraus Einnahmen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro.  Ein erfolgreicher Börsengang der Asset-Management-Tochter wäre auch ein wichtiger Etappensieg für John Cryan, um das Eigenkapital der Bank zu stärken und Zweifel von Investoren an der Finanzstärke des Geldhauses zu zerstreuen. Sollte der Börsengang scheitern, droht dem CEO ein Desaster auf der Hauptversammlung im Mai.

“Während die Deutsche Bank einen Teil des Tafelsilbers verkauft, eröffnet der Börsengang der DWS mehr Flexibilität”, erklärt Equinet-Analyst Philipp Häßler: “Das könnte sich positiv auf die Sparte auswirken.”

Der IPO der DWS ist ein weiterer Börsengang einer Asset-Management-Tochter eines großen Bankhauses. Vor drei Jahren hatte die französische Crédit Agricole ihre Fondstochter Amundi in die Freiheit entlassen. Dort werden mittlerweile 1,3 Billionen Euro an Kundengeldern verwaltet – doppelt soviel wie bei der DWS, die immerhin 711 Milliarden Euro an Assets under Management aufweisen kann. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs das verwaltete Vermögen um 15,8 Milliarden Euro, nachdem 2016 Mittel in Höhe von fast 40 Milliarden Euro abgezogen worden waren.

Teile des Asset-Managements der Deutschen Bank sollten bereits unter der Ägide von Josef Ackermann abgestoßen werden; der Verkauf an die New Yorker Investmentgesellschaft Guggenheim scheiterte jedoch, ebenso wie die diesbezüglichen Pläne der Ackermann-Nachfolger Fitschen und Jain.

(TG)



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