Petro: Die erste staatliche Kryptowährung und ihr fragwürdiger Hintergrund

26.02.2018, 16:10  |  3172   |   |   

Am 20.02.2018 startete der Verkauf der ersten staatlichen Kryptowährung "Petro". Kryptowährungen sind das wohl umstrittenste Finanz-Thema der letzten Jahre. Unter anderem weil sie nicht reguliert sind. In diesem Fall jedoch ist es die staatliche Regulierung, die uns ein klares Signal dazu gibt, nicht zu investieren.

Das Konzept des Petro ist kein schlechtes. Er soll seinen Wert durch die Bindung an Öl erhalten. Unhaltbar hingegen sind die Entstehungsbedingungen des Petro.

Der Petro wurde durch die Regierung von Venezuela, allen voran von dem Präsidenten Nicolas Maduro, initiiert. Maduro erklärte die Einführung zur Maßnahme gegen US-Sanktionen. Diese waren im August erlassen worden um die massive Korruption zu stoppen. Die venezolanische Regierung hat unter der Führung von Maduros 140 Milliarden US-Dollar schulden aufgebaut, die jedoch nicht wie vereinbart zurückgezahlt wurden. Zudem sind die Lebensbedingungen der Bevölkerung in Venezuela problematisch. Es gibt keine medizinische Grundversorgung und ein großer Teil der Bevölkerung hat weder Zugang zu Nahrung, noch zu sauberem Trinkwasser.
Jetzt wo der Öl-Handel, venezuelas einzige Ernstzunehmende Einnahmequelle, durch die Sanktionierung, eingeschränkt wurde, stellt Maduro krude Behauptungen auf. Die katastrophale Lage im Land, wäre durch die - in den 70-er Jahren erfolgte - Entkopplung des US-Dollar von Gold, ausgelöst worden.

Um nun dennoch Einnahmen im Land zu generieren, zieht Maduro eine Kryptowährung aus dem Hut. Diese soll durch venezolanisches Öl gedeckt sein. Jeder der 100 Millionen Coins sei an ein Barrel Öl (159 Liter) gebunden.

Für den Verkauf wurde ein sogenannter "ICO" (Initial Coin Offer) ins Leben gerufen. Dieser Erstverkauf, bei dem bis zum 20. März 38,4 Millionen Petro verkauft werden, findet jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zudem sind die Verkauften Coins vorerst keine richtigen Coins, sondern lediglich digitale Platzhalter (ERC20 Token).
Der offizielle Verkauf von 44 Millionen weiteren Petro soll am 20. März beginnen.
17,6 Millionen Petro möchte die Regierung einbehalten.

Zurecht werfen nun zahlreiche Stimmen Maduro vor, es handle sich bei der Einführung des Petro lediglich um ein schnelles Manöver um trotz der US-Sanktionen an etliche Milliarden zu gelangen. Dies ist jedoch nicht die einzige Kritik, die sich vorbringen lässt. Es stehen noch drei weitere Punkte ins Auge.

- Kryptowährungen gewinnen ihre Daseinsberechtigung durch die Tatsache, dass sie nicht von einer zentralen Instanz kontrolliert werden. Der Petro hingegen liegt in der Hand der venezolanischen Regierung, welche sämtliche Regeln des Petro bestimmt.

- Es ist nicht zu erwarten, dass der Petro tatsächlich durch Öl gedeckt wird. Einzig und allein die venezolanische Regierung steht hierfür in der Verantwortung. Diese ist jedoch nicht als vertrauensvoll einzustufen.

- Die landeseigene Währung Bolivar erhält den Großteil ihres Wertes durch Öl, da dieses die einzige relevante Einnahmequelle von Venezuela darstellt. Dass der Kurs von Bolivar innerhalb der letzten Jahre um 99,9% eingebrochen ist, spricht eine deutliche Sprache.

Dass es sich bei der Einführung des Petro um eine staatliche Kryptowährung handelt, verleitet viele Anleger zu dem Glauben, ein Investment in den neuen Coin wäre sicherer als eines in herkömmliche Kryptowährungen. Der Schein trügt jedoch. Der Petro ist schon vor dem offiziellen Verkauf massiv überbewertet und es ist zu erwarten, dass er langfristig auf den Wert 0 zusteuert.

Kryptowährungen wie Ether hingegen sind mittlerweile schon seit einigen Jahren auf dem Markt und stellen ein deutlich sichereres Investment dar, als es die meisten Aktionäre annehmen würden.

Mehr Informationen darüber, wie das Investieren in Kryptowährungen abläuft finden Anleger unter diesem Link: 3 Schritte - Einfach in wertstarke Kryptowährungen investieren

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