Wieviel Umsatz generiert Intel aus dem iPhone-Geschäft?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
28.02.2018, 11:00  |  418   |   |   

Der Chip-Riese Intel (WKN:855681) ist im Mobilfunkmodem-Geschäft tätig, seit er die Akquisition von Infineon Wireless – einem damals noch starken Hersteller von Mobilfunkmodems – Anfang 2011 abgeschlossen hat. Diese Akquisition wurde finanziell für Intel zu einer Schlangengrube, da das Produktportfolio von Infineon Wireless nicht konkurrenzfähig war. Intel musste seine Investitionen in Modemprodukte drastisch erhöhen, um neue, interessante Produkte zu entwickeln.

Intels Modemgeschäft hat in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 endlich seinen Durchbruch geschafft, als Apple (WKN:865985) das firmeneigene XMM 7360 LTE-Modem in einigen seiner Smartphones der iPhone 7er Serie einführte. Die Dynamik setzte sich fort, weil Apple dann Intel-Modems in den neuesten iPhone-Modellen einsetzte und Apple weiterhin die älteren Geräte der iPhone 7-Serie verkaufte.

Intel schlüsselt nicht genau auf, wie viel Umsatz man durch Modemverkäufe an Apple generiert, aber ich kann mal eine Schätzung abgeben.

Keine kleine Zahl

Intels Modemverkäufe fallen unter das Berichtssegment Client Computing Group (CCG) des Unternehmens. Die CCG-Umsätze werden in zwei Teilsegmenten ausgewiesen: Plattform- und angrenzende Produktumsätze. Intels Modemverkäufe fallen in die letztgenannte Kategorie.

Laut Intels jüngstem Jahresbericht, der das am 30. Dezember 2017 endende Jahr abdeckt, verzeichnete das Unternehmen im Jahr 2016 einen Anstieg des Umsatzes mit CCG-Nebenprodukten um rund 600 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2017 verzeichnete Intel einen zusätzlichen Umsatzanstieg von 600 Millionen Dollar bei den angrenzenden Produkten. Das sind Steigerungen von 40 % bzw. 29 % gegenüber dem Vorjahr, und das Subsegment erzielte 2017 einen Nettoumsatz von rund 2,8 Milliarden Dollar.

Intel behauptet im Bericht, dass die Steigerungen der angrenzenden Produktumsätze in beiden Jahren „modemähnlich“ seien. Das bedeutet nicht ganz Modem, aber ich denke, dass das Wachstum der Modemlieferungen die wesentliche Mehrheit des Wachstums darstellt.

Damit zusammenhängend: im Jahr 2015 ging der Umsatz mit den angrenzenden Produkten von Intel im Vergleich zum Vorjahr sogar um 6 % zurück. Darüber hinaus war der Umsatz mit den angrenzenden Produkten von CCG in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2016 (in den letzten beiden Quartalen, in denen keine Modemverkäufe an Apple enthalten waren) im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Es wäre also nicht sehr weit hergeholt anzunehmen, dass praktisch das gesamte Umsatzwachstum, das Intel im CCG-Geschäft mit den angrenzenden Produkten verzeichnet hat, von den gestiegenen Modemverkäufen an Apple stammt. In diesem Fall scheint Intels Modemgeschäft mehr als 1 Milliarde Dollar pro Jahr an Umsatz zu generieren.

Mehr Wachstum in Sicht

Intel hatte einen Minderheitsanteil an den iPhone Modemlieferungen während des iPhone 7 Zyklus, und es hat wahrscheinlich einen Minderheitsanteil an den iPhone 8 Serien und iPhone X Smartphones.

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des angesehenen Analysten Ming-Chi Kuo von KGI Securities wird Apple ausschließlich Intel-Modems in der kommenden Generation iPhones einsetzen. Darüber hinaus werden Apples Geräte der iPhone 7-Serie (die Intel-Modems enthalten) wahrscheinlich die iPhone 6s-Serie (die dies nicht tun) am unteren Ende des Produktstapels ersetzen und Intels Modemanteil während des nächsten iPhone Produktzyklus weiter erhöhen.

Wenn Kuos Informationen stimmen — und das sind sie in der Regel — dann dürfte Intels Modemgeschäft für ein weiteres Jahr mit signifikant wachsen, da Intel mehr als das Doppelte seines Anteils an Apples neuesten iPhone-Modellen liefert. (Und das zu potenziell höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen, da Intels neueste Modems viel wettbewerbsfähiger sind als die vorherigen Modelle).

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple.

Dieser Artikel von Ashraf Eassa erschien am 22.2.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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