Nicht Deutschland oder Frankreich: Warum in Wahrheit Italien das mächtigste Land der Euro-Zone ist

Gastautor: Friedrich & Weik
01.03.2018, 10:20  |  4568   |   |   

Während Deutschland momentan mehr mit sich selbst beschäftigt ist und die Headlines sich damit befassen, ob die SPD-Mitglieder für eine GroKo stimmen und diese folglich zustande kommt oder auch nicht und ob Komiker wie Sigmar Gabriel, Olaf Scholz oder Andrea Nahles Minister(in) oder doch nur Vorturner der, in Zukunft in der Bedeutungslosigkeit verschwindenden SPD werden, sind die bedeutend wichtigeren Probleme innerhalb der EU und insbesondere in Italien keinesfalls kleiner sondern größer geworden.

Bereits seit Jahren beschreiben wir den maroden Zustand Italiens und leider gibt es bis dato nichts Positives zu berichten - ganz im Gegenteil. In Italien wächst der Unmut unvermindert. 74 Prozent der Italiener halten die Lage in ihrem Land für schlecht. Der Missmut der Bevölkerung hat gegenüber dem Staat und seinen politischen Eliten besorgniserregende Höchststände erreicht. 72 Prozent misstrauen den Behörden, 78 Prozent der Justiz und der Regierung und 83 Prozent gegenüber den Parteien.

Am 4. März sind Wahlen in Italien und wir gehen davon aus, dass die EU- und Eurokritischen Parteien die großen Gewinner der Wahl sein werden. Sollte die ganze Situation eskalieren könnte sogar ein Austritt Italiens, der sogenannte Exit, auf der Agenda stehen. Knapp 46 Prozent der Italiener sind davon überzeugt, dass es Italien außerhalb der EU besser gehe und nirgendwo in der Eurozone ist der Euro so unpopulär als in Italien. All dies ist verständlich in Anbetracht dessen, dass die verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen der Italiener heute real erheblich niedriger sind als zu Lirazeiten. Zweifellos ist Italien mit seien verkrusteten Verwaltungsstrukturen und seinem mangelnden Willen für tiefgreifende Reformen, einer der Hauptverlierer innerhalb der Eurozone. Die Arbeitslosenrate Italiens beträgt 10,8 Prozent. Unter den Jugendlichen sind sogar über 32 Prozent ohne Job und Perspektive und folglich verlassen immer mehr junge gebildete Menschen das Land. Für ein Land mit einer ohnehin geringen Akademikerquote ist dies der Supergau. Dies sind verheerende Zahlen für die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone. Die staatliche Gesamtverschuldung des betrug zuletzt 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nur Griechenland steht mit 179 Prozent Verschuldung noch schlechter da. Laut Maastricht-Vertrag sind höchstens 60 Prozent erlaubt, doch das interessiert heute anscheinend sowieso keinen mehr in Brüssel. Dort sind Vertragsbrüche Tradition, auch wenn diese Verträge von denselben  Ländern gebrochen werden die sie erstellt haben.

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Zitat von Achim_von_Oberstaufen: Die Empfehlung, in Sachwerte zu investieren, ist schwieriger als gedacht. Da habe ich dieselben Probleme wie Warren Buffet. Die Immobilien in meiner Stadt sind teuer, Aktien fallen gerade und der Goldpreis wird weiter fallen, wenn die Zinserhöhungen in den USA kommen.


Wenn Aktien fallen, ist es doch perfekt sie zu kaufen, oder? Besser als zu Höchstständen.
Die Empfehlung, in Sachwerte zu investieren, ist schwieriger als gedacht. Da habe ich dieselben Probleme wie Warren Buffet. Die Immobilien in meiner Stadt sind teuer, Aktien fallen gerade und der Goldpreis wird weiter fallen, wenn die Zinserhöhungen in den USA kommen.
Also es wundert mich immer sehr wenn Ökonomen solch einen Artikel schreiben, wie fangt ihr nicht am Anfang an und schreibt der grösste Gewinner vom Euro ist Deutschland.

Ja nur wenn ein Teil zurück bezahlt werden soll ist das Geschrei immer sehr gross, na ja ist auch nicht so schön wie nehmen obwohl es doch im deutschen heisst geben ist seliger als nehmen.
Soviel mal zur Solidarität der deutschen.

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