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Aktien New York: Verluste etwas eingedämmt - Angst vor Strafzöllen
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Aktien New York Verluste etwas eingedämmt - Angst vor Strafzöllen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.03.2018, 20:14  |  1042   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Kurse am US-Aktienmarkt haben am Freitag ihre anfangs deutlichen Verluste etwas eingedämmt. Der Dow Jones Industrial verzeichnete zuletzt einen Abschlag von 0,72 Prozent auf 24 431,20 Punkte. Zuvor war er zeitweise bis auf 24 218 Punkte gefallen. Auf Wochensicht steuert der US-Leitindex derzeit auf ein Minus von 3,5 Prozent zu.

Nach den Sorgen um das Tempo der Zinsschritte der US-Notenbank Fed reagieren die Anleger an den weltweiten Börsen zurzeit verschnupft auf die Ankündigung von Strafzöllen durch Donald Trump. Der US-Präsident goss auch gleich weiter Öl ins Feuer: "Wenn ein Land wie die USA viele Milliarden Dollar im Handel mit praktisch jedem Land verliert, mit dem es Geschäfte macht, dann sind Handelskriege gut - und einfach zu gewinnen", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der breit gefasste S&P 500 sank am Freitag zuletzt um 0,21 Prozent auf 2672,12 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,13 Prozent auf 6741,86 Punkte runter.

"Immer dann, wenn ein Land Zölle auf Importe erhebt, trifft es anschließend häufig auf eine ähnliche Reaktion anderer Länder, gab Analyst David Madden von CMC Markets UK zu bedenken. Die Furcht davor sorge für Verkaufsdruck an den Märkten. Eine protektionistische Politik könne kurzfristig positiv wirken, aber längerfristig zu Problemen führen. Madden glaubt nicht, dass Trump seine Pläne zurückziehen wird. Daher könnte nun ein langwieriger Handelskonflikt beginnen.

Chartanalyst Andre Tiedje von Godmode-Trader ist für die weitere Kursentwicklung in New York skeptisch: So sei der Kursrutsch von Ende Januar bis Anfang Februar vermutlich nur der Anfang eines größeren Abschwungs. Der in dieser Woche wohl abgeschlossenen zwischenzeitlichen Erholung dürften neue Jahrestiefststände folgen, vermutet er. Die Experten der Investmentbank Merrill Lynch bleiben hingegen optimistisch. So traut Marktstrategin Savita Subramanian dem S&P 500 in einer am Freitag vorliegenden Studie bis Jahresende weiterhin 3000 Punkte zu.

Mit einem Minus von fast 5 Prozent waren die Aktien von McDonalds der größte Verlierer im Dow-Index. Analyst David Palmer von RBC Capital äußerte sich in einer aktuellen Studie negativ zum Schnellrestaurant-Betreiber und senkte sein Kursziel von 190 auf 170 US-Dollar. Er verwies auf sich verschlechternde Konditionen in der Branche und enttäuschende Umsätze mit den 1-, 2- und 3-Dollar-Menüs der Burger-Kette.

Die Boeing-Aktien setzten mit minus 1,25 Prozent auf 345,32 Dollar ihren Abwärtstrend fort. Noch zur Wochenmitte hatten die Anteile des Flugzeugbauers zeitweise mehr als 371 Dollar gekostet. Sie waren allerdings während des monatelangen Aufwärtstrends des US-Leitbarometers auch besonders stark gestiegen. Händler verwiesen außerdem auf die von Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Die Preise für die aus Aluminium hergestellten Produkte wie Flugzeuge dürften dann steigen, weshalb sie teurer würden und Boeing Wettbewerbsnachteile bringen könnten.

Unter den Papieren der Einzelhändler sackten J.C. Penney nach Zahlenvorlage um gut 5 Prozent. Der Konzern verfehlte bei Umsatz und bereinigtem Ergebnis die Erwartungen deutlich. Dem Konzernumbau fallen nun auch einige Stellen zum Opfer. Noch größer war das Minus bei den Aktien von Foot Locker , die um fast 14 Prozent einbrachen. Der Sportschuhhändler prognostizierte für die nächste Zeit weiterhin eine nur verhaltene Nachfrage.

In der Chipbranche geht die Fusionswelle weiter. Der US-Halbleiterhersteller Microchip Technology will für 8,35 Milliarden US-Dollar den Rivalen Microsemi schlucken, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilten. Für jede Microsemi-Aktie bietet Microchip 68,78 Dollar in bar. Zuletzt verzeichneten Microsemi-Papiere ein Plus von 4,62 Prozent auf 67,27 Dollar, während Microchip Technology um gut 2 Prozent zulegten./ajx/stw

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Kommentare

Der kurzsichtige Dummtrumpf führt so seine Konsumtrottelnation ins letzte Jahrtausend zurück.
Der direkte Weg in die Sackgasse - zum Glück hängt unser Export nicht nur an den USA, der dort die letzten Jahre sowieso schon mehr und mehr an Bedeutung verloren hat! ;-)

PS: nur lächerliche 4% des dt. Stahlexports währen hiervon eventuell betroffen - Pillepalle!

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