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Trump sorgt für schlechte Stimmung an der Börse Kommt erst ein Handelskrieg und dann ein „richtiger Krieg“?

03.03.2018, 17:08  |  2868   |   |   

Der US-Präsident Donald Trump will die Importzölle bei Stahl auf 25 Prozent und bei Aluminium auf 10 Prozent erhöhen. Wenn dies von Trump tatsächlich umgesetzt wird, will die EU scharf mit Gegenmaßnahmen reagieren und die Zölle für einige US-Produkte erhöhen. Auch China und Kanada protestieren gegen die protektionistischen Maßnahmen. Ist dies etwa der Beginn eines Handelskriegs als Vorstufe für einen „richtigen Krieg“? Zum anderen warnt Trump Nord-Korea, die Phase 2 gegen Nord-Korea einzuläuten, was zunächst verschärfte Sanktionen gegen Nord-Korea bedeuten würde, wobei er sich auch militärische Optionen offenhält. Gleichzeitig demonstriert Russland militärische Stärke mit seinem modernisierten Atomwaffen-Arsenal als Reaktion der US-Aufrüstungspolitik. Auch das beunruhigte die Anleger an den Aktienmärkten, die in der vergangenen Woche auf breiter Front kräftig nachgaben. Die Wahl in Italien und SPD-Mitgliederentscheid verunsicherte zusätzlich die Anleger in Europa. Gold und Silber konnten von der Unsicherheit nicht profitieren. Kryptowährungen erholten sich. Die Moskauer Börse blieb auch nach der Korrektur einer der Top-Performer unter den Weltbörsen. Das neue Swiss Commodities Index Zertifikat bietet eine Alternative zu stark schwankenden Aktien- und Anleihenmärkten.

Aktienmärkte geben auf breiter Front nach

 

Seit dem 26. Februar brach der Dow Jones Industrial Index (DJI) von 25.800 auf  unter 24.300 Indexpunkte im Tief ein, was immerhin 1500 DJI-Punkte in 1 Woche sind. Das war dann nun die zweite große Verkaufswelle nach dem 5. und 9. Februar an fast allen Weltbörsen. Beim DJI gibt es bei unter 24.000 Indexpunkten ein weiteres Verkaufssignal. Das Tief war am 9. Februar intraday bei 23.400 Indexpunkten. Am Freitag schloss der DJI „nur“ mit 0,29 Prozent schwächer bei 24.538 Indexpunkten.

 

Der DAX gab am Freitag um 0,7 Prozent auf 11.994 Indexpunkte und damit in der vergangenen Woche von 12.600 auf 11.900 Indexpunkte nach, was 1300 DAX-Indexpunkte waren. Falls der DAX nachhaltig unter 11.800 Indexpunkte fallen sollte, droht eine weitere Verkaufswelle oder ein zweiter Flash-Crash wie am 5. Februar an der Wall Street.

 

Der NASDAQ 100 Index  bildete im Februar ein Doppel-Top bei 7000 Indexpunkten und gab dann vergangene Woche auf unter 6800 Indexpunkte nach. Er verlor damit nur etwas über 200 Indexpunkte und konnte sich auch am Freitag recht gut behaupten. Damit ist der NASDAQ 100 Index immer noch mit 5  Prozent seit Jahresbeginn im Plus und auch der S&P-Index noch mit 0,15 Prozent während der DJI seit Jahresbeginn mit 0,91 Prozent nun knapp ins Minus rutschte. Der DAX gab hingegen seit Jahresbeginn schon um fast 8 Prozent nach und  der EuroStoxx  um etwa 5 Prozent. Der Nikkei-Index brach seit Jahresbeginn um fast 7 Prozent ein.

 

Moskauer Börse gut behauptet

 

Dagegen konnte sich der russische Aktienmarkt sehr gut behaupten und  ist noch mit über 8 Prozent im Plus. Der RTX-Index, ein Kunstprodukt der Wiener Börse für russische Blue Chips, stieg seit Jahresbeginn um fast 9 Prozent auf 2196 Indexpunkte, war im Hoch aber schon über 12 Prozent im Plus. Die Moskauer Börse bleibt damit einer der Top-Performer unter den Weltbörsen, obwohl der Brentölpreis zuletzt von 68 auf 64 US-Dollar/Barrel leicht nachgab.

 

Gold und Silber im Minus – Bitcoins kräftig erholt

 

Gold und Silber konnten wiederum wie schon zuvor nicht von den Kursturbulenzen profitieren. Im Gegenteil: der Goldpreis fiel in der vergangenen Woche von 1340 US-Dollar/Unze im Hoch am 27. Februar  auf nunmehr 1322 US-Dollar/Unze und Silber von 16,7 auf 16,55 US-Dollar/Unze. In den letzten 5 Jahren gab der Goldpreis in US-Dollar damit um 16 Prozent nach und der Silberpreis sogar um über 42 Prozent. Bitcoins erholten sich hingegen schon wieder auf fast 9000 € bzw. 11.500 US-Dollar, was ein Kursanstieg von über 60 Prozent seit dem Tief Anfang Februar bedeutet. Damit stiegen Bitcoins in 1 Jahr trotz der scharfen Korrektur im Januar und Februar immerhin noch um 668 Prozent in 1 Jahr.

 

Wahl in Italien  belastet im Vorfeld, ebenso wie die SPD-Entscheidung zu „GroKo“

 

Nun warten alle deutschen Anleger zu einem auf die Mitglieder-Entscheidung der SPD zur „GroKo“ und anderseits auf das Wahlergebnis in Italien am 4. März. Hier wird es auch  zu schwierigen Koalitionsverhandlungen kommen, wer auch immer das Rennen dort machen wird. Viele erwarten ein Comeback des  81-jährigen Ex-Präsidenten Silvio Berlusconi, aber auch mit einem starken Abschneiden der rechtspopulistischen, europafeindlichen 5 Sterne Partei. Dies wird auch als Richtungsentscheid für Europa gewertet.

 

In Deutschland werden nun auch italienische Verhältnisse befürchtet und damit eine schwierige Regierungsbildung. Die SPD befindet sich weiterhin in einem Stimmungstief und ist nun bei den Umfragen sogar unter die AfD gerutscht. Das Thema „Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge“ beschäftigt zwar die Medien, aber nicht so sehr die Anleger.

 

 

Etablierte Parteien im Stimmungstief – drohen nun Weimarer Verhältnisse?

 

Es gibt einen globalen Trend weltweit, dass etablierte Parteien abgewählt und neue  „Bewegungen“ an Stimmen gewinnen, was aber auch die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den jeweiligen Regierungen ausdrückt. Das war in den USA der Fall, aber auch in Frankreich. Auch dies ist nicht ganz ungefährlich, denn die Lehren der Weimarer Republik sollte alle noch in Erinnerung haben, wo das Suchen nach einem „starken Mann“ letztendlich zu einem Weltkrieg führte. Hier kann man nur warnen: Wehret den Anfängen!

 

Kommt jetzt ein Handelskrieg …

 

Noch mehr Sorgen macht die EU aber die Ankündigung von Trump, dass er nun für Stahlimporte einen Importzoll von 25 Prozent und für Aluminium von 10 Prozent verlangen will. Die EU erwägt jetzt Gegenmaßnahmen und will auf einige amerikanische Produkte neue Zölle erheben. Das könnte der Beginn eines Handelskriegs zwischen den USA und China bzw. den USA und Europa werden. Auch hier kann man nur warnen: Wehret den Anfängen, denn dies war der Beginn der Weltwirtschaftskrise in den 20-er Jahren.

 

Viele Amerikaner warnen auch vor einem Handelskrieg, obwohl Trump meint, er könne ihn leicht gewinnen. Bei einem richtigen Handelskrieg gibt es aber keine Gewinner, da der Welthandel einbrechen könnte und dann auch die Weltbörsen, worunter auch die USA  früher oder später auch selbst leiden würden. Trump würde mit diesen protektionistischen Maßnahmen also ein gewaltiges Eigentor schießen, das dann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Genau davor haben auch die Anleger Angst und verkauften auf breiter Front Aktien.  Auch wird im März eine neue  Zinserhöhung der FED befürchtet, obwohl die Inflationsrate zuletzt nicht sonderlich strak in den USA anstieg.

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