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DAX-Chartanalyse: Die 12.000 wackelt deutlich im DAX

DAX-Chartanalyse Die 12.000 wackelt deutlich im DAX

Gastautor: Andreas Mueller
04.03.2018, 13:38  |  7455   |   |   

Orientierung im politischen Schlagabtausch zwischen Zöllen, Wahlen und Koalitionsverträgen bieten sich dem Trader im Chartbild des DAX. Auf dieses schaue ich hier genauer und identifiziere entsprechende Marken für den Handel in der kommenden Woche.

Ein sehr schwacher März schloss sich nahtlos an den schwach endenten Monat Februar an. Zusammen summiert sich nun der Abschlag vom Allzeithoch aus betrachtet auf über 12 Prozent. Auf den Märkten lasteten schwer die Diskussionen über die Automobilbranche, die Ideen von Donald Trump und die Unsicherheiten bezüglich der GroKo und Italien-Wahl. Was sagt die Charttechnik dazu?

 

Ausbruchsversuch im DAX gescheitert

 

Es gab nur einen Plustag in dieser Woche zu vermelden. Mit 0,3 Prozent Kursgewinn am Montag startet der DAX noch recht optimistisch in die Handelswoche und schickte sich an, die in der Vorwochenanalyse aufgezeigte Abwärtstrendlinie zu überwinden (Chartrückblick):

 

Hier sollte auch die Entscheidung fallen, wie ich zu diesem Chartbild vermerkte. Das Hoch bei 12.600 Punkten wurde nicht gehalten und die Gewinne schmolzen zum Handelsende wieder dahin. Bereits am Dienstag notierten wir wieder auf dem Stand des Vorwochenschlusskurses und somit unter 12.500 Punkte. Damit war der Ausbruch vereitelt und die Anziehungskraft der Range sehr gut sichtbar. In den Tages-Trading-Chancen schrieb ich dies hier:

 

 

Alles Weitere ging recht schnell und rot vonstatten. In der Range fühlt sich der DAX scheinbar sehr wohl. Der Mittwoch baute das Minus dann schon merklich aus. Die sprichwörtlichen "Dämme brachen" aber erst am Donnerstag mit einem Minus von 2 Prozent direkt an die Unterkante der Trading-Range vergangener Wochen. Nach so viel Bewegung und vor dem Hintergrund der neuerlichen Wirtschaftsbestimmungen aus den USA von Donald Trump, brach diese Range dann auf der Unterseite. Als schwächster Tag der Woche verzeichnet der Freitag letztlich ein Minus von 2,2 Prozent und beendete den Handel unter der psychologischen Marke von 12.000 Punkten.

 

Im Nachgang sieht man diese Durchwanderung der Trading-Range sehr gut:

Doch als Trader möchte man dies natürlich schon eher entdecken und daraus ein Signal generieren.

Eine Range ist letztlich ein Auspendeln des Kurse und damit die Suche der Marktteilnehmer nach einer klaren Richtung. Je länger dies dauert, um so heftiger wird diese Bewegung stattfinden. Als der Ausbruchsversuch auf der Oberseite am Montag nicht klappte, wurden alle Trader, die darauf spekulierten, wenig später schon brutal ausgestoppt. Dies verstärkte letztlich die Bewegung und die Bewegung zur Unterkante der Range, wie im Chartbild gerade gezeigt.

Fallende Hochs beim Ausbruchsversuch signalisierten immer deutlich einen Fehlausbruch. Dies visualisiere ich dann mit einer Trendlinie, die mir sozusagen auch im Risikomanagement hilfreiche Stopp-Marken vorgibt. Eine Überschreitung dieser Linie wäre ein prozyklisches Signal für den Ausbruch gewesen und damit als Pullback auf die Range zu werten. Da die Linie jedoch genau bis an die Range-Kante verlief, dominierte diese ab Mittwoch das Chartbild wieder und führte zum Eintauchen in die Range zurück.

Jede Long-Position vor dem Hintergrund des Ausbruchs sollte spätestens dort wieder geschlossen sein!

Allerspätestens an der Unterseite der Range wurde dann auch dem letzten bullischen Marktteilnehmer bewusst, dass es hier nicht mehr nach oben ging. Dies war dann letztlich auch der bärische Trigger aus der Vorwochenanalyse, den ich hier noch einmal als Erinnerung mit dem entsprechenden Zitat aufführe:

 

 

Die Bären kommen erst wieder ins Spiel, wenn wir die gezeigte Range im DAX aus der vergangenen Woche auf der Unterseite per Tagesschlusskurs verlassen...Dann würde mein Kursziel direkt die runde 12.000 bedeuten, welche wir schon vor dem Valentinstag einmal fast "geküsst" hatten.

 

Der Donnerstag weckte somit die Bären, der Freitag stillte ihren Hunger. Es gab keinen Halt an der runden Marke von 12.000 Punkten. Somit steht der XETRA-Schlusskurs mit 11.913 Punkten ein Stückweit davon entfernt auf der DAX-Tafel bis zum morgigen Handelsbeginn.

Um eine nachhaltige Bewegung zu erkennen, schaue ich nicht nur auf die Dynamik und das Momentum, sondern ebenso auf die Entwicklung der Abfolge. Denn eine starke Bewegung kommt selten wie ein "Schwarzer Schwan" aus dem Nichts, sondern baut sich auf und wieder ab. Dies erkennt man in der aktuellen Handelswoche sehr gut, als das Plus vom Montag in ein kleines Minus am Dienstag überging und danach die Minuszeichen zunahmen. Ebenso steigt dabei das Volumen stetig an. Dazu folgender Wochenüberblick von wallstreet-online:

 

Es ist daraus nicht abzulesen, ob sich dies noch einmal verstärkt oder eine Gegenbewegung einsetzt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Bullen war zwar die Nachbörse am Freitag, in der es einen sehr knappen und recht punktgenauen Rücklauf zur 12.000er-Marke gab, jedoch ist dies noch keine Trendwende. Wo diese eintritt, möchte ich nun im Ausblick darstellen.

 

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DAX-Chartanalyse: DAX in Range gefangen doch Ausbruch kommt näher
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