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Jens Kummer Darum sind wenige Aktien im Portfolio riskant

Gastautor: Dominik Weiss
06.03.2018, 14:03  |  603   |   |   

Für die langfristige Geldanlage sind Aktien sehr sinnvoll. Keine andere Anlageklasse verzeichnet auf lange Sicht so positive Renditen wie Aktien. Wer sein Geld in den breiten Aktienmarkt investiert, kann auf lange Sicht mit 6 bis 8% p.a. rechnen. Doch die Sache hat einen Haken: Diese Renditeerwartung für den gesamten Aktienmarkt gilt nicht für die einzelnen Aktien.

Jede 7. Standardaktie weist über einen längeren Zeitraum einen Totalverlust (-75% und mehr) auf! Unter Einbezug kleinerer Aktien (SmallCaps) vernichtet sogar jede 5. Aktie das Investment. Überraschend ist auch, dass ca. 40% aller Aktien eine negative Wertentwicklung im Laufe ihres Lebens (Listings) aufweisen. 

Quelle: MARS Asset Management auf Basis des EuroStoxx-Universums

Die Renditen der einzelnen Aktienrenditen sind nicht normalverteilt. An den Rändern häufen sich die gescheiterten aber auch erfolgreichen Titel. Ein sehr kleiner Prozentsatz von Gewinnaktien entwickelt sich so stark positiv, dass er die negative Entwicklung der Verlustaktien überkompensiert und die aggregierte Marktrendite (z.B. EuroStoxx) positiv ist.

Seit 1926 haben 58% der Einzelaktien in den USA eine schlechtere Wertentwicklung im Laufe ihres Lebens (Listings) als die einmonatige Termingeldanlage. Nur 4% aller Aktien wie z.B. Exxon Mobil, Apple, General Electric, Microsoft,… sind seit 1926 für die Wertentwicklung des Gesamtmarkts (S&P) verantwortlich (siehe Studie von Hendrik Bessembinder: Do Stocks Outperform Treasury Bills? vom Nov. 2017). 

Studie: Do Stocks Outperform Treasury Bills? von Bessembinder, November 2017

Selbstverständlich kann man diese Erkenntnisse aber auch ganz anders interpretieren: Denn wenn nur eine geringe Anzahl von Aktien für die positive Performance des Gesamtmarktes verantwortlich ist, dann lohnt es sich ganz besonders, genau diese Aktien zu identifizieren. 
Doch Privatanleger sollten realistisch sein. Wer eine bestimmte Aktie kauft, geht davon aus, dass er einen Informationsvorsprung gegenüber allen anderen Marktteilnehmern besitzt. Wahlloses Herauspicken von Aktientiteln verpasst mit großer Wahrscheinlichkeit die wenigen positiven Ausreißer im Portfolio. 

FAZIT: Die positiven langfristigen Erwartungen für Aktien beruhen vollständig auf dem Gesamtmarkt. Unter der Oberfläche streuen die Renditen der Einzelaktien enorm. Ein Portfolio aus Einzelaktien birgt deshalb das Risiko, dass es gerade jene wenigen Aktien nicht enthält, die sehr große Renditen erwirtschaften.




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