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Aktuelle Forbes-Liste Zwei Drittel der Top-15 sind Selfmade-Unternehmer

Gastautor: Rainer Zitelmann
07.03.2018, 19:16  |  1728   |   |   

"Die Superreichen haben fast alle ihr Geld geerbt", "heute ist es viel schwieriger als früher, aus eigener Kraft reich zu werden": Beide Aussagen sind falsch, wenn wir auf die aktuelle Liste der reichsten Menschen der Welt schauen.

Zehn der Top 15 auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt sind Selfmade-Unternehmer. Darunter sind allein sechs, die im Bereich Software bzw. Internet reich geworden sind. Ihr unglaubliches Vermögen verdanken sie einer Kombination guter Ideen und einem überragenden Geschäftssinn.

An der Spitze steht Jeff Bezos, der 1964 in New Mexico geboren wurde. Sein Vater war Angestellter in einer Ölfirma, Jeff arbeitete auch zunächst als Angestellter, bis er die Idee hatte, Amazon zu gründen - und damit zum reichsten Mann der Welt wurde.

Bill Gates, 1955 geboren, war Sohn eines wohlhabenden Rechtsanwaltes, aber reich wurde er nicht durch Erbschaft, sondern weil er rechtzeitig die Bedeutung des PCs und vor allem der Software erkannte und einen ausgesprochen guten Geschäftssinn hatte. Auch er ist Selfmade-Unternehmer.

Warren Buffetts Vater war Broker und später Kongressabgeordneter, aber auch er wurde nicht als Erbe reich, sondern als genialer Investor, der seinen Anlegern enorme Renditen brachte - und damit auch selbst unglaublich vermögend wurde.

Einige der reichsten Männer der Welt hatten vermögende Väter, so wie Bernard Arnault oder die Koch-Brüder. Aber im Vergleich zu ihrem heutigen Vermögen wirkt das ihrer Eltern bescheiden. Auch sie verdanken ihren Reichtum guten Ideen und Investments. Lediglich zwei auf der Liste der Top-15 haben ihr Vermögen primär dem unternehmerischen Talent ihres Vaters zu verdanken, nämlich Jim und S. Robson Walton, die Söhne des legendären Walmart-Gründers Sam Walton.

Die Väter der Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin waren ein Mathematiker und ein Informatik-Professor. Wenn sie etwas "geerbt" haben, dann kein Geld, sondern das mathematische Talent ihrer Väter. Auch der Vater von Mark Zuckerberg war nicht reich, sondern Zahnarzt. Zuckerberg verdankt sein Vermögen einer genialen Idee - Facebook. Und Amancio Ortega hat sein unglaubliches Vermögen von 78 Mrd. Dollar ebenfalls nicht geerbt; er ist in bescheidenen Verhältnissen als Sohn eines Bahnangestellten aufgewachsen und seine Laufbahn begann mit 14 Jahren als Handlanger in einem Bekleidungsgeschäft.

Larry Ellison wurde als uneheliches Kind geboren, scheiterte an der Uni und arbeitete als Angestellter, bis er dann die Software-Firma Oracle gründete, durch die er reich wurde. Bloombergs Vater arbeitete als Buchhalter in einer Molkerei, sein Sohn Michael war zunächst bei Salomon Brothers tätig. Er flog jedoch aus dem Unternehmen und mit der Abfindung baute er noch im selben Jahr die Finanzdaten-Agentur Bloomberg L.P. auf. Später erweiterte er seine Firma um den Nachrichtendienst Bloomberg Television und bot nun auch Online-Handel, Fernsehen und Radio an.

Natürlich spielen auch Erbschaften eine Rolle, die Kinder der Waltons sind ein Beispiel. Aber Erben können ihr Vermögen nur dann erhalten (oder gar ausweiten), wenn sie selbst die erforderlichen unternehmerischen Fähigkeiten mitbringen, was meistens jedoch nicht der Fall ist. Arnott, Bernstein und Wu haben nachgewiesen, dass die meisten Vermögen der Superreichen bald wieder dezimiert werden. Sie fragen: "Where are the current hyper-wealthy descendants of past entrepreneurial dynasties - the Astors, Vanderbilts, Carnegies, Rockefellers, Mellons, and Gettys? [...] The originators of great wealth are one-in-a-million geniuses […] In contrast, the descendants of the hyper-wealthy rarely have that same one-in-a-million genius […] Typically, we find that descendants halve their inherited wealth - relative to the growth of per capita GDP - every 20 years or less […] Today, the massive fortunes of the 19th century are largely depleted and almost all of the fortunes generated just a half-century ago are also gone."

  1. Jeff Bezos, Amazon, 112 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  2. Bill Gates, Microsoft, 90 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  3. Warren Buffett, Berkshire Hathaway, 84 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  4. Bernard Arnault, LVMH, 69 Mrd. Dollar
  5. Mark Zuckerberg, Facebook, 71 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  6. Amancio Ortega, Zara, 78 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  7. Carlos Slim Helu, telecom, 67 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  8. Charles Koch, Koch-Industries 60 Mrd. Dollar.
  9. David Koch, Koch-Industries, 60 Mrd. Dollar.
  10. Larry Ellison, Oracle, 58,5 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  11. Michael Bloomberg, Bloomberg LP, 50 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  12. Larry Page, Google, 48,8 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  13. Sergey Brin, Google, 47,5 Mrd. Dollar, Selfmade-Unternehmer
  14. Jim Walton, Walmart, 46,4 Mrd. Dollar, Erbe
  15. S. Robson Walton, Walmart, 46,2 Mrd. Dollar, Erbe


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Früher war es definitiv leichter zu arbeiten und Geld zu verdienen! Heute gibt es meist nur noch schlecht bezahlte sogenannte "Honorar"-Jobs, die nur den Anbietern Geld einbringen.Zudem verkennt Zitelmann, dass praktisch alle Top-Milliardäre aus den USA(oder China) kommen.Dort gibt es nur wenige bis gar keine stattlichen Regularien, die einem das Leben als Unternehmer zur Hölle machen können.In Deutschland sollte man am besten Kaufmann, Steuerfachwirt und Verwaltungsfachwirt in Personalunion sein.
Das Problem ist aus meiner Sicht, dass es heute grundsätzlich schwieriger geworden ist, überhaupt zu arbeiten. Der Staat macht Auflagen ohne Ende (Mindestlohn, Arbeitnehmerüberlassung, Zeitverträge, Betriebsräte etc) und allein durch die Tatsache, dass man eine selbstständige Tätigkeit ausübt fühlen sich Schmarotzer wie die IHK oder die Handwerkskammer berufen über eine Zwangsmitgliedschaft abzukassieren. Da man regelmäßig bei der Arbeit fernsieht und/oder Radio hört (Achtung: Ironie!) ist man natürlich auch sofort Zwangsmitglied in der staatlichen Organisation für Agitation und Propaga.... nee, sry, bei uns heißt das ja öffentlich rechtlicher Rundfunk, war ein Versprecher.

Ich habe mein erstes Geld mit 12 Jahren (in Worten: ZWÖLF!!!) bei einem Ferienjob verdient, das wäre heute unmöglich... man stelle sich das Echo in den Medien vor, wenn so etwas publik würde..... Kinderarbeit! Kindersklaven in Deutschland! Kinder in deutschem Unternehmen ausgebeutet! so ungefähr würden die Überschriften bekannter deutscher Tageszeitungen in Schriftgröße 2500 pt lauten. Kein Unternehmer - egal ob Einzelunternehmer oder Firmenboss mit vielen Angestelllten würde sich heute diesem Risiko aussetzen.

Stattdessen wird in der Schule (Inhalt einer Klassenarbeit der Klasse 9 Hauptschule, mit eigenen Augen gesehen!!) abgefragt, welche Rechte Arbeitnehmer nach dem Betriebsverfassungsgesetz, dem Arbeitszeitgesetz etc haben..... nicht, dass ich das grundsätzlich für falsch hielte, solches Wissen zu vermitteln, aber diese Saat wird gesät in den Köpfen von Kindern die überwiegend noch keinen einzigen Cent volkswirtschaftlichen Mehrwert erarbeitet haben. Sie haben bislang daher auch nie die Befriedigung erfahren, wie es ist, eigenes, selbst verdientes Geld in der Tasche zu haben. Diese Erfahrung wäre aber wichtig, um ein Gegengewicht zu haben gegen die schulische Indoktrination, Arbeit ist etwas Lästiges, Unternehmer sind raffgierige Geier, die Arbeitnehmer nur ausbeuten und der Staat müsse deshalb regulierend eingreifen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, aber ohne die andere Seite der staatlichen Regulierung und der daraus folgenden schulischen Indoktrination, nämlich die erste bezahlte Arbeit und Stolz über das erste selbst verdiente Geld wird sich die Waagschale in den Köpgfen der Schüler wohl einer ungesunden Einstellung zur Arbeit zuneigen - so zumindest meine Erfahrung.

Es ist schon deshalb schwieriger geworden, durch eigene Kraft reich zu werden, weil eine positive Einstellung zu Arbeit und zum Geldverdienen staatlicherseits unterminiert wird.

Nein, Herr Dr. Zitelmann: Die Aussage, dass es heute schwieriger ist als früher, aus eigener Kraft reich zu werden, haben Sie mit diesem Artikel nicht widerlegt. Ich habe zu viele eigene Erfahrungen und zu viele Beispiele im Freundes- und Bekanntenkreis, die diese Aussage belegen. Trotzdem habe ich ein "Daumen hoch" vergeben für Ihren Artikel. Sie bilden mit Ihren Artikeln ein erfrischendes Gegengewicht gegen sozialistische Neiddebatten und staatliche Regulierungen. Weiter so.
Ich gehöre auch zu den Personen, die glauben, dass es heutzutage schwieriger geworden ist, ein Unternehmen erfolgreich zu gründen.
Wer es nicht glaubt, kann gerne versuchen, seine selbst gemachten Pizzas oder Süßwaren bei REWE oder Edeka zu verkaufen. Um überhaupt in den Ordersatz aufgenommen zu werden, sind schon mal 100.000,- Euro fällig. Und wenn man es dann trotzdem schafft, machen einen die großen Unternehmen wie Dr Oetker od Nestle platt. Das ist in anderen Branchen genau so.

Vor zwanzig Jahren, nach dem Studium, hatte ich mit Banken und der KfW Kontakt. Woran ich mich noch gut erinnern kann, ist ein Formular in dem gefragt wurde "Wieviel Eigenkapital steht zur Verfügung ? Sind Ihre Eltern bereit für Sie zu haften ? Welcher Ihrer Verwandten wird eine Bürgschaft übernehmen ... etc. ".

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