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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
08.03.2018, 17:36  |  593   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

EZB ändert Wortwahl zur Geldpolitik

Zahlenflut belebt den Handel

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 08.03.2018 -

Der DAX legte im Tagesverlauf deutlich zu und notiert aktuell bei 12.322 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Wortwahl zur künftigen Geldpolitik geändert. Anders als bislang ziehen die Währungshüter nicht mehr explizit eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms im Falle eines verschlechterten Ausblicks in Betracht. Dies geht aus der Mitteilung zur Zinsentscheidung von heute hervor. Nach wie vor soll aber das Kaufprogramm bis Ende September 2018 oder länger erfolgen. Die Entwicklung der Teuerungsrate soll mit dem Inflationsziel von knapp zwei Prozent nachhaltig vereinbar sein. Zudem bleibt es dabei, dass die Leitzinsen für längere Zeit und weit über das Ende der Wertpapierkäufe hinaus auf ihrem aktuellen und historisch niedrigen Niveau verbleiben werden, hieß es.

Darüber hinaus bestimmt die Handelspolitik von Donald Trump weiter das Geschehen. Nach Handelsschluss in Europa könnte es soweit sein, dass der US-Präsident die angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte per Dekret offiziell einführt. Ob und welche Ausnahmen es dabei geben wird, bleibt abzuwarten.

Der EZB-Rat dürfte darüber diskutieren, ob er für den Notfall weiterhin eine Erhöhung der Anleihekäufe in Aussicht stellen solle. Dass sich die Währungshüter in ihrer Kommunikation wirklich bereits zu einer Streichung dieser Passage durchringen werden, gilt als eher unwahrscheinlich - auch vor dem Hintergrund der angekündigten US-Strafzölle, welche negative Wirkungen auf das Wachstum haben könnten. Wegen der Zolldebatte könnte eine steigende Konjunkturunsicherheit entstehen.

Nach neuesten Meldungen könnte es bei den angedrohten US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte für einige Länder Ausnahmeregelungen geben, allen voran die Nafta-Staaten Kanada und Mexiko. Damit könnte Donald Trump die entsprechenden Länder aber auch dahingehend unter Druck setzen, dass sie seine Ideen bei den Verhandlungen zu den Handelsverträgen unterstützen mögen.

Etwas Unterstützung kommt unterdessen aus China. Dort sind die Exporte im Februar unerwartet stark um 44,5 Prozent gestiegen. Die Daten dürften aber durch die chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten - wie bereits im Januar - verzerrt worden sein.

Linde profitiert von US-Steuerreform - Praxair-Fusion im Plan

Der vor der Fusion mit Praxair stehende Linde-Konzern hat 2017 von besser laufenden Geschäften in Europa und Asien profitiert. Zudem lief es im kleineren Anlagenbau besser. Allerdings bekam Linde den Preisdruck im US-Gesundheitswesen zu spüren. Zudem belastete der schwächere US-Dollar.

Der Umsatz legte 2017 um 1,0 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Minderheiten von 1,4 Milliarden Euro. Das waren gut 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Hier profitierte Linde von der US-Steuerreform. Aufgrund des niedrigeren Körperschaftsteuersatzes habe das Unternehmen die erwarteten Steuerzahlungen, die nun niedriger ausfallen, neu bewertet. Daraus resultiere ein positiver Effekt in Höhe von 250 Millionen Euro, hieß es.

Im Gegenzug belasteten Kosten für den Umbau, aber auch für die geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair.

Die Aktien verteuerten sich heute um 2,9 Prozent auf 178,56 Euro.

Conti will Dividende anheben

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental hat im vergangenen Jahr auch unter dem Strich mehr Gewinn eingefahren und will nun die Dividende anheben. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg um 6,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro. Zwar hatten Preissteigerungen für Rohmaterialien zur Reifenproduktion belastet, ein Jahr zuvor mussten aber auch Sonderkosten unter anderem für Kartellverfahren mit fast einer halben Milliarde Euro verbucht werden.

Die Dividende soll um 25 Cent auf 4,50 Euro je Aktie klettern. Analysten hatten hier aber etwas mehr erwartet.

Die Aktien starteten zwar schwächer in den Tag, notieren aktuell aber bei 223,41 Euro mit 1,4 Prozent im Plus.

Conti hatte bereits Anfang Januar erste Eckdaten vorgelegt, die der Konzern nun bestätigte. Der Umsatz war um 8,5 Prozent auf 44 Milliarden Euro gestiegen. Der Ausblick bleibt auch zwei Monate nach den ersten Zahlen im Januar bestehen. So peilt das Management auf Basis konstanter Wechselkurse einen Umsatzanstieg auf 47 Milliarden Euro sowie eine bereinigte Mindestrendite von rund 10,5 Prozent an.

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