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Aktien Schweiz SMI tritt auf der Stelle – UBS erhöht Rückstellungen

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Gastautor: Robert Sasse
09.03.2018, 12:42  |  273   |   

Zürich (awp) - Der interimistische Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident Pascal Gantenbein stärkt dem CEO der Bankengruppe, Patrik Gisel, den Rücken. Dieser steht wegen den Anschuldigungen gegen seinen Vorgänger Pierin Vincenz stark unter Druck. Gantenbein kündigte am Freitag vor den Medien eine lückenlose Aufklärung der Vergangenheit an.

Mit seinem Rücktritt übernehme der bisherige Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm grosse Verantwortung. Er ermögliche damit, dass die Vergangenheit "unbelastet" abgeklärt werden könne, und mache gleichzeitig den Weg frei für einen Erneuerungs- und Verjüngungsprozess im Gremium, so Gantenbein.

Gemäss Gantenbein erfolgte der Rücktritt Rüegg-Stürms aus freien Zügen: Es habe keine Intervention der Finanzmarktaufsicht FINMA gegeben. Laut dem interimistischen Raiffeisen-Präsidenten sei Rüegg-Stürm weder Teil der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, noch des Enforcement-Verfahrens der Finma.

AUFGABE FREI VON DER VERGANGENHEIT ANPACKEN

Auch Rüegg-Stürm machte an der Medienkonferenz ein kurzes Statement: Dabei sagte er, dass er mit dem Rücktritt seine Bereitschaft zeigen wolle, einen Teil der Mitverantwortung zu übernehmen. Er bedauere die aktuellen Entwicklungen zutiefst. In den letzten Tagen sei im Verwaltungsrat aber sorgfältig definiert worden, wie die aktuelle Krise am besten bewältigt werden könnte. Dabei sei es entscheidend, dass die bevorstehenden Abklärungen durch eine Persönlichkeit verantwortet werde, die diese Aufgabe unabhängig und frei von der Vergangenheit anpacken könne.

Gantenbein, der erst nach dem Rücktritt von Vincenz als Raiffeisen-CEO in den Verwaltungsrat gewählt wurde und dem nun die Rolle zukommt, betonte vor den Journalisten mehrfach, dass es derzeit keine Anhaltspunkte vor, die Herr Gisel belasten würden. Mit diesem Hinweis beantwortete Gantenbein auch alle an Gisel gerichteten Fragen, die sich darauf bezogen, wann dieser über welche Gegebenheiten in der Causa Pierin Vincenz Kenntnis hatte.

Gisel selbst sagte lediglich, dass er überzeugt sei, dass der unter ihm initiierte Weg der Entflechtung und der Transparenz der richtige sei. Und er gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass solche Vorkommnisse, wie sie nun ans Licht kommen, dank der verbesserten Corporate Governance nun nicht mehr passieren könnten. Dass die Vergangenheit aufgearbeitet werde, begrüsse er. Und er betonte einmal mehr: "Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf ein illegales Verhalten."

Laut Gantenbein soll nun neben dem Verfahren der Staatsanwaltschaft und dem Enforcement-Verfahren der Finma auch eine externe Partei mandatiert werden, um die ganzen Vorgänge im Auftrag der Bankengruppe aufzuarbeiten. Derzeit würden die Abklärungen laufen, wem das Mandat gegeben werden könne.

Dabei sei es einerseits wichtig, dass die Person oder das Anwaltsbüro in keiner relevanten Weise in Vergangenheit mit Raiffeisen zu tun hatte. Anderseits müsse die Partei auch über die notwendigen zeitlichen Ressourcen verfügen, das Ganze schnell aufzuarbeiten. Wir können es uns nicht leisten, drei Jahre in dieser Angelegenheit herumzueiern", sagte Gantenbein.

VORWURF DER PERSÖNLICHEN BEREICHERUNG

Raiffeisen hatte am Donnerstagabend bekannt gegeben, dass Rüegg-Stürm sein Amt per sofort niederlege. Begründet wurde dieser Schritt mit den jüngsten Entwicklungen in Zusammenhang mit dem eingeleiteten Strafverfahren gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sowie dem noch immer laufenden Verfahren der Finanzmarktaufsicht Finma gegen Raiffeisen Schweiz. Angesichts dessen sei "dies ein wichtiger Schritt, um die Glaubwürdigkeit von Raiffeisen Schweiz langfristig zu erhalten", hiess es in der Mitteilung vom Donnerstagabend.

Der 1961 geborene HSG-Professor präsidierte den Verwaltungsrat im 50%-Pensum seit 2011. Ins Gremium berufen wurde er 2008. Sein interimistischer Nachfolger Gantenbein wurde 2017 als unabhängiges Mitglied in das Aufsichtsgremium von Raiffeisen Schweiz gewählt. Gantenbein, Professor für Finanzmanagement an der Universität Basel, ist zuvor vom Verwaltungsrat zum Vizepräsidenten ernannt worden.

Rüegg-Stürm hatte noch vergangenen Sonntag in einem Zeitungsinterview gesagt, er wolle zwei weitere Jahre als Präsident antreten. Das gegenwärtige Management mit Raiffeisen-Chef Gisel nahm er in Schutz und bestritt, dass der Verwaltungsrat zu wenig genau hingeschaut habe.

Vincenz sitzt seit letzter Woche in Untersuchungshaft. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. Vincenz soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben.

jr/ra

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitagmittag kaum verändert. Der SMI tritt nach der starken Erholungsbewegung vom Donnerstag auf der Stelle und bewegt sich mit einer Schwankungsbreite von rund 20 Punkten an der Schwelle von 8'900 Punkten. Die Anleger würden auf die Daten vom Arbeitsmarktbericht auf den USA warten, der am Nachmittag zur Veröffentlichung ansteht, heisst es im Handel.

Die Börsen reagierten überraschend gelassen auf die Unterzeichnung des Dekrets für Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump. Wichtiger jedoch werden in Marktkreisen die Entspannungssignale im Atomwaffenstreit mit Nordkorea gewertet. Die Ankündigung von Trump für ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe die Anleger ermutigt, hiess es. Am Vormittag hatte Grossbritannien einen schwächer als erwarteten Anstieg der Industrieproduktion gemeldet und in Deutschland sanken Industrieproduktion und Aussenhandel zum Jahresauftakt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.50 Uhr 0,04% höher auf 8'900,17 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt derweil 0,03% auf 1'458,89 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,12% auf 10'316,11. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus, neun im Minus und zwei (Bâloise, Novartis) unverändert.

Einer der grössten Verlierer unter den Blue Chips ist UBS (-0,8%, 17,36 CHF). Die Grossbank hat ihre 2017 verbuchten Rückstellungen für Rechtsfälle und regulatorische Angelegenheiten seit der Veröffentlichung der Q4-Zahlen Ende Januar nochmals erhöht. Der Vorsteuergewinn sank für das Gesamtjahr 2017 deshalb um 141 Mio CHF.

Die Royal Bank of Canada hat unterdessen das Kursziel für UBS gesenkt (auf 19,50 von 21,00 CHF) und stuft die Titel mit Sector Perform ein. CS (-0,2%) geben ebenfalls leicht ab. Auch das Kursziel von Julius Bär (+0,3%, 60,54 CHF) wurde von der Bank auf 68,50 CHF leicht zurückgenommen, die Bewertung bleibt jedoch Outperform.

Grössere Abgaben weisen zudem Logitech (-1,4%), Clariant (-0,6%) und Sika (-0,7%) auf.

Bei den Schwergewichten geben Roche (GS +0,2%) und Nestlé (-0,5%) leichte Stütze, während Novartis unverändert notieren. Grösste Gewinner unter den Top-30 sind Aryzta (+2,3%), Sonova (+1,4%), Vifor Pharma und Dufry (je +0,9%).

Im breiten Markt brechen Starrag mit einem Plus von 8,2% nach oben aus. Der Werkzeugmaschinen-Hersteller hat den Reingewinn verdoppelt und hebt die Dividende um 50% auf 1,50 CHF pro Aktie an. Die höhere Auslastung und operative Massnahmen hätten zur Verbesserung der Profitabilität geführt.

Auch SFS (+1,8%) hat deutlich mehr verdient und stellt für das laufende Jahr Wachstum in Aussicht. Kursstützend dürfte auch hier die höhere Dividende wirken. Dies dürfte auch beim Hersteller von Verbundplatten und Kernmaterialien für Sandwichkonstruktionen Schweiter (+1,0%) den Ausschlag geben. Mit den Zahlen wurden die Erwartungen beim Betriebsgewinn verfehlt. Die Sonderdividende von 5 CHF zuzüglich der regulären Ausschüttung von 40 CHF pro Aktie stützt jedoch offenbar. Auch Banque Profil de Gestion (+1,7%) und Zug Estates (-0,9%) haben Jahreszahlen veröffentlicht.

Oerlikon (+1,3%) notieren erneut im Plus. Hier hat die RBC im Nachgang der Zahlen das Kursziel auf 18,50 von 17,00 CHF angehoben. Panalpina (+1,4%) können sich nach zwei Tagen mit deutlichen Abgaben etwas erholen. Hier hat die kanadische Bank zwar auch das Kursziel gesenkt, die Titel jedoch neu mit Sector Perform bewertet, statt zuvor mit Underperform.

Bei GAM (-2,8%) belastet eine Herabstufung durch Macquarie auf Neutral (Outperform), wobei das Kursziel jedoch angehoben wird. Die Neueinstufung erfolge aufgrund der Kursentwicklung. Mit den Zahlen für 2017 habe der Vermögensverwalter besser als erwartet abgeschnitten und die EPS-Schätzungen seien entsprechend angepasst worden. Mobilezone liegen nach der Bekanntgabe des Bezugspreises von 9,50 CHF für die neuen Akten mit -2,2% auf 12,42 CHF im Angebot.

yr/ra

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Ein Beitrag von awp Finanznachrichten

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