DAX+1,29 % EUR/USD+0,40 % Gold+0,25 % Öl (Brent)-0,59 %

Welutions statt Bürokratie und Hierarchien "Berliner Team" fordert Umdenken in der Unternehmenskultur

Gastautor: Rainer Brosy
09.03.2018, 13:57  |  1135   |   |   

Mitarbeiterkompetenz statt Hierarchiezwang: "Berliner Team" fordert Umdenken in der Unternehmenskultur

Welcher Angestellte kennt diese Situation nicht: Ein erfolgsversprechender Kunde fordert ein schnelles Angebot oder einen raschen Entwurf, doch die Unternehmenshierarchie sieht es vor, dass der Vorgesetzte sein Okay gibt, bevor der Kunde bekommen kann, was er gerne hätte. Einfacher gesagt, als getan. Denn der Vorgesetzte sitzt nicht immer im Büro nebenan. Vielleicht sitzt er an einem anderen Standort oder ist häufig unterwegs und deshalb schlecht erreichbar. Und auch der Vorgesetzte selbst muss nicht selten Rücksprache mit den Leuten halten, die in der Hierarchie über ihm stehen.

Mitarbeiterteam bespricht sich

Statt Entscheidungen von oben nach unten zu delegieren, sollte die Unternehmensleitung ihren Mitarbeitern mehr Entscheidungskompetenz zutrauen und gewähren. Bildquelle: ESB Professional – 294489926 / Shutterstock.com

Hierarchiedenken lähmt Unternehmen

Die Folge einer solch unflexiblen Bürokratiekette, die man auch von staatlichen Behörden und öffentlichen Institutionen kennt, sind meist verärgerte Kunden, die ewig auf eine konstruktive Rückmeldung warten müssen. In unserer globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt nehmen das nur die wenigsten Kunden hin. Die Konkurrenz ist nicht selten flexibler und schneller und bekommt letztlich auch den Auftrag.

Bei www.berlinerteam.de, einer Management-Beratung, die ihren Sitz – wie der Name schon vermuten lässt – in der Hauptstadt hat, kennt man diese Probleme zur Genüge. Kaum ein mittelständisches Unternehmen und kaum ein Konzern, in dem die Manager nicht über die lähmenden Hierarchieebenen klagen. Verärgerte Kunden führen zu frustrierten Führungskräften, die von einer Unternehmensführung gelähmt werden, die ihren Mitarbeitern zu wenig zutraut und alles kontrollieren und mitentscheiden will.

Mehr Entscheidungskompetenz fördert die Motivation

Dabei sind die Mitarbeiter das Herz und der Antrieb eines jeden Unternehmens. Keine noch so gute Führungsebene bringt so viel Wissen und Erfahrung mit wie die Basis, die Tag für Tag mit den Kunden kommuniziert und die Zielgruppe deshalb auch am besten kennt. Die Berliner Unternehmensberatung plädiert deshalb für mehr Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter – und zwar quer durch alle Hierarchieebenen.

"Dieses Vertrauen muss dadurch zum Ausdruck gebracht werden, dass die Mitarbeiter mehr Entscheidungsgewalt erhalten", erklärt ein Consultant vom "Berliner Team". "Und mit mehr meinen wir die maximale Entscheidungsfreiheit. Denn wie in der Politik auch, ist meist nicht der Vorstandsvorsitzende (oder Minister) der Experte, sondern der Mitarbeiter (oder Beamte)."

Führung bedeutet auch Entscheidungen zu delegieren

Ja, Chefs sind dazu da, um Entscheidungen zu tragen und ihren Kopf dafür hinzuhalten, wenn eine Entscheidung falsch war. Vor allem aber sollen sie führen. Und zu Führung gehört es eben auch, seinen Mitarbeitern die Kompetenzen einzuräumen, die sie verdient haben und die sie nicht selten zu Maximalleistungen anspornen.

Doch was tun, wenn die Entscheidungen komplex sind? Ist es nicht auch ein Risiko, eine weitreichende Entscheidung in die Hände eines einzelnen Mitarbeiters zu legen? "Das muss man gar nicht", sagt der Unternehmensberater. "Wir nennen unser Konzept 'Welutions', weil Mitarbeiter am stärksten und klügsten sind, wenn sie sich zusammentun. Was machen Sie, wenn Sie sich nicht sicher sind? Sie fragen jemanden nach Rat. Gemeinsam kommt man in der Regel zum richtigen Entschluss. Genauso sollte es auch in Unternehmen sein. Damit fördern Sie auch die interne Kommunikation."

Team- statt Einzelleistungen fördern

Betriebe, die das produktive Miteinander statt die Einzelleistung in den Mittelpunkt stellen, sind wettbewerbsfähiger und erfolgreicher, so die Erfahrungen vom "Berliner Team". Jeder Mitarbeiter hat andere Kompetenzen, Erfahrungen und Wissensschätze. Tut man sich zusammen und trifft eine Entscheidung gemeinsam, erfolgt das nicht nur schneller, als wenn der Vorgesetzte konsultiert werden muss, sondern es ist meist auch die klügere Entscheidung. Nicht umsonst setzt man auch in anderen Branchen auf die Schwarmintelligenz. Für bessere Ergebnisse müssen nicht tausende Menschen befragt werden, schon ein Team aus zwei Personen ist entscheidungssicherer und produktiver.

"Welutions", wie die Berliner Management-Experten es nennen, setzen voll auf die Teamleistung. Das klingt nicht gerade nach einer Revolution, ist es in den meisten Unternehmen aber. Der größte Kraftakt ist es meist, das Top-Management davon zu überzeugen, ihren Mitarbeitern mehr Entscheidungsspielraum einzuräumen. Da macht es übrigens keinen Unterschied, ob es sich um die Lenker einer Aktiengesellschaft oder den Patriarchen eines traditionsreichen Familienunternehmens handelt.

Seite 1 von 2
Mehr zum Thema
AktienPolitikBerlinLeu


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Gastautor

Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

RSS-Feed Rainer Brosy

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel