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Niedrigzinsen und kein Ende - Zeit für ein Aktien-Depot

Gastautor: Rainer Brosy
12.03.2018, 18:55  |  1423   |   |   

Das erste Aktien-Depot für Anfänger

Der Aktienmarkt ist ein sehr komplexer Markt. Die einen schwören auf die technische Analyse, die anderen bezeichnen sie als größten Feind der Börsenlogik, da die Börse ihre eigene Logik habe. Erfolgreiche Anleger wie André Kostolany oder Warren Buffett haben sich immer an den fundamentalen Daten der Unternehmen orientiert. Wer mit Aktien handeln möchte, sollte sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. Dazu gehört auch der technische Ablauf mit dem Aktien-Depot und all den Nebenkosten, die damit zusammenhängen.

Der Handel mit Wertpapieren kostet Nerven und verlangt Geduld

Trotz der guten Performance deutscher Blue Chips sank die Anzahl der Wertpapier-Depots in Deutschland von 2007 bis 2016 um gut 25 Prozent. Das Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte hat seit der Finanzkrise also merklich gelitten. Dabei kommt der Handel an der Börse schon seit Urzeiten einer Achterbahnfahrt gleich. Es gab immer Aufs und Abs und wird sie immer geben. In Zeiten fallender Kurse heißt es also: Ruhe bewahren. Bis jetzt sind die Kurse auch immer wieder gestiegen.

Sieben Millionen weniger Wertpapierdepots in Deutschland seit 2007

Statistik: Um gut sieben Millionen ist die Anzahl der Wertpapierdepots in Deutschland von 2007 bis 2016 geschrumpft. Quelle: eigene Darstellung

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Eröffnung eines Aktien-Depots?

Die lebende Börsen-Legende Warren Buffett würde sagen: „Immer. Vorausgesetzt, Sie sind bereit, die Aktien eines Unternehmens über einen Zeitraum von zehn Jahren zu halten. Andernfalls sollten Sie nicht einmal daran denken, sie für zehn Minuten zu besitzen.“ Der Mann, der mit Aktien ein Vermögen von aktuell mehr als 75 Milliarden Dollar gemacht hat, muss es ja wissen. Krisen einfach auszusitzen, ist vermutlich die beste Anlage-Strategie.

Laien könnten dagegenhalten, dass eine Krise selbst der beste Zeitpunkt für den Einstieg ist. Das ist theoretisch zwar richtig, aber wer will schon darauf warten? Ein Börsen-Crash kommt nur alle Jubeljahre vor und Wirtschaftskrisen wirken sich nicht immer gleich negativ auf Börsenkurse aus, wenn die Börsianer die Fantasie haben, dass es wieder aufwärts geht. Als sich die Finanzkrise im Herbst 2008 zunehmend auf die Realwirtschaft auswirkte, brachen die Aktienkurse und somit auch der DAX ein.

  • DAX Schlusskurs am Donnerstag, den 9.10.2008: 4887
  • DAX Schlusskurs am Freitag, den 10.10.2008: 4544
  • DAX Schlusskurs am Montag, den 13.10.2008: 5062

 

Es war zwar kein schönes Wochenende für die Börsianer, aber der Wochenstart stellte dann wieder alles in den Schatten. Am Montag eröffnete der DAX bereits knapp 100 Punkte über dem Schlusskurs vom Freitag. Am Ende des Tages verzeichnete der DAX ein Plus von 518 Punkten oder 11,4 Prozent. Das Auf und Ab bleibt also auch in Krisenzeiten bestehen. In diesem Fall weckten die Rettungspläne der US-Regierung für die US-amerikanische Finanzbranche bei den Börsianern die Fantasie, dass am Ende doch wieder alles gut wird. Wie die folgende Tabelle zeigt, sollten sie Recht behalten:

DAX Kurs

Auf und Ab in Krisenzeiten

Aktien versprechen nachweislich die höchsten Renditen

Wer sich nicht zu Panikverkäufen hinreißen lässt, wird sich langfristig gesehen über hohe Renditen freuen dürfen. Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren (1996 bis 2015) wies allein der DAX in zehn Jahren eine Rendite von jeweils mehr als 20 Prozent pro Jahr aus. Nur in drei von zwanzig Jahren mussten Anleger Verluste von mehr als 20 Prozent verkraften. Im Schnitt legte der DAX trotz mitunter heftigem Auf und Ab 8,1 Prozent pro Jahr zu. Damit kann kein Tagesgeldkonto aufwarten.

Wie eröffne ich ein Aktien-Depot?

Ein Aktien-Depot oder genauer Wertpapierdepot, da auch andere Wertpapiere darüber gehandelt werden können, stellt im Bankwesen ein Konto dar, über das Wertpapiergeschäfte getätigt und Wertpapierbestände verwaltet werden. Die meisten Hausbanken bieten auch den Handel mit Wertpapieren an und legen für ihre Kunden ein entsprechendes Konto an. Ohne Aktien-Depot ist ein Aktienkauf heute zwar noch möglich, aber völlig unüblich.

Eine günstigere Alternative als das Depot bei der Hausbank bietet ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker im Internet. Banken berechnen oft hohe Depotkosten allein für die Bereitstellung. Sie können sich im Jahr auf 30 bis 100 Euro belaufen, ohne dass Sie eine einzige Transaktion getätigt haben.

Gebühren, die beim Kauf von Aktien anfallen

Broker sind auch nur Menschen und müssen von irgendetwas leben. Ihr Verdienst ergibt sich aus ihrer Vermittlungstätigkeit beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren, die in Form der Ordergebühr erhoben wird. Außerdem kassieren sie eine Art Maklercourtage, die in den Börsengebühren enthalten ist. Vor der Eröffnung eines Wertpapierdepots sollten Sie sich deshalb genau über die folgenden Gebühren erkundigen. Das geht am besten mit einem Brokervergleich auf entsprechenden Plattformen im Internet.

  • Orderkosten: werden für jeden einzelnen Kauf oder Verkauf fällig
  • Börsengebühren: pauschales Entgelt für den Handel an einem bestimmten Börsenplatz
  • Limitgebühren: Das Setzen von Limits (automatischer Kauf oder Verkauf bei Erreichen einer bestimmten Kurshöhe) wird heute oft, aber nicht immer kostenlos angeboten.
  • Depotkosten: Gebühr, die für die Bereitstellung des Wertpapierdepots anfällt.

 

Einige Online-Broker bieten für Neukunden ein Musterdepot an. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, um sich mit der Materie risikofrei vertraut zu machen.

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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