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Warum Tech-Aktien im ersten Amtsjahr von Trump in die Höhe geschnellt sind

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.03.2018, 08:30  |  407   |   |   

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar 2017 boomen Technologiewerte, die alle anderen Sektoren übertreffen. Um den amerikanischen Präsidenten zu zitieren, war die Leistung des Technologiesektors während seines ersten Jahres nichts anderes als „gewaltig“. Der S&P North American Technology Sector Index verzeichnete einen Anstieg um rund 41 % und übertraf damit die Zuwächse des S&P 500 Index um rund 24 %. Dieser Unterschied ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Tech-Aktien den größten Beitrag zu den Gewinnen des Indexes in diesem Zeitraum leisteten.

Ein Großteil der Dynamik stand in keinem Zusammenhang mit einer bestimmten Regierungsmaßnahme, aber es gab einige auf Trump zurückgehende Initiativen, die die Aktienkurse anscheinend nach oben getrieben haben. Lies weiter, um zu erfahren, warum Aktien aus dem Technologiesektor während des ersten Amtsjahres von Trump eine so starke Performance aufwiesen.

Impulse aus der Steuerreform

Die größte Auswirkung, die die Regierung unter Trump auf die Leistung des Technologiesektors hatte, ist wahrscheinlich auf Änderungen in der Steuerpolitik zurückzuführen. Trump warb für einen Plan zur Senkung des amerikanischen Körperschaftsteuersatzes, der zunächst eine Senkung des Steuersatzes von 35 % auf 15 % vorsah. Dieses Versprechen war ein möglicher Faktor für das bemerkenswerte Momentum, das die Börse kurz nach seiner Wahl erfasste und während seines ersten Amtsjahres anhielt – selbst als sich die Details der Steuerreforminitiative änderten, bis die Vorlage der republikanischen Rechnung am 21. Dezember das Parlament passierte. Das Gesetz, das als „Tax Cuts and Jobs Act“ bezeichnet wird, senkte schließlich den effektiven Körperschaftsteuersatz auf 21 % – ein wichtiger Impuls, der ein deutliches Kursplus für Technologieunternehmen und ihre Aktionäre nach sich zog.

Der Gesetzentwurf brachte auch eine einmalige Steuerbefreiung mit sich, die den Steuersatz für die Rückführung von im Ausland lagernden Geldern von 35 % auf 15 % für Bargeld, Aktien und andere liquide Vermögenswerte und auf 8 % für Gewinne aus Immobilieninvestitionen senkte.

Diese Änderung ist für Unternehmen mit großen Vermögen im Ausland ein großer Gewinn. Goldman Sachs schätzt, dass amerikanische Unternehmen etwa 3,1 Billionen US-Dollar im Offshore-Bereich versteckt haben, und Apple (WKN:865985), Microsoft, Cisco (WKN:878841), Alphabet und Oracle verfügen laut Bloomberg über die fünf dicksten Konten mit Offshore-Vermögenswerten.

Zu der Zeit, als die Steuerbefreiung vorgeschlagen wurde, verfügte Apple über etwa 250 Millionen US-Dollar in bar und äquivalenten Vermögenswerten auf ausländischen Konten, während Microsoft ungefähr 132 Milliarden US-Dollar im Ausland hatte. Die Verabschiedung des „Tax Cuts and Jobs Act“ gab diesen und anderen Technologieunternehmen einen zusätzlichen Anreiz, Mittel in die Staaten zurückzubringen und sie für Investitionen, Übernahmen und die Rückgabe von Werten an die Aktionäre zu verwenden.

Cisco hat seitdem verkündet, dass es plant, 67 Milliarden US-Dollar von seinen Offshore-Ölaktien zurückzuholen. Das Management des Unternehmens hat erklärt, dass es den Rückführungssteuerrabatt nutzen wird, um seine Dividende zu erhöhen und Übernahmen zu finanzieren – Entwicklungen, die den Aktionären in relativ kurzer Zeit wesentliche Vorteile bringen werden.

Ein weiteres Beispiel: Apple kündigte Pläne an, 350 Milliarden US-Dollar zu investieren, um sein Geschäft auf dem amerikanischen Markt auszubauen. CEO Tim Cook wies darauf hin, dass diese große Investition in den USA größtenteils durch reduzierte Unternehmenssteuern und Rückführungen ermöglicht wurde. Obwohl es also schwierig ist, genau zu wissen, wie viel der Aktienperformance des Tech-Sektors letztes Jahr von der Steuerreform herrührt, gibt es immerhin reichlich Beweise dafür, dass der Schub durch die Gesetzgebung einen gewissen Beitrag dazu geleistet hat.

Große Dynamik

Ein weiterer Faktor für die Spitzenleistung des Technologiesektors während des gesamten ersten Amtsjahres von Trump war die Verbesserung der Marktaussichten für die wichtigsten Akteure der Branche. Führende Technologieunternehmen haben seit der Amtsübernahme von Trump ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt und diese Dynamik dürfte sich fortsetzen, da Reichweite und Bedeutung der zugrunde liegenden Geschäftsbereiche weiter zunehmen.

Die Ergebnisentwicklung in der gesamten Branche während des ersten Amtsjahres von Trump war weitgehend positiv, auch wenn einige Unternehmen im Zusammenhang mit dem neuen Steuergesetz Vorabbelastungen in Kauf nahmen. Amazon (WKN:906866) verzeichnete in dem im Dezember endenden Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von rund 31 % gegenüber dem Vorjahr – mit einem Anstieg des Nettogewinns um 25 %. Die Einnahmen von Facebook (WKN:A1JWVX) stiegen im gleichen Zeitraum um 47 % und trugen dazu bei, dass das Nettoeinkommen im Vergleich zum Vorjahr um 56 % gesteigert werden konnte. Die Technologieunternehmen haben ihre positiven kurzfristigen Gewinne fortgesetzt, da die langfristigen Aussichten für branchenführende Unternehmen für die Investoren noch attraktiver geworden sind.

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