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ETF Securities Research – Rohstoffe Nickel: Elektrifizierung könnte Nachfrage anregen

Nachrichtenquelle: ETF Securities
13.03.2018, 11:18  |  312   |   |   

Industriemetalle erholen sich als Komplex seit 2016, nachdem sie zwischen 2011 und 2015 fünf Jahre in Folge verloren haben. Bisher ist zwar Zink das einzige Metall, das seine Verluste seit 2011 wettgemacht hat (nominal, nicht real). Gleichwohl erlebte der Bloomberg Commodity Index einen Aufschwung, der ihn vom Tief Anfang 2016 um 65 Prozent steigen ließ. Am weitesten entfernt von seinem Preisniveau 2011 ist Nickel, obwohl es sich gegenüber dem Tief von 2016 bereits um 77 Prozent verteuert hat (Quelle: Bloomberg). Wir sind überzeugt, dass weitere Preiszuwächse möglich sind, da sich die Struktur von Angebot und Nachfrage verändert.

Angebotsdefizit

Das Angebot der Minen konnte in den letzten Jahren nicht mit dem Bedarf Schritt halten, da die Bergbauunternehmen im Zuge der Preisschwäche die Investitionen kürzten. Laut der Internationale Studiengruppe Nickel wird die primäre Nickelproduktion 2018 um 148.000 Tonnen, das heißt gemessen an der Nachfrage um 8,7 Prozent, hinter dem primären Nickelbedarf zurückbleiben. Das Angebotsdefizit geht damit in das dritte Jahr in Folge.

Stahlproduktion nimmt voraussichtlich zu

Das Internationale Edelstahlforum geht für 2017 von einem Anstieg der Stahlproduktion um rund 5 Prozent aus und erwartet für 2018 ein Wachstum in vergleichbarer Höhe. Die Stahlproduktion macht mit 67 Prozent den Löwenanteil am Nickelverbrauch aus.

Chinas ökologische Ausrichtung

Im Zuge des chinesischen Urbanisierungs- und Baubooms erlebte die Nachfrage nach Nickel-Roheisen (NPI), einem hauptsächlich für den heimischen Gebrauch produzierten Ferronickel minderer Qualität, in den letzten Jahrzehnten einen beträchtlichen Aufschwung. In den Jahren 2016 und 2017 ging die Produktion jedoch zurück. Auf dem Weg zu einer besseren Umweltbilanz könnte China seine NPI-Abhängigkeit zugunsten höherwertiger Nickelprodukte verringern, was das Angebot hochgradiger Nickelerze verknappen würde. Chinas globale Nachfrage nach Nickel wird wahrscheinlich steigen.

Untersuchung philippinischer Minenstilllegungen dauert an

Als die Amtszeit der vorläufigen philippinischen Umweltministerin Regina Lopez nicht verlängert wurde, ging man allgemein davon aus, dass ihre Entscheidung, 23 der 41 Minen des Landes zu schließen, aufgehoben werden würde. Ursprünglich wurden die Minen wegen Umweltverstößen (siehe Verknappung des Metallangebots aufgrund ökologischer Bedenken) geschlossen, aber auch neun Monate nach ihrer Entlassung sind sie noch nicht wieder in Betrieb genommen worden. Die philippinische Regierung hat vor der Macht der Bergbaulobby noch immer nicht kapituliert. Obwohl sie den von Lopez verbotenen Tagebau inzwischen wieder erlaubt, hat sie eine 25-köpfige Expertenkommission zur Untersuchung der Minenschließungen eingesetzt. Ihr Bericht wird für das erste Quartal 2018 erwartet. 2016 waren die Philippinen noch der größte Nickelerzproduzent. Angesichts der deutlichen Hinweise auf Umweltverstöße, die die erste Untersuchung zutage förderte und die zur anfänglichen Sperrung führten, rechnen wir damit, dass ein bedeutender Teil des Minenangebots nach der zweiten Untersuchung weiterhin Einschränkungen unterliegen wird.

Elektrifizierung von Fahrzeugen

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen soll den Erwartungen zufolge von einem relativ niedrigen Ausgangsniveau deutlich ansteigen. 2016 belief sich die Zahl an Elektrofahrzeugen auf rund 2 Millionen. Das entspricht 0,2 Prozent des Gesamtbestands. 2020 werden es laut den Prognosen der Internationalen Energiebehörde zwischen 9 und 20 Millionen und 2025 zwischen 40 und 70 Millionen Elektrofahrzeuge sein. Eine Zunahme der Elektrofahrzeuge in dieser Größenordnung kommt einem Strukturwandel auf dem Automobilmarkt gleich.

Hinweis: Das Referenzszenario berücksichtigt technische Verbesserungen bei der Energieeffizienz und Verkehrsmittelwahl, die die angekündigten oder zur Diskussion stehenden Maßnahmen unterstützen. Das 2-Grad-Szenario geht davon aus, dass die erwartete durchschnittliche Erderwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent auf 2°C begrenzt werden kann. Das Unter-2-Grad-Szenario fällt in den Zielbereich des Übereinkommens von Paris, der einer durchschnittlichen Erderwärmung um 1,75 °C entspricht.

 

Alle Elektrofahrzeuge – gleich ob reine Batterieelektromobile oder Steckdosenhybride – benötigen Akkus. Die sogenannte Lithium-Ionen-Batterie ist derzeit die am weitesten verbreitete Akkuvariante. Aber es gibt eine Reihe unterschiedlicher Typen von Lithium-Ionen-Batterien.

In Autos kommt meist eine Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Kathode zum Einsatz, die sich nach Ansicht der Gemeinsamen Forschungsstelle der EG am stärksten verbreiten wird. Die Nachfrage dürfte ihren Erwartungen zufolge zwischen 2015 und 2025 von 40.000 Tonnen auf 192.000 Tonnen ansteigen. Dies entspricht einem Zuwachs ihres Anteils am Gesamtmarkt der Kathodenmaterialien von 29 Prozent auf 48 Prozent.

Hinweis: In automobilen Lithium-Ionen-Batteriezellen werden abgesehen von Lithium-Kobalt-Oxid derzeit sämtliche dieser Materialien verwendet.

In Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Kathoden kamen Nickel, Mangan und Kobalt bis vor Kurzem zu gleichen Teilen vor. Auf dem Markt verschiebt sich aber gerade das Verhältnis der drei Metalle zugunsten von Nickel auf 8:1:1, was im Großen und Ganzen auf die relative Seltenheit von Kobalt und die ungesicherte Versorgung zurückzuführen ist. 60 Prozent des weltweit verfügbaren Kobalts wird in Bergwerken der Demokratischen Republik Kongo abgebaut, wo sich auch fast 50 Prozent der bekannten Reserven befinden. Im Kongo herrschte zwischen 1998 und 2003 ein Bürgerkrieg, der schätzungsweise 3,9 Million Todesopfer forderte (Quelle: International Rescue Committee). Die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten lief 2016 ab und die Wahrscheinlichkeit, dass er sich an der Macht halten kann, schwindet. Die Gefahr schwerwiegender politischer Störungen steigt. Die Sicherheit der Bodenschätze aus dem Kongo ist gering, und die mit ihnen in Verbindung stehenden Menschenrechtsverletzungen werden für ihre Bezieher zunehmend unerträglicher.

Bei Nickel hat es den Anschein, als dürfte die strukturelle Verschiebung hin zu mehr Elektrofahrzeugen zusammen mit einer höheren Nickel-Beladung der Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Kathoden im kommenden Jahrzehnt einen Nachfrageschub auslösen.

 

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