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Anfang einer Top-Formation oder Fortsetzung der Rally?

Gastautor: Sven Weisenhaus
13.03.2018, 13:59  |  694   |   |   

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

der NASDAQ 100 markierte am Freitag ein neues Allzeithoch, was für die laufende Rally erfreulich ist. Jedoch sollte Sie deshalb nicht unbedingt erwarten, dass es zu einer erneuten jahrelangen Fortsetzung des Bullenmarkts seit 2009 kommt.

Kurzes Update zum Verfallstag

Im Vorfeld möchte ich aber erst einmal ein Update zur Verfallstagsanalyse der Vorwoche geben. Tatsächlich drehte der DAX unterhalb der 12.000er Marke nachhaltig nach oben ab und so entwickelte sich das bullishe Szenario. Der DAX steht schon wieder vor der 12.500-Punkte-Marke. An dieser Stelle startet die Phalanx der Call-Positionen, während die Put-Positionen massiv zurückgehen, wie das Verfallstagsdiagramm zeigt:

Verfallstagsdiagramm DAX März 2018

 (Quelle: EUREX)

Deshalb ist damit zu rechnen, dass der DAX es bis zum Verfallstag am Freitag 12.500 oder gar 12.600 Punkte nicht nachhaltig überwinden wird. Denn die Stillhalter werden vermutlich erfolgreich versuchen, den DAX unter diesen Marken zu halten. Ein Kursrückgang  auf 12.000 Punkte ist theoretisch auch noch denkbar, aber unwahrscheinlich. Unter diese Marke wird der DAX aber bis Freitag wohl nicht mehr fallen.  Die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit hat das Szenario, bei dem der DAX auf seinem aktuellen Niveau seitwärts läuft. Dabei bietet sich sowohl aus Sicht der Verfallstagspositionierung als auch aus charttechnischem Blickwinkel das Zwischenhoch von Ende Februar bei 12.600 Punkten als mögliche Zielmarke an.

Drei Gründe für eine Fortsetzung der Rally

Beim NASDAQ 100 sieht die Lage sogar noch besser aus und die Zeichen deuten aufgrund des neuen Allzeithoch auf eine Fortsetzung der Rally. Dafür sind vor allem drei Gründe auszumachen:

NASDAQ100-Tageschart 

Erstens fungiert der NASDAQ 100 sehr häufig als Vorläufer für die US-Märkte. Dabei spiegelt er die Risikobereitschaft der Anleger wieder, da Technologieaktien als tendenziell risikoreicher gelten. Deshalb steht ein starker NASDAQ 100 für eine erhöhte Anleger-Risikobereitschaft. Und das somit spricht dieses neue Hoch für eine Fortsetzung der Rally. (Übrigens sahen wir diese Stärke im NASDAQ 100 schon während der gesamten jüngsten Korrektur; siehe z.B. Börse-Intern vom 16.02.2018).

Zweitens handelt es sich auch aus charttechnischer Sicht um einen bemerkenswerten Ausbruch. Denn die Ausbruchskerze vom Freitag ist uneingeschränkt bullish zu werten. Sie ist lang, weiß und nahezu ohne „Schatten“ (vor allem ohne „Docht“)! Dazu kommt noch, dass dieser Ausbruch von einer deutlichen Kurslücke begleitet wurde, durch die die vorangegangenen beiden Hochs (siehe rote Pfeile) faktisch bereits überwunden wurden. Sogar die rote Konsolidierungslinie, an der der NASDAQ 100 noch am Vortag erkennbar zurückschreckte, wurde damit gebrochen.

Drittens handelt es sich zudem auch aus stimmungstechnischer Sicht um einen bemerkenswerten Ausbruch. Sicherlich liegt auch der erwähnten Risikobereitschaft eine grundsätzlich optimistische Stimmung zu Grunde. Jedoch führte der Ausbruch den Kurs sogar über die runde 7.000-Punkte-Marke (siehe grüne Linie). Eine solche wichtige Hürde wird nicht einfach so nebenbei überwunden. Ganz besonders nicht, wenn im Vorfeld schon zwei Versuche gescheitert sind. Die Anleger müssen also gute Gründe für ihr handeln haben. Gründe, welche die Kurse auch noch weiter anheizen können.

S&P 500 und Dow Jones hinken hinterher

Nichtsdestotrotz sind diese ganzen bullishen Zeichen und dieser Ausbruch kein Garant für eine erneute mehrjährige Fortsetzung des Bullenmarkts. Es gibt nämlich auch noch die Möglichkeit, dass es sich bei dem Ausbruch nur um den Ausdruck eines Überschwangs der Anleger handelt: Da der NASDAQ 100 schon längere Zeit relativ stark ist, investieren mehr und mehr Anleger hier und treiben die Kurse dadurch übermäßig stark voran.

Denn die beiden anderen großen US-Indizes, Dow Jones und S&P 500, können aktuell nicht mithalten. Dem S&P 500 fehlen noch 3,1 % bis zu einem neuen Allzeithoch, beim Dow Jones sind es sogar mehr als 5 %! Trotz Vorlauffunktion handelt es sich hier um wirklich ungewöhnlich große Abstände zum NASDAQ 100. Als der NASDAQ 100 Anfang November 2015 ähnlich stark war und noch weit vor den anderen beiden US-Indizes nach oben ausbrach, lag der Abstand mit 1,4 % zum S&P 500 und 1,7 % zum Dow Jones deutlich enger.

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