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Marktkommentar: Dr. Harald Preißler (BANTLEON AG): Triumphaler US-Arbeitsmarkt – besser wird’s nicht
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Marktkommentar Dr. Harald Preißler (BANTLEON AG): Triumphaler US-Arbeitsmarkt – besser wird’s nicht

Nachrichtenquelle: Asset Standard
15.03.2018, 00:00  |  446   |   |   

Donald Trump in Feierlaune: Kein Wunder, wurden doch im Februar so viele Stellen geschaffen wie seit Juli 2016 nicht mehr.

Schon beginnen die Planungen für die Bewerbung um eine zweite Amtszeit unter dem Motto: »Keep America Great«. Eine Schwalbe macht indes noch keinen Sommer – die US-Wirtschaft ist in guter Form, ohne dabei zu glänzen. Das Wachstum ist stabil, ebenso die Arbeitslosenquote und die Stundenlöhne.

Damit sind die Rahmendaten genauso unspektakulär wie unter Obama. Immerhin, der Fed wird’s gefallen, denn die Zinspolitik kann mit ruhiger Hand fortgeführt werden. Zumal auch in den USA der konjunkturelle Gipfel erreicht ist. Letzteres erschwert wiederum die Arbeit der EZB. Wenn sich das Wachstum abschwächt, könnte der QE-Exit zwar nochmal verschoben werden, spätestens Ende 2018 sind die technischen und rechtlichen Grenzen aber ausgeschöpft. Der Draghi-Put verliert mithin an Kraft, was zu mehr Nervosität an den Aktienmärkten führen wird.

»Jobs, Jobs, Jobs« triumphierte Donald Trump am vergangenen Freitag via Twitter. Zuvor hatte das Arbeitsministerium bekannt gegeben, dass im Februar 313.000 neue Stellen geschaffen wurden – der stärkste Wert seit Juli 2016. In nahezu allen Branchen ist die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Besonders hervorzuheben ist das Plus von 100.000 im produzierenden Gewerbe. Man muss bis ins Jahr 1984 zurück­blicken, um noch höhere Werte anzutreffen.

Naturgemäss wertet der US-Präsident die eindrücklichen Zahlen als Beleg seiner guten Führung. Damit nicht genug, Medienberichten zufolge beginnen bereits die Planungen für die Bewerbung um eine zweite Amtszeit. Der Arbeitstitel der Kampagne lautet: »Keep America Great«.

Eine Schwalbe macht indes ebenso wenig einen Sommer, wie ein Arbeitsmarktbericht einen Beschäftigungs­boom. Dafür ist diese Datenquelle viel zu volatil und revisionsanfällig. Nichtsdestotrotz befindet sich die US-Wirtschaft momentan in guter Verfassung – ohne dabei den Glanz früherer Zeiten zu versprühen.

Das Wirtschaftswachstum verharrt seit neun Jahren zwischen 2,0% und 2,5% (im Vergleich zum Vorjahr), die Arbeitslosenquote klebt seit vergangenem Herbst bei 4,1%. Darüber hinaus enttäuschten wieder einmal die Stundenlöhne, die im Februar nur um 0,1% zulegen konnten. Da gleichzeitig die üppigen Vormonatsanstiege deutlich nach unten korrigiert wurden, beträgt das Lohnwachstum im Vergleich zum Vorjahr 2,6%, was exakt dem Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre entspricht. Die US-Wirtschaft entwickelt sich daher unter Trump genauso unspektakulär wie zuvor unter Obama.

Immerhin – die Fed wird den jüngsten Datenmix mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Einerseits drängen die guten Konjunkturdaten, die Leitzinsen weiter zu erhöhen. Andererseits lassen die moderaten Inflations­aussichten genügend Freiraum, bei den Zinserhöhungen nicht aufs Gaspedal treten zu müssen. Bis zu vier Zinsschritte im laufenden Jahr sind realistisch. Mehr dürften es nicht werden, denn auch unter Donald Trump ist der Konjunkturzyklus nicht tot, sondern quicklebendig. Und die vorausschauenden Früh­indikatoren zeichnen für den Jahresverlauf ein Nachlassen des Expansionstempos vor, daran ändert auch die Anfang 2018 in Kraft getretene »Jahrhundertsteuerreform« nichts.

Die Europäische Zentralbank blickt momentan mit gemischten Gefühlen über den Atlantik. Die solide US-Konjunktur ist ein beruhigender Faktor, die protektionistischen Allüren des Präsidenten sind das Gegenteil davon. Auch wenn ein echter Handelskrieg unwahrscheinlich ist, dürfte die aufgebaute Drohkulisse ihre verunsichernde Wirkung nicht verfehlen. Zumal die Zeichen auch in Europa – unabhängig von Handels­beschränkungen – in Richtung konjunkturelle Abkühlung zeigen. Das hat mit der schwächeren Dynamik in China und anderen Schwellenländern zu tun. Daneben spielen die ausgereizten Nachholeffekte in den Peripheriestaaten eine wichtige Rolle. Last but not least darf nicht übersehen werden, dass von geldpolit­ischer Seite die stützenden Impulse nachlassen.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei unserer skeptischen Aktienmarktbewertung. Technisch gesehen ist die Erholung zwar intakt, das makroökonomische Fundament der Rallye bricht jedoch weg. Das wird für mehr Nervosität und Volatilität sorgen, Rückschläge gewinnen an Intensität – und damit die sicheren Häfen an Attraktivität.


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