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Deutsche Bank: Hohe Banker-Boni und 2018 wieder Gewinne?

16.03.2018, 15:33  |  10593   |   |   

Für 2017 musste die Deutsche Bank Verluste in Höhe von 735 Millionen Euro bekanntgeben. Das Minus fiel damit höher aus als ursprünglich angenommen. Die Banker-Boni fallen trotzdem so hoch aus wie bei der Konkurrenz. Deutsche Bank CEO John Cryan verspricht indes für 2018 wieder die Gewinnzone zu erreichen.

2017 war kein gutes Jahr für die Deutsche Bank: die Verluste sind deutlich höher als bislang bekannt. Noch im Februar hatte das Finanzinstitut sein Defizit auf lediglich 497 Millionen Euro geschätzt. Jetzt musste der Dax-Konzern jedoch ein tatsächliches Minus von 735 Millionen Euro bekanntgeben. Grund für die Differenz sind Steueransprüche in Großbritannien.

Obwohl die größte Bank Deutschlands seit drei Jahren Verluste schreibt, erhalten die Mitarbeiter für 2017 Boni-Zahlungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro, so ntv. Damit bekommen Investmentbanker der Deutschen Bank wieder soviel Boni wie bei der Konkurrenz. 2016 war der Bonus-Pool deutlich geringer ausgefallen, was zu einer Talentabwanderung geführt hatte, so Bloomberg. 


Quelle: Bloomberg

Der Vorstand sowie der Vorstandschef John Cryan verzichten auf ihre Boni, so das Manager Magazin. Damit erhält der Bankchef womöglich sogar weniger Geld als einige der Investmentbanker des deutschen Geldhauses. Die hohen Banker-Boni dürfte zwar die Talentflucht stoppen, allerdings wird es sich nicht positiv auf die Anzahl langfristiger Aktionäre auswirken. Schließlich waren die „Banker-Boni zehnmal so hoch wie [die] Dividende der Deutschen Bank“, so das Manager Magazin.

Deutsche Bank Chef John Cryan verspricht indes für 2018 Gewinne: "Wir bekräftigen unser Ziel, für das Jahr 2018 wieder einen Nettogewinn und eine wettbewerbsfähige Ausschüttung zu erreichen. Wir haben inzwischen die Grundlage dafür geschaffen, das Potenzial unserer Bank wieder auszuschöpfen." Die Aktionäre sollen zudem wieder eine höhere Dividende erhalten, so das Manager Magazin. Ende April wird die Bank seine Zwischenbilanz für das erste Quartal veröffentlichen, was ein Indikator für das gesamte Jahr sein könnte.

Aktuell steht die Aktie der Deutschen Bank bei 12,81 Euro leicht im Plus (Stand: 16.03.2018, 14:32 Uhr, Xetra).

Deutsche Bank

Quellen:
Bloomberg: "Bonus Drought Over as Deutsche Bank Seeks to Retain Talent"
ntv: „Deutsche Bank verspricht Gewinn für 2018“
Manager Magazin: „Banker-Boni zehnmal so hoch wie Dividende der Deutschen Bank“

 

 

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Kommentare

Wallstreet online sollte nicht voraus setzen, dass alle Anleger immer top informiert sind.
Jedenfalls die Tatsache, dass ohne die Steuerreform in den USA die deutsche Bank in diesem jahr grüne Zahlen geschrieben hätte, hätte unbedingt in den Artikel gehört, wollte man wirklich informieren und keine zusätzliche Aversionen gegen die deutsche Bank schüren, von denen es schließlich genug gibt.
Von daher haben auch die Angestellten der DBk nicht so schlecht gearbeitet, denn für Trumps Ideen können sie nichts.
Die DBk kann angesichts der Unternehmenssteuerreform in den USA weniger Steuernachlass für frühere Verluste auf künftige Gewinne geltend machen, dafür zahlt sie künftig aber auch weniger Steuern.
Das ist das Gute an dieser Steuerreform.
Vielleicht sollte man die ganze Deutsche Bank in die USA verlegen, jedenfalls aus Sicht der Aktionäre.

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