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AKTIE IM FOKUS Anleger verübeln Henkel verhaltenen Start ins erste Quartal

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
19.03.2018, 11:28  |  970   |   |   

(neu: Aktienkurs, Analysten, mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein verhaltener Ausblick des Konsumgüterkonzerns Henkel für das erste Quartal 2018 hat am Montag zahlreiche Anleger verschreckt. Nachdem das Management Umsatzrückgänge im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln (Laundry & Home Care) sowie mit Kosmetikprodukten (Beauty Care) angekündigt hatte, gingen die Vorzugsaktien auf Talfahrt.

Im späten Vormittagshandel gaben die Henkel-Papiere als Schlusslicht im Dax um 4,89 Prozent auf 105,00 Euro nach und fielen damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar zurück. Seit ihrem Rekordhoch im Juni 2017 bei 129,90 Euro tun sich die Anteilsscheine im Vergleich zum Durchschnitt der Unternehmen im deutschen Leitindex schwer. Während Henkel seither fast 20 Prozent eingebüßt hat, sank der Dax im selben Zeitraum gerade einmal um etwas mehr als 4 Prozent.

Analyst Fulvio Cazzol von Goldman Sachs zeigte sich nicht erstaunt über die aktuell gedrückte Stimmung der Anleger, ist selbst jedoch zuversichtlich für die weitere Entwicklung. Nach einer Reihe von Transport- und Logistikproblemen in den USA scheine sich die Situation schon wieder zu normalisieren, schrieb er. Von größeren Prognosesenkungen geht er nicht aus.

Wegen der Lieferschwierigkeiten in Henkels nordamerikanischer Konsumgütersparte dürften die Gewinnerwartungen des Marktes laut JPMorgan-Analystin Celine Pannuti nun immerhin moderat sinken. Die Berechenbarkeit für die Umsatz- und Gewinnentwicklung von Henkel sieht sie für den Rest des Jahres zudem als gering an.

Zugleich verwies Pannuti darauf, dass die Verbraucher- und Märktedaten des amerikanischen Datenanalyse-Unternehmens Nielsen in den vergangenen Quartalen schwach gewesen seien und sich dieser Trend in den vergangenen Monaten noch verschärft habe. "Viele US-Unternehmen haben zudem auf gestiegene Vertriebskosten in den USA hingewiesen, allerdings ohne Signale zu geben, dass sich dies auf die Geschäfte ausgewirkt hat", kommentierte sie.

Analyst Christian Faitz von Kepler Cheuvreux sieht allgemein das Nordamerika-Geschäft als problematisch für Henkel an. Er hält zwar das Klebstoff- und auch das Waschmittelgeschäft von Henkel in Nordamerika für solide, aber nicht das Geschäft mit Haar- und Kosmetikprodukten. Zwar sei dessen Beitrag zum Umsatz und Gewinn des Konzerns gering, doch sollte der Konzern seine Probleme dort rasch beheben. "Der Hauptaktionär, die Henkel-Familie, ist interessiert an reibungslosen Abläufen, ohne dass es viele Probleme gibt", erklärte er./ck/gl/jha/

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