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Pressemeldung: J. P. Morgan AM: Demographischer Wandel verursacht Zinsunsicherheit
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Pressemeldung J. P. Morgan AM: Demographischer Wandel verursacht Zinsunsicherheit

Nachrichtenquelle: Asset Standard
27.03.2018, 00:00  |  638   |   |   

Die immer älter werdende Weltbevölkerung wird spürbare Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Zinsen haben!

Als Folge des demographischen Wandels ist aufgrund von rückläufigem Wachstum eine Abschwächung des Zinsniveaus zu erwarten. Dies zeigt der langfristige Kapitalmarktausblick „Long Term Capital Market Assumptions“ (LTCMA) von J.P. Morgan Asset Management.

Die global alternde Gesellschaft beschränkt einerseits das Wachstumspotenzial und sorgt andererseits für einen Umschwung im globalen Sparverhalten – mit erheblichen Auswirkungen auf die langfristigen Erträge, wie eine langfristige Betrachtung von J.P. Morgan Asset Management zeigt.

Frankfurt, 22. März 2018 – Die immer älter werdenden Weltbevölkerung wird spürbare Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Zinsen haben: So ist als Folge des demographischen Wandels aufgrund von rückläufigem Wachstum eine Abschwächung des Zinsniveaus zu erwarten. Dies zeigt der langfristige Kapitalmarktausblick „Long Term Capital Market Assumptions“ (LTCMA) von J.P. Morgan Asset Management. Allerdings bewirkt die alternde Bevölkerung ebenfalls einen Umschwung im Sparverhalten, was wiederum zu steigenden Realzinsen führen könnte. „Dass die Entwicklung der Zinsen aufgrund der Demographie unterschiedlichen Kräften ausgesetzt ist, wird zukünftig für Unsicherheit sorgen“, erläutert Christoph Bergweiler, Leiter J.P. Morgan Asset Management in Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland.

Grafik: Die demografische Klippe rückt rasch näher

Die über ein bis zwei Konjunkturzyklen angelegte Studie führt aus, dass in jedem der kommen­den Jahrzehnte der Anteil der Rentner an der Bevölkerung um etwa zehn Prozentpunkte steigt. „Dieser Trend betrifft nicht nur die Industrienationen, sondern die gesamte Weltbevölkerung. Und die Entwicklung vollzieht sich immer schneller und so synchron wie niemals zuvor“, unterstreicht Bergweiler.

Rückgang des Wachstums und sinkende Sparraten wirken als gegensätzliche Kräfte

Für die globale Wirtschaft hat diese Entwicklung enorme Auswirkungen: Mit der stetigen Alterung der Gesellschaft sinkt der Anteil der verfügbaren Arbeitskräfte und auch der Konsum schwächt sich ab – dies führt zu einer deutlichen Verringerung des Wirtschaftswachstums. „Dieser Effekt wird in den kommenden zehn bis 15 Jahren zu einem Rückgang des Trendwachstums von rund 50 Basispunkten führen“, sagt Bergweiler. Das geringere Wachstum sollte auch auf das Zinsniveau wirken. So sei zu erwarten, dass die Zinsen im gleichen Maße sinken.

Grafik: Gegensätzliche Kräfte werden Zinsen beuteln

Gegenläufig wirkt allerdings, dass durch den Eintritt der Baby-Boomer-Jahrgänge in den Ruhestand rückläufige Sparraten zu beobachten sein werden. Dieses „Entsparen“ ist eine Folge davon, dass Rentner weniger verdienen und entsprechend auch weniger Vermögen ansparen. Zudem verwenden viele Menschen in dieser Phase ihr Erspartes als Einkommens­ergänzung, um den Lebens­standard zu halten. Dadurch wird weltweit die Summe des gesparten Kapitals sinken. „Die Analyse der Situation in den USA, in Deutschland, Japan und China zeigt, dass es in den kommenden 30 Jahren zu einem altersbedingten Rückgang der Ersparnisse von rund 2,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes kommen wird“, sagt Bergweiler. Dieser Effekt werde die Realzinsen zwischen 25 und 50 Basispunkte steigen lassen. 

Zinsunsicherheit in den kommenden Jahrzehnten zu erwarten

Die Wahrscheinlichkeit sinkender Zinsen ist laut den „Long Term Capital Market Assumptions“ dabei etwas größer als die für steigende Zinsen. „Trotzdem bleibt es eine unsichere Zeit und das Zerren der gegensätzlich wirkenden Effekte wird sich auf die Märkte auswirken“, sagt Bergweiler. Seit 2010 hat der Demographietrend in den langfristigen Ertragserwartungen der Gesellschaft für ein Minus von 0,5 Prozentpunkten gesorgt. „Dieser Einfluss könnte jetzt zu Ende gehen“, so Christoph Bergweiler. „Die Auswirkungen des demographischen Wandels sind nun weitgehend eingepreist.“ Laut der Studie sollten deshalb andere Faktoren wie die technologische Entwicklung und die damit einhergehende Produktivitätssteigerung für positive Überraschungen sorgen. „Nach vielen Jahren mit rückläufigem Wachstum könnte jetzt die Schwelle erreicht sein, von der aus es wieder zu steigenden Wachstumserwartungen kommt“, erläutert Bergweiler. 

 So beschreibe der langfristige Ausblick das Trendwachstum: Die realen Entwicklungen der Zinsen ebenso wie des Wirtschaftswachstums schwanken um diesen Trend und können sich durch andere wirtschaftliche wie auch politische Faktoren durchaus substanziell davon entfernen. So seien die Reaktionen in anderen Bereichen der Weltwirtschaft durchaus eine Betrachtung wert: Die Alterung könne beispielsweise staatliche Ersparnisse abbauen, was zu steigenden Zinsen führen könnte. Auf der anderen Seite sei eine geringere Kreditaufnahme von Unternehmensseite zu erwarten, weil sich die Firmen auf niedrigeres Wachstum einstellten. Dies würde die Nachfrage nach Geld und damit die Zinsen eher sinken lassen. Auch könnten große, schnell wachsende Volkswirtschaften wie China durch die hohe Sparquote der chinesischen Privathaushalte den Abbau der Welt-Ersparnisse verlangsamen. Deshalb ist in den kommenden Jahren mit zusätzlicher Unsicherheit bezüglich der Entwicklung des globalen Sparverhaltens und des Wirtschaftswachstums zu rechnen, was die Zinsen durchaus auf eine Berg- und Talfahrt schicken könnte.

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