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Immobilienpreise Steigende Immobilienpreise in Großstädten: Warum sich ein Kauf nach wie vor lohnt

27.03.2018, 12:15  |  1397   |   |   

In Deutschlands Metropolen sind die Immobilienpreise 2017 erneut gestiegen - so auch in Berlin. Potenzielle Käufer fragen sich, ob sich daher ein Kauf überhaupt noch lohnt. Doch gerade in der Bundeshauptstadt lag in einigen Stadtteilen das Mietwachstum um einige Prozentpunkte höher als der Kaufpreis für eine Eigentumswohnung. Grund genug, um zu prüfen, ob man gerade jetzt nicht kaufen sollte.

Von Gastautor Ioannis Moraitis, Geschäftsführer der Hedera Bauwert GmbH

Vor allem in Stadtteilen innerhalb des S-Bahn-Ringes sind die Mieten in Berlin drastisch angezogen. Kann dort ein Wohnungskauf überhaupt noch einen Schutz vor der Preisschraube bieten? Gerade jetzt sollten potenzielle Käufer lokale Märkte gut beobachten. Denn natürlich steigen in der stark nachgefragten Metropole gleichzeitig auch die Kaufpreise. Jedes Jahr kommen Zehntausende Menschen neu hinzu. In einzelnen Bezirken ist das Preiswachstum aber längst nicht so stark wie gedacht.

Einer aktuellen Erhebung von CBRE zufolge ergibt sich bei einem schnellen Blick auf das Preiswachstum ein scheinbarer Widerspruch. Demnach stiegen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf die Kaufpreise um 21 Prozent und in Mitte um 14 Prozent - in beiden Fällen ist die Steigerung höher als bei den Mieten - allerdings beziehen sich diese Werte allein auf das untere Marktsegment. Dort sind selten zeitgemäße Wohnungen zu finden.

Bezogen auf alle Marktsegmente, also auch auf das mittlere und gehobene, beträgt das Preiswachstum in dem Westberliner Bezirk zehn Prozent und in Mitte moderate sechs Prozent. In Treptow-Köpenick ist die Preisdynamik beim Wohnungskauf mit fünf Prozent sogar zwei Prozent niedriger als das Mietenwachstum.

Keinesfalls sollen Preissteigerungen in Berlin damit verhehlt werden. Aus dem Blickwinkel von Immobilienprofis sind sie Zeichen eines gesunden Marktes. Potenzielle Käufer betrachten die Situation hingegen zunächst allein aus dem monetären Blickwinkel. Für sie ist entscheidend, ob es sich für sie selbst noch rechnet, in den Markt einzusteigen.

Ein Blick auf die Kaufpreise in München und Frankfurt am Main verrät uns schnell, dass die Bundeshauptstadt - 1a-Lagen einmal ausgeschlossen - erschwinglich geblieben ist. In Berlin beträgt der Durchschnittswert 4.100 Euro pro Quadratmeter, in München zahlen Käufer mindestens 3.000 Euro mehr. Unter den sieben deutschen Metropolen befindet sich die Hauptstadt bei den Kaufpreisen auf Platz sechs und ist damit eine der günstigeren Metropolen.

Neben der Frage nach dem Preis gibt es eine Reihe weiterer Kriterien, die beim Immobilienkauf bedacht werden müssen. Ein Käufer sollte vor einer solchen Investition für sich klären, wo und wie er langfristig leben will: Möchte er geräumig wohnen oder reicht ihm eine Zweizimmerwohnung? Sehnt er sich nach einer Terrasse mit Gartenanteil beziehungsweise Balkon oder kann er darauf verzichten? Reicht ein unsanierter Altbau aus, der Folgekosten mit sich bringen würde, oder ist ein Neubau sinnvoller?

Sucht jemand nach einer Mischung aus beidem, empfiehlt sich für ihn ein modernisierter Altbau: Das Objekt sollte dann vor allem über ein erneuertes Bad eine moderne Heizungsanlage und energiesparende Fenster verfügen sowie über eine Außenwärmedämmung. Entscheidend dabei dürfte das Preis-Leistungs-Verhältnis sein.

In jedem Fall sollte die Infrastruktur in Augenschein genommen werden. Ideal sind etwa ein guter Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel sowie Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und eine gute Ärzteversorgung. Die Innenstadt sollte schnell und gut erreichbar sein.

Berücksichtigt ein Kaufinteressent all diese Kriterien, wird er sich sehr wahrscheinlich für eine werthaltige Wohnung entscheiden. Selbst wenn sie einmal über dem Durchschnittspreis liegen sollte: Gerade in Berlin sind Immobilien im Vergleich zu anderen Metropolen immer noch erschwinglich. Die Alternativ-Strategie, in einer Metropole auf fallende Preise zu setzen, wird wegen des starken Zuzugs absehbar nicht aufgehen. Wenn die finanziellen Voraussetzungen stimmen, dann sollten potenzielle Käufer sich zeitnah auf die Suche machen. Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht.



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