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Rentabilität & Rendite

Gastautor: Martin Brosy
27.03.2018, 19:38  |  1762   |   |   

Die zentrale Größe zur Messung des Unternehmenserfolgs ist die Rentabilität. Die Angabe der Kennzahl wird meist als Prozentsatz ausgedrückt. Der Prozentsatz gibt an wieviel Prozent die eine Bezugsgröße zu einer anderen Bezugsgröße ausmacht. Ganz allgemein wird der Jahresüberschuss beziehungsweise der Gewinn mit den verschiedenen Arten von eingesetzem Kapital ins Verhältnis gesetzt.

Da in der Finanzwelt an jeder Ecke der Begriff Rentabilität verwendet wird um Erfolge zu messen oder zur Kontolle, Analyse oder Planung, macht es Sinn die verschiedenen Definitionen genauer zu betrachten.

Kennziffern der Rentabilität

Prinzipiell existieren drei unterschiedliche Arten der Berechnung der Rentabilität -die Eigenkapitalrentabilität, die Gesamtkapitalrentabilität und die Umsatzrentabilität. Der grundlegende Unterschied der drei Kennzahlen ist die gewählte Bezugsgröße und damit auch die abweichende Berechnungsmethode.

Gesamtrentabilität (GKR)

Die Gesamtrentabilität (Alternativ: Gesamtkapitalrendite, Unternehmensrentabilität, Unternehmensrendite oder Kapialrentabilität) berechnet sich aus Gewinn und Fremdkapitalzinsen durch das eingesetzte Gesamtkapital.

Gesamtkapitalrendite = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital

Der Bezugspunkt der GKR ist immer eine einzelne Periode also Monat, Quartal oder Jahr. Die Gesamtrentabilität dient der Messung wie effizient der Kapitaleinsatz eine Investition war (immer in Bezug auf die Periode).  
Es ist eine umfassendere Betrachtung als zum Beispiel die Eigenkapitalrentabilität und umgeht damit ihre Nachteile. Insbesondere der Leverage Effekt spielt bei dieser betrachtung keine Rolle.

Berechnung im Detail:
Gesamtkapitalrendite = (Reingewinn + Fremdkapitalzinsen) / (Eigenkapital + Fremdkapital)

Der Reingewinn wird anhand der GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) ermittelt. Die Fremdkapitalszinsen schmälern als Beriebsausgaben den Reingewinn.

Eigenkapital und Fremdkapital ergeben in Summe das Gesamtkapital. Das Fremdkapital setzt sich dabei aus den typischen Passiva bestehend aus Darlehensschulden, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und kurzfristigen Bankschulden zusammen.


Eigenkapitalrentabilität (EK-Rentabilität)

Die zweite Kennziffer ist die Eigenkapitalrentabilität, auch Unternehmerrentabilität genannt. Sie dient der Berechnung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens in Bezug auf das eingesetzte Eigenkapital. Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus Gewinn/Jahresüberschuss geteilt durch Eigenkapital.

Eigenkapitalrentabilität =  Jahresüberschuss / Eigenkapital

Eigenkapitalrentabilität im Detail:

Die Eigenkapitalrendite kann als die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals angesehen werden. Dies bedeutet, dass eine hohe Eigenkapitalrendite für ein wirtschaftlich starkes Unternehmen steht. Der Umkehrschluss, dass eine geringe Eigenkapitalrendite, als negativ angesehen wird gilt nicht. Manche Branchen sind sehr kapitalintensiv und haben eine geringe Eigenkapitalrentabilität. Daraus folgt, dass ein Vergleich immer nur unter Unternehmen in ähnlichen Branchen gezigen werden sollte.

Erzielt ein Unternehmen der gleichen Branche eine höhere Eigenkapitalrendite deutet dies auf eine geringere Kostenstruktur hin oder auf einen deutlich geringeren Anteil Eigenkapital.

Typische Zielwerte für die Ek-Rentabilität:

Ganz allgemein gilt, dass als Zielwert mindestens der langfristige Kapitalmarktzins geschlagen werden sollte. Andernfalls würde eine Anlage des Eigenkapitals am Markt sinnvoller sein als der Geschäftsbetrieb.
Darüber hinaus muss immer auf die Branche oder teilweise sogar auf die Art der Abteilung geschaut werden um eine typische Zielwerte zu erhalten.

Zu niedrigen Eigenkapitalrentabilität:

Falls ein Unternehmen eine im Branchenvergleich zu niedrige Eigenkapitalrentabilität aufweist sollte man immer aktiv werden. In der Regel weist dies auf eine zu hohe Bewertung des Sach- und Anlagevermögens hin. Aber auch unrentabel gebundenes Kapital kann ein Grund sein (zum Beispiel in Grundstücken)

Der Leverage Effekt:

Eng verbunden mit der Eigenkapitalrentabilität ist der sogenannte Leverage Effekt. Der Effekt sagt aus, dass der Gewinn durch Aufnahme von Fremdkapital gesteigert werden kann. Da hierbei das Eigenkapital gleich bleibt erhöht sich die EK-Rentabilität.

Das ganze an einem Beispiel: Ein Bauer kauft einen Traktor für sein Feld auf Kredit. Durch den Traktor kann er nun das Feld umpflügen und somit seinen Ertrag erhöhen. Dadurch steigt sein Gewinn (unter der Annahme die Zinskosten werden erwirtschaftet). Das Eigenkapital hat sich durch den Kauf nicht verändert und somit steigt die Eigenkapitalrendite.

Das Fremdkapital dient sozusagen als Hebel auf die Rendite des Eigenkapitals.

Weitere Informationen zur Eigenkapitalrentabilität erhalten Sie auf wirtschafts-wissen.de unter Eigenkapitalrentabilität.

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