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Marktkommentar: Dr. Andreas Busch (Bantleon): Zuversichtliche US-Notenbank
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Marktkommentar Dr. Andreas Busch (Bantleon): Zuversichtliche US-Notenbank

Nachrichtenquelle: Asset Standard
28.03.2018, 00:00  |  646   |   |   

Zwar hat die Wachstumsdynamik etwas nachgelassen, diese Abschwächung ist in den Augen der Währungshüter aber ein vorübergehendes Phänomen.

Die Fed hat unter ihrem neuen Präsidenten Jerome Powell den Kurs seiner Vorgängerin fortgesetzt und die Leitzinsen um 25 Bp angehoben. Daneben wurden die Wachstumsprognosen nach oben angepasst, ebenso wie die Leitzinserwartungen. Letztere allerdings primär für das nächste und das übernächste Jahr.

22. März 2018  Mithin rechnet der Median der FOMC-Mitglieder in diesem Jahr nach wie vor mit nur zwei zusätzlichen Straffungen – wir gehen dagegen von drei aus. Mit Blick weiter voraus sind wir allerdings weniger zuversichtlich als die Fed, vor allem was das Potential für Zinserhöhungen 2020 angeht.

Wie erwartet hat die US-Notenbank  die Leitzinsbandbreite um 25 Bp auf 1,50% bis 1,75% angehoben. Zwar hat die Wachstumsdynamik in den zurückliegenden Monaten ausgehend von hohem Niveau etwas nachgelassen. Diese Abschwächung ist in den Augen der Währungshüter aber ein vorübergehendes Phänomen. Der Ausblick für die kommenden Quartale habe sich nämlich aufgehellt, was zusammen mit der Aussicht auf anziehende Inflationsraten eine Zinserhöhung rechtfertigt.

Der vor kurzem vollzogene Wechsel an der Führungsspitze der Fed verläuft derweil weiterhin geräuschlos. Die Ausführungen Jerome Powells im Rahmen seiner ersten Pressekonferenz schlossen nahtlos an die Argumentationsweise seiner Vorgängerin Janet Yellen an, von der er Anfang Februar das Amt des Präsidenten übernommen hatte.


Makro-Prognosen der Fed*: Der Wachstumsausblick hat sich weiter verbessert

Grafik: Der Wachstumsausblick hat sich weiter verbessert


Quelle: Fed, *Durchschnitt Q4 in %, Median, in Klammern Projektionen vom Dezember 2017


Die zuversichtlichere Bewertung der Konjunkturperspektiven spiegelt sich auch in den neusten Projektionen der Offenmarktausschussmitglieder wider. Demnach wird das BIP-Wachstum im laufenden und kommenden Jahr etwas höher veranschlagt und bei der Arbeitslosenquote mit einem deutlicheren Rückgang gerechnet (vgl. Tab.).

Anpassungen finden sich auch bei den Erwartungen an den künftigen Leitzinspfad. Nach den neusten Projektionen liegt die Fed-Funds-Rate gemessen am Median der 15 FOMC-Mitglieder sowohl Ende 2019 (2,875%) als auch Ende 2020 (3,375%) um rund 25 Bp höher als noch im Dezember (vgl. Tab.). Mithin gehen die Währungshüter im laufenden Jahr von zwei weiteren 25-Bp-Zinsschritten aus. 2019 werden drei erwartet und 2020 nochmals zwei.

Wir rechnen hingegen in diesem Jahr unverändert mit drei zusätzlichen Zinserhöhungen. Vor allem die deutlich nach oben drehenden Inflationsraten dürften die Notenbank dazu bewegen, den bisherigen Rhythmus bei der Rückführung der geldpolitischen Stimuli beizubehalten (eine Straffung pro Quartal). Allein das Herausfallen der preisdämpfenden Basiseffekte in der Inflationsstatistik spricht für eine klare Trendwende der Teuerungsrate nach oben. Wir sehen daher den Mittelwert der Leitzinsbandbreite Ende 2018 bei 2,375%. Die Geldterminmärkte gehen dagegen gegenwärtig von rund 2,15% aus – hier besteht entsprechend nach wie vor leichtes Korrekturpotential.

Mit Blick weiter voraus sind wir allerdings skeptischer als die Notenbank. Nach unserer Auffassung spricht vieles dafür, dass der konjunkturelle Gegenwind in den kommenden Jahren deutlicher zunehmen wird, als es in den aktuellen Einschätzungen der Fed zum Ausdruck kommt. Als Belastung dürften nicht zuletzt die verschlechterten Finanzierungskonditionen fungieren, die aus den gestiegenen Zinsen resultieren. Unter diesen Voraussetzungen sollte sich das Tempo der Zinserhöhung in den kommenden Jahren verlangsamen. Nach vier 25-Bp-Zinsschritten 2018 rechnen wir mit nur noch zwei 2019 und sehen gute Chancen, dass die Leitzinsen 2020 allenfalls noch ein Mal angehoben werden.





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