DAX+0,85 % EUR/USD0,00 % Gold-0,66 % Öl (Brent)0,00 %
Probleme bei Attacke auf den Dollar: Chinas Rohöl-Handel in Yuan wackelt
Foto: Chris Boswell - 123rf Stockfoto

Probleme bei Attacke auf den Dollar Chinas Rohöl-Handel in Yuan wackelt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.03.2018, 12:41  |  1220   |   |   

PEKING (dpa-AFX) - Wenige Tage nach Chinas zunächst erfolgreichem Einstieg in den globalen Ölhandel mit einem eigenen Finanzprodukt sorgen starke Kursbewegungen für Skepsis. Der Wert des zum Wochenbeginn eingeführten Öl-Terminkontrakts in der Landeswährung Yuan (Renminbi) fiel zwischenzeitlich um fast 5 Prozent gegenüber dem am Dienstag fixierten Preis. Die Attacke aus dem Reich der Mitte gegen die Vorherrschaft des Dollar am Ölmarkt stößt damit auf erste Probleme.

Zwar fielen auch bei den etablierten Öl-Terminkontrakten auf die Sorten Brent und WTI die Preise, was Experten mit Hinweisen auf ein höheres Angebot in den USA erklärten. Allerdings waren die Rückgänge hier deutlich schwächer. "Die starke Preisbewegung bei Chinas Future und die deutliche Abweichung von anderen Kontrakten ohne erkennbaren Grund wirft Fragen auf und unterminiert die Aussagekraft der Preisbildung", sagt Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank.

Nach jahrzehntelangem Zögern macht China seit Anfang der Woche den bislang führenden Öl-Handelsplätzen Konkurrenz. Seit Montag werden die ersten auch als Future bekannten Verträge auf zukünftige Öllieferungen in Yuan abgewickelt. Auch ausländische Anleger können zugreifen.

Terminkontrakte sind der übliche Weg, über den am Ölmarkt gehandelt wird. Er findet bislang vor allem an Rohstoffbörsen in den USA und Großbritannien statt. Der Käufer eines Futures ersteht Öl zu einem feststehenden Preis bei Lieferung zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt. Dadurch können Anleger Risiken durch Preisschwankungen vermeiden. Kritiker warnen aber auch vor irrationalen Kursschwankungen durch spekulative Geschäfte.

Der Start des neuen chinesischen Öl-Handels war zunächst erfolgreich. Das Handelsvolumen lag bereits am ersten Tag bei 20 Millionen Barrel und übertraf zeitweise dasjenige von Brent-Terminkontrakten. Zudem gehörten große westliche Rohstoffhändler zu den ersten Marktteilnehmern. Zuletzt war China 1993 mit einem entsprechenden Versuch gescheitert.

Die hohen chinesischen Ölimporte sind ein wichtiger Grund für das Bedürfnis Chinas, die Preisbildung am Ölmarkt mit zu kontrollieren. Fachleuten zufolge geht es aber auch darum, die Bedeutung der Landeswährung Yuan zu steigern. Bislang wird Rohöl weit überwiegend in Dollar gehandelt. Auch beim sonstigen Warenhandel ist die Dominanz der US-Währung ungebrochen. Vereinzelte Abgesänge auf den Dollar haben sich bislang stets als verfrüht erwiesen./tos/jkr/jha/

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel